Rat & Tat
Wie wird man Ballonpilot?
Zum Ballonfahren braucht man einen Pilotenschein, und zwar den Privatpilotenschein PPL-D. Erwerben kann man den Schein in Ausbildungsschulen für Freiballonführer. Solche Schulen sind entweder gewerblich oder werden von Ballonfahrervereinen betrieben. Wer das Ballonfahren lernen will, kann sich zum Beispiel an den Deutschen Freiballonsport-Verband e. V. wenden.
Die Dauer der Ausbildung hängt von der Ballonfahrschule ab. Meist beträgt sie ein Jahr oder 18 Monate. Der Theoriekurs umfasst mindestens 60 Unterrichtsstunden. Lehrfächer sind Luftrecht, Meteorologie, Technik, Navigation und Verhalten in besonderen Fällen. 20 Fahrstunden muss man für den Pilotenschein absolvieren. Fünf Stunden davon müssen bei Minusgraden stattfinden, weitere fünf Stunden bei Temperaturen über 20 Grad Celsius. 50 Starts und Landungen müssen nachgewiesen werden. Ein Freiballonlehrer begleitet jede Ausbildungsfahrt.
Nach Ende der Theorieausbildung wird die schriftliche Theorieprüfung abgenommen. In jedem der fünf Fächer sind 40 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten. In jedem Fach müssen mindestens 85 Prozent der Fragen richtig beantwortet sein. Wer in einem Fach unter 85 Prozent, aber über 75 Prozent liegt, muss in diesem Fach eine mündliche Nachprüfung ablegen. Nach bestandener Theorieprüfung kann man sich zur praktischen Prüfung melden: einer Ballonfahrt, in der der Prüfling den Ballon selbstständig aufrüsten, führen und landen muss. Ein Prüfungsratsmitglied begleitet die Fahrt. Um den Ballon nach bestandener Prüfung im kontrollierten Luftraum führen zu dürfen, muss man ein Sprechfunkzeugnis (BZF) in Deutsch oder Englisch erwerben. Manche Schulen setzen den Besitz eines solchen "Beschränkt Gültigen Sprechfunkzeugnisses" bei der Anmeldung zur Ballonfahrschule voraus.
Der Erwerb einer Fahrlizenz für Heißluftballons kostet in einer gewerblichen Schule etwa 5000 bis 8000 Euro. Enthalten sind Theorielehrgang und Praxisfahrten inklusive Lehrerhonorar. In Vereinen ist der Führerschein oft schon ab 1000 Euro zu erwerben, da die Ausbilder dort ehrenamtlich wirken. Man verpflichtet sich aber meist, für einige Zeit Mitglied des Vereins zu bleiben und andere Vereinsmitglieder bei Fahrten zum Selbstkostenpreis mit an Bord zu nehmen.
Kai Althoetmar, Stand vom 01.06.2009






