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Vorhersagbarkeit von Stürmen

Stürme sind für den Wetterdienst sehr schwer vorhersagbar. Unsere Atmosphäre ist ein chaotisches System, in dem die Geburt eines Sturmes spontan erfolgt. Bei der Vorhersage von Orkan Lothar 1999 hat der "Deutsche Wetterdienst" schwere Fehler gemacht. Seither hat sich in der Prognosetechnik einiges getan.

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Hat die Wettervorhersage bei Orkan Lothar versagt?

Dem "Deutschen Wetterdienst" (DWD) wurde nach dem Orkan Lothar am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 vorgeworfen, er habe die Sturmkatastrophe einfach verschlafen. Gegenüber seinen Kritikern, vor allem der privaten Konkurrenz, räumte der "Deutsche Wetterdienst" ein, die Vorhersagemodelle hätten die Entwicklung des Orkantiefs nicht richtig erfasst. Schwerwiegender sei aber der Mangel eines effektiven Warnsystems gewesen - auch sei man bei den Medien mit den alarmierenden Wetternachrichten nicht durchgedrungen. Lothar entwickelte sich sehr kleinräumig und extrem schnell, innerhalb von zwölf Stunden, und wäre auch unter heutigen Bedingungen noch schwer zu erfassen. Laut den Meteorologen des "Deutschen Wetterdienstes" würde ein zweiter Lothar dem DWD aber heute, dank der verbesserten Vorhersagemodelle, nicht mehr durch die Lappen gehen.

Schild mit der Aufschrift "Deutscher Wetterdienst - Vorhersagezentrale". (Rechte: dpa)

Die Vorhersagemodelle wurden verbessert

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Stürme sind unberechenbar

Das Wetter ist grundsätzlich ein chaotisches System mit vielen Zufallsprozessen. Vor allem Stürme sind Wetterphänomene, die sich sehr kurzfristig entwickeln. Eine geringfügige Veränderung der Ausgangswetterlage kann eine große Wirkung haben, zum Beispiel eine völlig andere Zugbahn des Sturmes nach sich ziehen. Deshalb, das hat Lothar die Wetterdienste gelehrt, müssen spontane Veränderungen in der Atmosphäre besser in die Prognosemodelle einbezogen werden.

Vor Lothar hat man der kurzfristigen Vorhersage nur ein bis zwei mögliche Ausgangswetterlagen zugrunde gelegt. Zwei nahezu gleiche Anfangsbedingungen können aber schon nach kurzer Zeit zu völlig unterschiedlichen Voraussagen führen. Eine falsche Prognose, die, wie bei Lothar, zu folgenschweren Fehleinschätzungen führt, kann die Folge sein. Deshalb werden heute fünfzig verschiedene Szenarien gleichzeitig durchgerechnet und verglichen. Je mehr Szenarien eine ähnliche Lösung liefern und je mehr Überschneidungen es gibt, desto wahrscheinlicher ist das Eintreten einer Variante. Mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von achtzig bis neunzig Prozent wird der tatsächliche Verlauf eines Sturmes heute wesentlich besser erfasst als noch vor zehn Jahren.

Blick in das Einsatzzentrum "Gemeinsames Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern" (GMLZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. (Rechte: dpa)

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

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Effektive Warnsysteme

Normalerweise wird die Bevölkerung über Radio und Fernsehen in regelmäßigen Abständen über die Wetterlage informiert. Es gibt aber auch eine Internetseite, die vor drohenden Unwettern warnt. Auf der Seite "meteoalarm" laufen sämtliche Warnungen der offiziellen nationalen Wetterdienste Europas zusammen. Gewarnt wird außer vor Sturm auch vor Starkregen, Hochwasser, Gewitter und anderen Extremwetterlagen. Zudem hat das "Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe" (BBK) in Bonn jüngst ein satellitengesteuertes System entwickelt (SatWas), mit dem eine Katastrophenwarnung in Sekundenschnelle über alle öffentlich-rechtlichen (und einige private) Rundfunksender publik gemacht werden kann. Es ist ein System, das bis voriges Jahr nur im Kriegsfall genutzt werden durfte, zum Beispiel bei einer Bombenwarnung. Über Satelliten können Bilder ins Fernsehen eingespeist und Radiosendungen mit einer Warndurchsage unterbrochen werden.

Pia Grzesiak, Stand vom 13.04.2011

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