Fangmethoden
Treibnetze
Dies ist eine der umstrittensten Fangmethoden. Ein mitunter viele Kilometer langes Netz wird durch senkrecht treibende Bojen ausgebracht. Dies kann an der Wasseroberfläche oder in beliebigen Tiefen geschehen. Fische verfangen sich in den feinen Maschen des Netzes. Ein Problem dabei ist nicht nur die völlige Willkür der gefangenen Fischarten. Auch unzählige Delfine, Wasservögel, Schildkröten und Haie verenden darin. Treibnetze sind weitgehend verboten. Aber das gilt nur für die Fischer, die sich an bestehende Abkommen halten. Treibnetze, die nicht wieder aufgenommen werden können, bilden als Geisternetze oftmals über viele Jahre tödliche Fallen für alle Meeresbewohner.
Stellnetze und Reusen
Die traditionelle Fischerei arbeitet seit vielen Jahrhunderten mit Stellnetzen und Reusen. Beide Methoden führen, richtig eingesetzt, zu recht geringen Beifängen. Stellnetze sind feine Netze, die senkrecht am Meeresboden befestigt werden. Fische bleiben in den Maschen hängen. In Nord- und Ostsee besteht allerdings das Problem, dass die modernen, extrem feinen Stellnetze nicht mehr von Kleinwalen geortet werden können. Diese verfangen sich darin und ertrinken. Dies führte bereits beinahe zur Ausrottung der Schweinswale in der Ostsee. Reusen sind tonnen- oder trichterförmige Fanggeräte und bestehen aus einem Weiden-, Netz- oder Drahtgeflecht. Durch ihren trichterförmigen Eingang gelangen hineingeschwommene Fische nicht wieder heraus. Reusen haben den Vorteil, dass Beifänge zumeist unversehrt zurückgesetzt werden können.
Ringwaden
Ringwaden sind Netze, die um Fischschwärme ausgebracht werden, die sich nicht tiefer als 100 Meter tief aufhalten. Dies können Lachse, Makrelen, Thunfische, Sardinen, Heringe oder Sprotten sein. Durch eine Vorrichtung, die Schnürleine, kann das bei großen Fangschiffen bis zu zwei Kilometer lange Netz unten geschlossen werden und der gesamte Schwarm ist gefangen. Durch die moderne Ortungstechnik werden frei schwimmende Fischarten recht gezielt befischt. Delfine, die oft ebenfalls solche Schwärme jagen und mitgefangen werden, können von verantwortungsvollen Fischern gezielt befreit werden. Es entstehen keine Schäden am Meeresgrund.
Schleppnetzfischerei
Hierbei handelt es sich um sackförmige Netze, die von Fischerbooten durchs Wasser geschleppt werden. Ihre Öffnung wird durch Scherbretter offen gehalten. Dank immer stärker und größer werdender Kutter sind Schleppnetze mitunter mehrere Kilometer lang und können bis in die Tiefsee abgesenkt werden. Schleppnetze, die auf der gezielten Jagd nach mit dem Echolot georteten Fischschwärmen durchs Freiwasser geschleppt werden, verursachen keine Schäden am Meeresgrund und können recht gezielt eingesetzt werden. Allerdings kann Beifang nicht mehr unversehrt zurückgesetzt werden, da er sich im Netzende, dem so genannten Steert sammelt und dort zu Tode gepresst oder stark verletzt wird.
Zerstörerisch sind Schleppnetze, die am Grund eingesetzt werden. Dort überrollen und zerstören sie am Boden lebende Meerestiere. Besonders vernichtend sind die sogenannten Baumkurren-Schleppnetze. Hier pflügen schwere Ketten über den Meeresboden und scheuchen Schollen und andere Plattfische auf. Dadurch werden nicht nur die Kinderstuben vieler Fischarten zerstört, auch unzählige Jungfische und andere Meerestiere fallen diesem Raubbau zum Opfer.
Langleinen
Im Prinzip sind Langleinen Angeln mit Haken und Ködern - nur dass hier die Angelleine bis 100 Kilometer lang sein kann und viele tausend Haken daran befestigt sind. Diese Leinen können mit Bojen und Gewichten in verschiedenen Tiefen ausgebracht werden, je nachdem auf welche Fischarten man fischen möchte. Gerade bei flach stehenden Haken werden extrem viele Seevögel getötet und auch die seltenen Meeresschildkröten werden in Tiefen bis zu 100 Meter oftmals gefangen und ertrinken jämmerlich.
Schonender fischen
Aufgrund der zurückgehenden Fischbestände wird intensiv über schonendere und selektivere Fischereimethoden nachgedacht, welche die für die Natur so zerstörerischen Beifänge reduzieren. Staatliche Fischereiforscher, etwa von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, entwickeln schonendere Methoden. Allerdings dauert es oftmals viele Jahre, bis sich diese Methoden am freien Markt durchsetzen, da sie die Fischer nicht viel kosten dürfen.
Vladimir Rydl, Stand vom 15.01.2010











