Der Moorfrosch
Hauptsache feucht
Der Moorfrosch lebt, entgegen seinem Namen, nicht nur im Moor. Er kommt auch in Bruchwäldern, Auwäldern, in sumpfigem Grünland oder auf Nasswiesen vor – Hauptsache der Lebensraum ist ausreichend feucht. Aber er ist gleichwohl sehr anspruchsvoll, was seinen Lebensraum betrifft. Er braucht ein Gewässer zum Ablaichen, er benötigt ein spezielles Sommer- und ein Winterquartier, und diese Elemente dürfen weder zu weit von einander entfernt noch zu sehr von Straßen zerschnitten sein; denn der Frosch wandert im Laufe eines Jahres zwischen diesen Plätzen hin und her. Gebiete, die all diese Anforderungen erfüllen, nahmen in den letzten Jahrzehnten in Deutschland immer weiter ab.
Kaum noch Platz zum Leben
Auch das Absinken des Grundwasserspiegels durch Trinkwassergewinnung, das Austrocknen ehemals dauerfeuchter Wald- und Wiesengelände oder Flussbegradigungen und das Verschwinden von Auwäldern haben den Lebensraum des Moorfroschs kontinuierlich schrumpfen lassen. Dazu kommt, dass der Laich des Moorfroschs besonders empfindlich gegen säurehaltiges Wasser ist. In einem versauerten Gewässer verpilzt der Laich und die Kaulquappen können sich nicht entwickeln.
So gehört der Moorfrosch inzwischen zu den bedrohten Arten. Um ihm auch in Zukunft ein Überleben zu ermöglichen, müssen die verbliebenen Lebensräume besonders geschützt und, wenn möglich, in der Vergangenheit trockengelegte Flächen wieder vernässt und renaturiert werden.
Siegfried Klaschka, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Moor - Landschaft aus Urzeiten, 18.07.2008






