Rettungshubschrauber
Schnelle Hilfe aus der Luft
Seine durchschnittliche Flugzeit beträgt nach dem Start gerade mal zehn Minuten. Deshalb ist "Christoph" fast immer schneller als ein Krankenwagen. In Notfällen kann seine Zeitersparnis über Leben und Tod entscheiden. Zur Landung reicht dem Rettungshubschrauber oft eine kleine Wiese.
An den Piloten werden bei Start und Landung besondere Anforderungen gestellt: Er muss die Maschine im unbekannten Gebiet sicher auf die Erde bringen und überall lauern für ihn und das Team Gefahren wie Hochspannungsleitungen oder Verkehrsschilder, die er auch im Stress nicht übersehen darf. Außer dem Piloten gehören ein Arzt, ein Rettungssanitäter und bei größeren Hubschraubertypen noch ein in Erster Hilfe geschulter Bordwart zur Besatzung. Die medizinische Standardausrüstung ist im Helikopter im Prinzip genauso wie in einem Notarztwagen am Boden.
Je nach Gebiet sind die Rettungshubschrauber aber zum Teil etwas unterschiedlich ausgerüstet: Für das unwegsame Gelände rund um München gehört zum Beispiel eine spezielle Seilwinde und im Küstenbereich bei Hamburg eine Rettungsinsel dazu.
Durch das gelenklose Rotorsystem und glasfaserverstärkte Rotorblätter verläuft der Flug im Rettungshubschrauber für den Patienten ruhig und erschütterungsfrei. "Christoph" kann maximal zwei Verletzte gleichzeitig transportieren. Stationiert ist jeder Rettungshubschrauber an einem bestimmten Krankenhaus. Um im Notfall aber die schnellste und bestmögliche Hilfe zu garantieren, werden die Patienten immer in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. In Deutschland gibt es heute an vielen Krankenhäusern Helikopterbasen.
Jede Hubschrauberstation bedient einen Radius von rund 50 Kilometern. In der Bundesrepublik wurde im November 1970 die erste Basis in München Harlaching eingeweiht. "Christoph 1" startete damals zu seinem ersten Flug. Die Rettungshubschrauber heißen alle nach dem heiligen Christophorus, dem Nothelfer und Schutzpatron der Schiffer, Flößer - und in der heutigen Zeit der Autofahrer.
Im Schnitt wird jeder Rettungshubschrauber drei Mal am Tag gerufen. Aber nicht nur die Unfallrettung, sondern auch der Transport von Blutkonserven oder Organen für Transplantationen sowie Suchflüge nach vermissten Personen im Gebirge oder auf Gewässern gehören zu seinen Aufgaben.
"Christoph 1" fliegt täglich von morgens bis abends. Er ist aber von Witterungs- und Sichtbedingungen abhängig. Das heißt bei Nebel oder in der Nacht fliegt er nicht, auch um die Sicherheit des Ärzteteams zu garantieren. Das Risiko für Landungen in unbekanntem Gelände ist dann einfach zu hoch.
Annika Zeitler, Stand vom 01.06.2009







