Rat & Tat: Der richtige Fisch für den Tisch
Einkaufsführer und Ökosiegel
Trotz aller Missstände in der Fischerei gilt immer noch: Fisch schmeckt gut und ist gesund. Doch welchen Fisch kann man unbesorgt essen und bei welchem Fisch kann man sicher sein, nicht verwerfliche Fangmethoden zu unterstützen? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Außerdem muss man für ein reines Gewissen einen etwas höheren Preis bezahlen. Eine Möglichkeit bieten Ökosiegel. Bei Zuchtfischen gibt es solche Siegel, die um Beispiel von der Organisation Naturland zertifiziert werden. Diese Fische werden mit dem Zusatz "Bio" vertrieben, etwa "Bio-Lachs" oder "Bio-Karpfen".
Tipps für den Fischeinkauf (2'52'')
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Im Meer gefangenen Fisch gibt es ebenfalls mit Zertifikat. Der "Marine Stewardship Council" (MSC), ein unabhängiges Experten-Gremium, das auf Initiative des Fischereikonzerns Unilever und der Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) entstanden ist, zertifiziert Fischereien, bei denen Fischarten nachhaltig befischt werden. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass möglichst wenig Beifänge entstehen und diese immer weiter verringert werden. Dieses MSC-Siegel findet man auf etlichen Produkten, von Räucherlachs bis Fischstäbchen. Und die sind sogar im Supermarkt erhältlich.
Obwohl immer mehr Produkte mit solchen Zertifikaten auf den Markt kommen, bleibt dem Fischfreund oftmals keine andere Wahl als der Gang zur Fischtheke. Wer hier nicht völlig ahnungslos zugreifen möchte, findet bei den großen Umweltorganisationen WWF und Greenpeace Unterstützung. Beide geben sogenannte "Fischführer" heraus, die dem Käufer wichtige Informationen zu den beliebtesten Fischarten vermitteln. Doch auch hier gilt: Wer sicher sein will, dass seine Mahlzeit nicht durch Raubbau am Meer gefangen wurde, der muss auf etliche beliebte Fischarten verzichten:
Der WWF rät etwa vom Kauf folgender Fischarten dringend ab: Atlantischer Lachs, Dornhai (etwa als Schillerlocke), Flussaal, Heilbutt, Kabeljau/Dorsch, Rotbarsch, Schellfisch, Scholle, Seehecht, Seezunge, Tropische Shrimps/Tiefseegarnele, Thunfisch/Bonito, Viktoriabarsch und Wittling.
Wirklich zu empfehlen sind laut WWF nur wenige Meeresfische: Alaska-Wildlachs, Atlantischer Öko-Lachs, Hering, Hoki, Makrele und Seelachs.
Angesichts der trostlosen Lage der Fischbestände im Meer ist es eigentlich erstaunlich, dass es immer noch Fischarten gibt, die man ohne Bedenken kaufen kann. Empfehlungen, dass man zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche zu sich nehmen sollte, sind allerdings heutzutage eher aus Marketinggründen denn aus ökologischen oder gesundheitlichen Überlegungen heraus zu verstehen.
Vladimir Rydl, Stand vom 15.01.2010






