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Alleskönner

Aus der Luftfahrt sind Hubschrauber heute nicht mehr wegzudenken - beim Militär und auch in der zivilen Nutzung. Bei Rettungseinsätzen zur Bergung Schwerverletzter, insbesondere aber bei Erdbeben oder Katastrophen sind die Multitalente unersetzlich. Auch Brandbekämpfung und Spezialtransporte gehören zu ihren Aufgaben.

Bundeswehrsoldaten tragen Zelte, Winterkleidung und Baumaterial aus einem großen Transporthubschrauber (Rechte: dpa)

Erste Hilfe im Ka­ta­stro­phen­ge­biet

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Einsatz in der Forstwirtschaft

Im Kampf gegen sauren Regen, Mehltau und Schwammspinnerraupen werden Hubschrauber schon seit Jahren in der Forstwirtschaft eingesetzt. Sie fliegen vor allem in Weinanbaugebieten und verteilen das Pflanzenschutzmittel mit einem Rotorstrahl gleichmäßig über den Weinstöcken - Wälder werden mit Hilfe der Helikopter gekalkt. Um zeitraubende Tankflüge zu sparen, werden die Hubschrauber aus einem mitgeführten Tankwagen vor Ort wieder vollgetankt. Für das Sprühen per Helikopter sind die Vorschriften in Deutschland sehr streng; sie werden von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt.

Ein Hubschrauber schwebt über dem Meer, unter ihm sind zwei Schiffe. Mit einem Seil lässt er eine Person auf eines der Schiffe herunter. (Rechte: dpa)

Per­so­nentrans­port im of­fe­nen Meer

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Einsatz auf den Bohrinseln

Hubschrauber fliegen Bohrinseln und Seebaustellen an und transportieren dabei Bohrmannschaften, Spezialisten, Ärzte und Patienten sowie Material jeglicher Art. Ein dazu oft verwendeter Hubschraubertyp ist die "Sikorsky S-61".

Wenn die Landung auf einem Schiff oder einer Bohrinsel nicht möglich ist, lassen sich Personen und Lasten über ein Gewinde seitlich in das Hubschrauber-Cockpit einholen. Da die Maschine aber am Rumpf wie ein Boot geformt ist, kann sie im Notfall auch schwimmen. Auf dem offenen Meer erleichtert diese Technik oft der Besatzung die Rettungseinsätze.

Nur selten werden Flüge über See wegen schlechten Wetters um mehr als 24 Stunden verschoben. Auch bei Windgeschwindigkeiten bis zu Windstärke 10 wird die Versorgung zu den Bohr- und Förderinseln aufrechterhalten.

Für die Verbindung der Bohrinseln untereinander werden kleinere Hubschrauber in einer Art Shuttleservice eingesetzt. So können Menschen und Materialien in nur wenigen Minuten von einer Arbeitsstation zur anderen befördert werden.

Ein Kranhubschrauber schwebt über einem Schornstein eines Kraftwerks und transportiert dabei ein Spezialteil. (Rechte: dpa)

Kranhubschrauber

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Einsatz als "fliegender Kran"

Um große und besonders sperrige Lasten über Strecken zu heben oder zu transportieren, wird ein Kranhubschrauber eingesetzt. Im Hochbau hebt der Hubschrauber Dachteile und Antennenmasten auf Gebäude, in den Alpen transportiert er Material zum Hüttenbau. Mit ihm werden Brücken über Flüsse gebaut und Gittermastteile für Leitungen an ihren Standorten aufgestellt. Und zwar überall dort, wo es keine Straßen für Schwertransporte gibt.

Über das EXPO-Gelände in Hannover hat ein Hubschrauber Seile für die Skylinerbahn gezogen. Einige moderne Sportstadien wären ohne den Kranhubschrauber wirtschaftlich gar nicht realisierbar gewesen. Per Kranhubschrauber wurden auch zwei 650 Kilogramm schwere Antennen auf den Brocken im Harz geflogen. Da die schmale Straße für den Schwerlastverkehr nicht geeignet ist und für einen Kran keine Standfläche zur Verfügung gestanden hätte, konnten mit Hilfe des Helikopters Schäden an der Vegetation vermieden werden.

Ein Hubschrauber lässt aus einem Behälter Wasser über einem Waldbrandgebiet ab. Das Bild ist in drei Phasen unterteilt: Erst kommt wenig Wasser aus dem Behälter, dann mehr und dann berührt es die Baumspitzen. (Rechte: dpa)

Hubschrauber beim Löscheinsatz

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Einsatz als Feuerlöscher

Wald- und Flächenbrände können im unwegsamen Gelände nur erfolgreich bekämpft werden, wenn die Bodenkräfte mit Löschmaßnahmen aus der Luft unterstützt werden. Die Feuerlöschhelikopter können je nach Maschine bis zu 5000 Liter Wasser in ihrem Rumpf oder in einem Außenlastbehälter mitnehmen.

Die Außenbehälter haben Bodenventile, die von den Helikoptern mit einem Seilzug oder über eine Druckluftleitung geöffnet werden. Es gibt aber auch Hubschrauber, die das Löschwasser direkt in ihren Rumpf aufnehmen können. Sie saugen das Wasser dabei über Schläuche mit integrierten Pumpen auf. Die Feuerlöschhelikopter holen das Wasser meist aus einem See in der näheren Umgebung. Die Wasseraufnahme dauert etwa zwei Minuten.

Ein Rettungshubschrauber mit einem Seil, an dem ein Mitarbeiter der Bergwacht hängt und am Hang runtergelassen wird. (Rechte: Mauritius)

Rettung in den Bergen

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Einsatz im Gebirge

Sensationelle Panoramen, über Berge, Schluchten und Felsen - für diese Aussicht hat das Team im Cockpit aber keine Zeit. Es ist auf der Suche nach einem Verletzten im Gebirge. Jedes Jahr kommen in den Bergen mehrere Menschen ums Leben - meist aus Leichtsinn oder Selbstüberschätzung.

Im Gebirge bleiben der Bergwacht durch den Hubschrauber stundenlange Aufstiege und gefährliche Suchaktionen erspart. Was mit dem Auto einige Stunden dauert, geht mit dem Helikopter in wenigen Minuten. In Deutschland fliegen Hubschrauber seit 1956 über die Alpen, um verunglückte Skifahrer oder Bergsteiger zu retten. Damals mussten die Bergwachtleute aber noch aus niedriger Höhe zu den Verletzten abspringen, weil die Triebwerke für eine Landung oder einen Schwebeflug zu schwach waren.

An die Piloten werden in den Bergen besondere Anforderungen gestellt, da auf Südhängen immer die Gefahr von Turbulenzen und Fallwinden besteht. Sie müssen die Gegend genau kennen, denn Kabel und Leitungen sind gerade im Schnee nicht immer sichtbar. Verfangen sich darin die Rotoren, garantiert das einen Absturz.

Für die Bergrettung hat sich der Hubschrauber mittlerweile zu einem wertvollen Partner entwickelt. Mit einer speziell ausgebildeten Besatzung ist er heute in Zusammenarbeit mit der Bergwacht wichtig für die sichere und schnelle Rettung.

Weißgrüner Polizeihubschrauber landet auf einer Wiese (Rechte: dpa)

Polizeihubschrauber vor der Landung

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Einsatz bei der Polizei

Ein Polizeihubschrauber arbeitet eng mit den Funkstreifen am Boden zusammen. Für ihn ist es gar nicht so wichtig, so schnell wie möglich von einem Punkt zum andern zu kommen. Er soll in erster Linie beobachten und melden. Meist fliegt der Polizeihubschrauber dabei langsam und in niedriger Höhe über Stadtgebiete, Autobahnen oder Menschenansammlungen. Damit er seine Aufgaben auch so lange wie nötig erfüllen kann und seinen Einsatz nicht zum Tanken unterbrechen muss, gehört ein Zusatztank zu seinem Standard. Damit kann er zirka eine Stunde länger als ein normaler Hubschrauber in der Luft bleiben. Außerdem hat er zwei Außenlautsprecher und eine spezielle Funkausrüstung. Für Sondereinsätze gibt es noch Peilgeräte, Suchscheinwerfer, Infrarottechnik und Notschwimmer bei Einsätzen über Wasser. Denn zu seinen Aufgaben gehört auch die Überwachung der Seegrenzen und des Küstenmeeres an der Nord- und Ostsee.

Militärhubschrauber mit fünf riesigen, sich drehenden Rotoren. (Rechte: dpa)

Militärhubschrauber der Bundeswehr

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Einsatz im Militär

Im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind Hubschrauber teilweise immer noch ein Kriegsgerät. Die Amerikaner setzten Militärhubschrauber erstmals im Korea- und Vietnamkrieg zur Unterstützung ihrer Bodentruppen ein. Ein typisches Einsatzgebiet der Militärhubschrauber ist die Panzerabwehr. Frankreich und Deutschland entwickelten Mitte der 70er Jahre einen modernen Kampfhubschrauber, den "Eurocopter-Tiger".

Die Bundeswehr verwendet den "Tiger" auch heute noch für Bodenunterstützung, Begleitschutz und bewaffnete Aufklärung. Gegen Beschuss von Maschinengewehren ist der "Tiger" mit seinen abgedichteten Tanks und Rotorblättern unempfindlich.

Während Helikopter früher immer für das Militär entwickelt und erst im Nachhinein den Bedürfnissen ziviler Betreiber angepasst wurden, kann dieser Prozess heute auch umgekehrt sein. Die Aufgabe der Rettung bleibt für die Hubschrauber aber in Krieg und Frieden die gleiche. Schwebende Helikopter lassen aus mehreren Metern in der Höhe Rettungsgeschirr herunter und sind damit oft die letzte Hoffnung für Hunderte von Katastrophenopfern an unzugänglichen Orten.

Annika Zeitler, Stand vom 01.06.2009

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