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Wie funktionieren Körperscanner?

Sie können den Menschen virtuell bis auf die Haut ausziehen und sind genau deshalb so umstritten: Körperscanner, auch Nacktscanner genannt. Als die Kommission der Europäischen Union (EU) 2008 ankündigte, die Geräte für den Einsatz an Flughäfen zuzulassen, gab es in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten Proteste: Von Entwürdigung des Menschen war die Rede, von Verlust des letzten Stücks Privat- und Intimsphäre sowie von Kontrollwahn.

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Technologisch zukunftsweisend

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen dagegen bewertet die Scanner als technologisch zukunftsweisend und spricht sich für ihren Einsatz aus. Als das Europaparlament allerdings ebenfalls protestierte, legte die EU-Kommission ihre Pläne erst einmal auf Eis. Doch ob in Europa langfristig auf die Technik verzichtet wird, mit der mitgeführte Waffen oder Sprengstoff sofort erkannt werden können, ist unklar.

Das Bild zeigt die Darstellung eines Körperscanners, einen gescannten Menschen ohne Kleidung; es ist eine Rückenansicht. Im Bereich der Hüfte ist ein Messer zu erkennen. (Rechte: dpa)

Dieses Bild entstand am Flughafen Schiphol in Amsterdam

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Funktionsweise

Die Körperscanner, die bislang auf dem Markt sind, arbeiten mit unterschiedlichen Technologien - die meisten von ihnen machen sich jedoch bestimmte elektromagnetische Wellen zunutze: die Terahertz-Wellen (T-Wellen). Diese liegen im Spektrum zwischen den Mikrowellen und dem Infrarotlicht; ihre Wellenlänge ist größer als ein Zehntel Millimeter und kleiner als ein Millimeter. Und: Der menschliche Körper sendet solche T-Wellen aus, allerdings relativ schwach. Deshalb war es lange Zeit technisch nicht möglich, diese mithilfe von Detektoren nachzuweisen. Inzwischen hat die Forschung jedoch Geräte entwickelt, mit denen die menschlichen T-Wellen dargestellt werden können. Dabei werfen am Körper versteckte Waffen oder andere Gegenstände einen Schatten - egal, aus welchem Material sie bestehen. Gleichzeitig liefern die von der warmen Hautoberfläche ausgesandten T-Wellen ein Abbild der Körperkonturen und damit ein Nacktbild, allerdings ohne anatomische Details.

Schärfere Bilder

Die Körperscanner, gegen deren Einsatz heftig protestiert wird, gehen noch einen Schritt weiter: Sie fangen nicht nur passiv die menschlichen T-Wellen auf, sondern bestrahlen aktiv mit Terahertz-Wellen. Für das Licht der Strahlen ist die Kleidung transparent, wohingegen der menschliche Körper, der zum größten Teil aus Wasser besteht, die Strahlen absorbiert. Weil die Strahlungsintensität bei den aktiven Scannern höher ist, sind auf den Monitoren der Geräte viel schärfere, genauere Nacktbilder zu erkennen. Bei diesen Bildern ist es sogar möglich, per Spektralanalyse chemische Substanzen, wie etwa Sprengstoffe, zu identifizieren.

Gesundheitlich bedenklich ist die Terahertz-Strahlung für den Menschen wohl nicht, weil ihre Energie viel geringer als die von Röntgenstrahlen ist. Die Tatsache, dass Wasser die Terahertz-Strahlen absorbiert, stellt die Körperscanner-Technik vor ein Problem: Wenn eine Person sehr stark schwitzt oder vor dem Sicherheitscheck in einen Regenschauer geraten ist, kann man ihr nicht mehr virtuell unter die Kleidung schauen. In diesem Fall hilft dann nur noch die gewöhnliche Sicherheitskontrolle mittels Abtasten und Metalldetektor.

Alexandra Stober, Stand vom 15.09.2010

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