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Die Katastrophe von Lakehurst

Der 6. Mai 1937 war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Luftfahrt. Der deutsche Zeppelin "Hindenburg" ging mit 96 Personen an Bord beim Landeanflug auf Lakehurst bei New York in Flammen auf. 36 Menschen kamen um.

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Kein Helium für Hitler

Vier Jahre war an der "Hindenburg" (LZ 129) gebaut worden, als sie am 4. März 1936 ihre erste Werkstattfahrt über dem Bodensee machte. Sie sollte Deutschlands berühmtestes Luftschiff, die "Graf Zeppelin" (LZ 127), im Passagierverkehr entlasten. Nur wenige Meter war die "Hindenburg" länger als die "Graf Zeppelin", aber mit einem Durchmesser von 41,2 Metern fasste sie fast doppelt so viel Traggas wie ihr Vorgänger LZ 127. Eigentlich sollte die "Hindenburg" mit dem unbrennbaren, aber raren Gas Helium gefüllt werden. Denn dieses Gas war im Gegensatz zum Wasserstoffgas nicht feuergefährlich. Helium besaßen aber nur die USA in großen Mengen. Die US-Marine lehnte es ab, Deutschland Helium zu liefern. Hitler und das waffenstarrende Deutsche Reiche waren den Amerikanern zu mächtig geworden. Man fürchtete längst einen Krieg in Europa. Folglich musste die "Hindenburg" wie alle anderen deutschen Luftschiffe mit Wasserstoffgas gefüllt werden.

Foto der in Flammen stehenden Hindenburg. (Rechte: dpa)

In Sekundenschnelle war alles vorbei

Vergrößern

Ein "Pilz von Flammen und Rauch"

Viele Passagiere und Bordmitglieder konnten sich durch einen Sprung aus der Gondel retten, wenn auch zum Teil mit Brandverletzungen. Als letzte sprangen die beiden Kapitäne und erlitten schwere Brandwunden. Max Pruß überlebte, sein Kollege Ernst Lehmann starb tags darauf an seinen Verletzungen. Insgesamt kamen 36 Menschen um: 13 Passagiere, 22 Mann der Besatzung und ein Bodenhelfer. Über die Ursache des Unglücks wurde viel spekuliert. Auch von Sabotage war die Rede. Eine Untersuchungskommission aus deutschen und amerikanischen Fachleuten kam zu keinem eindeutigen Ergebnis, was die Explosion ausgelöst hatte, schlussfolgerte aber letztlich, dass die Tragödie ein "Fall höherer Gewalt" war.

Vermutlich hatte sich ein Wasserstoff-Luft-Gemisch entzündet, das durch Ablassen von Traggas beim Landevorgang entstanden ist. Die USA waren auch nach dem Unglück von Lakehurst nicht bereit, Deutschland mit Helium zu beliefern. Der 6. Mai 1937 bedeutete damals das Aus für den Weltluftverkehr deutscher Zeppeline. Zwar wurde noch die "Graf Zeppelin II" gebaut, doch über 30 Werkstatt- und Probefahrten kam sie nicht hinaus. Im März/April 1940 wurde sie auf Befehl des deutschen Luftwaffen-Chefs Hermann Göring zerstört. Am 6. Mai 1940, drei Jahre nach dem Unglück von Lakehurst, sprengten die Nazis dann auch die Luftschiffhallen bei Frankfurt.

Kai Althoetmar, Stand vom 01.06.2009

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