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Der Wanderalbatros

Wenn ein Albatros zum Landen ansetzt, riecht es nach Bruchlandung, so unbeholfen und fast manövrierunfähig wirkt der Riesenvogel. Um es kurz zu sagen: Starten und Landen sind nicht die Stärken der gewaltigen Tiere. Aber sie gehören zu den genialsten Fliegern im Tierreich.

Ein Wanderalbatrossmännchen balzt mit ausgebreiteten Flügeln vor einem Weibchen. (Rechte: mauritius images)

Die genialsten Flieger im Tierreich

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Weltrekordler

Wanderalbatrosse sind mit einer Spannweite von bis zu dreieinhalb Metern die Weltrekordler unter den Vögeln. Sie beim Fliegen zu beobachten, ist ein ästhetischer Genuss. Doch diese Perfektion in der Luft ist mit Problemen bei Start und Landung verbunden. Die extrem langen und schmalen Flügel erweisen sich dabei als Hindernis. Schnell mit ihnen schlagen können Albatrosse auch nicht. Hoch kommen sie deshalb nur mit Anlauf und bei Gegenwind. Oft brechen die riesigen Vögel den Start wieder ab, trotten zurück zum Ausgangspunkt und machen unverdrossen einen neuen Versuch.

Landeprobleme

Noch komplizierter wird die Landung. Auf Grund der Flügelform ist die Bremswirkung gering. Erschwerend kommt hinzu, dass Wanderalbatrosse auch beim Gewicht zu den Rekordhaltern der Vogelwelt gehören. Sie bringen bis zu 12,5 Kilogramm auf die Waage. Um die Wucht bei der Landung abzumildern, strecken sie die großen, mit Schwimmhäuten bedeckten Füße weit vor. Dennoch kommt es nach dem ersten Bodenkontakt öfter zu einer unfreiwilligen Rolle vorwärts - man könnte auch Überschlag dazu sagen.

Ein Wanderalbatros mit gespreizten Flügeln. (Rechte: mauritius images)

Ein begnadeter Segelflieger

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Segelkünstler

In der Luft sind sie begnadete Segelflieger, wobei sie jedoch eine andere Technik anwenden als Geier oder Störche, die sich von warmen Aufwinden in die Höhe tragen lassen. Albatrosse nutzen Winde, die horizontal über das Meer streichen und im Bereich der Wasseroberfläche durch das Wellenrelief vertikal abgelenkt werden. Man nennt das Ganze auch dynamisches Segeln. Sie lassen sich vom Aufwind, der von einem Wellental her nach oben über einen Wellenkamm strömt, zehn bis 15 Meter hoch anheben. Dann gleiten sie schräg nach unten zum nächsten Wellenkamm, wo sie erneut Auftrieb erhalten und so weiter. Auf diese Weise können sie endlos in elegantem, scheinbar schwerelosem Segelflug über das Meer wandern. Bei Flaute funktioniert die feine Technik natürlich nicht und die Tiere müssen schwimmen und auf bessere Windverhältnisse warten.

Das geschieht jedoch selten. Die Heimat der Vögel ist das antarktische Meer, eine der stürmischsten Gegenden der Erde. In dieser Weltabgeschiedenheit liegen die karg bewachsenen Inseln, auf denen die Wanderalbatrosse brüten. Höchstens alle zwei Jahre wird ein Junges aufgezogen. Das Männchen trifft gewöhnlich zuerst am Brutplatz ein und richtet das Nest her.

Pompöse Hochzeit

Zwei Wochen später kommt das Weibchen. Mit einer spektakulären Balz wird der Bund für das Leben geradezu feierlich beschlossen oder erneuert. Hat das Weibchen ein Ei gelegt, verschwindet es für mehrere Wochen auf See, bevor es den Partner beim Brüten ablöst. 13 Monate dauert es, bis ein Wanderalbatrosküken flügge wird. Ist es aus dem Gröbsten heraus, werden die Besuche der Eltern immer seltener. Bis zu 15.000 Kilometer legen Albatrosse innerhalb weniger Wochen bei der Nahrungssuche für ihr Junges zurück.

Ein Wanderalbatros-Paar beschützt sein Nest. (Rechte: dpa)

Der Wanderalbatros gehört zu den bedrohten Tierarten

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Bedrohung

Der Wanderalbatros wird von der Weltnaturschutzunion als gefährdet eingestuft. Ursache sind die Tunfischflotten mit ihren bis zu hundert Kilometer langen Fangleinen, an denen sich 20.000 oder mehr Haken mit Ködern befinden. Die Albatrosse und andere Meeresvögel stürzen sich auf die Köder und werden von den Haken aufgespießt. Die lange Leine sinkt durch ihr Gewicht - die Tiere ertrinken. Kaum mehr als 15.000 Wanderalbatros-Brutpaare gibt es noch und der Bestand schrumpft.

Harald Brenner, Stand vom 11.11.2010

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Collage aus Bildmotiven des Themas Luftfahrt (Rechte: WDR)

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