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Corine Land Cover

Wie viele Wälder und Wiesen gibt es in ganz Europa, wie viel Fläche ist verbaut, wo befinden sich Gewerbeflächen und wo Mülldeponien? Wie verändert sich das "Gesicht" Europas? Mit dem Projekt "Corine Land Cover" ist es erstmals möglich, die Landnutzung Europas einheitlich darzustellen und somit besser planen zu können.

Königsberg, 1993: Blick auf den Pregelkanal mit Dominsel. (Rechte: dpa)

Dokumentation bebauter Flächen und der Landnutzung

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Der erste europäische Überblick

Das europaweite Projekt "Corine Land Cover" (CLC) startete 1990. Die Landfläche Europas wurde mit Satellitendaten im Maßstab 1:100.000 erfasst, nach vorgegebenen Kriterien ausgewertet und grafisch dargestellt. Wichtige Kategorien sind beispielsweise bebaute Flächen, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wälder, Feuchtflächen und Wasserflächen. Damit die Auswertung der Daten auch wirklich vergleichbar ist, gibt es für alle Länder einheitliche Vorgaben: So gibt es beispielsweise Mindestgrößen für Flächen, die dargestellt werden sollen. Insgesamt existieren 44 Landnutzungsklassen, die von allen Ländern beachtet werden müssen. In Deutschland wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Umweltbundesamtes geleitet. Auf europäischer Ebene ist die Europäische Umweltagentur in Kopenhagen zuständig.
"Corine Landcover" ist in zweierlei Hinsicht etwas ganz Neues für Europa: Natürlich gab es auch schon vorher in den einzelnen Ländern Auswertungen von Satellitendaten. Doch da jedes Land die Daten nach seinen eigenen Kriterien auswertete und auf entsprechenden Karten darstellte, ergab sich weniger ein einheitliches Bild als ein fröhlich bunter Flickenteppich.
Die zweite Neuerung ist die Auswertung selbst, denn sie erfolgt zunächst automatisch. Natürlich sind auch heute noch Wissenschaftler damit beschäftigt, die Auswertungen zu kontrollieren und zu korrigieren. Doch die Automatisierung erspart sehr viel Arbeit und Zeit und ermöglicht es, die Aktualisierungen zu beschleunigen.

Ein Mann steht vor einem auf die Wand projezierten Satellitenbild des Sebnitztals. (Rechte: picture-alliance/ dpa)

Seit 2000 werden auch Veränderungen dokumentiert

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Die ersten Vergleichsdaten

Im Jahr 2000 wurde Europa erneut per Satellit von oben aufgenommen, in den Ländern begann die Auswertung und grafische Aufbereitung der Informationen. Jetzt kam es nicht nur darauf an, Europas Landnutzung und Bodenbedeckung darzustellen, sondern auch darauf, die Änderungen erkennbar zu machen. Demnach haben in Deutschland im Lauf dieser zehn Jahre die bebauten Flächen zugenommen, ebenso die Wälder und Wasserflächen, stellte das Umweltbundesamt fest. Abgenommen haben hingegen die Feuchtgebiete und die Flächen, die für die Landwirtschaft genutzt werden.
Um aktuelle Daten schneller vorliegen zu haben, wurde nach dem Jahr 2000 der Zeitraum bis zur nächsten Erfassung verkürzt. 2006 war für alle inzwischen 37 beteiligten europäischen Staaten das Jahr, das es auszuwerten galt. Seit Februar 2010 ist "Corine Land Cover 2006" (CLC 2006) verfügbar.

Corine Land Cover - der Nutzen

Die Daten, die die CLC-Auswertungen liefern, werden inzwischen auf europäischer Ebene, aber auch von den einzelnen Ländern für unterschiedlichste Zwecke genutzt. Im Vordergrund steht meist die umweltgerechte Planung. Durch die Einheitlichkeit ist es beispielsweise erstmals möglich, europaweit Schutzgebiete zu erfassen und miteinander zu vernetzen. Die Daten liefern Informationen darüber, wie viel Fläche durch Wohnungsbau, Gewerbegebiete und den Straßenbau der Versiegelung zum Opfer fällt. Auf Ebene der Europäischen Union kann Corine Landcover für die Planung von Agrarsubventionen verwendet werden und gleichzeitig für die Kontrolle, welche Fläche tatsächlich wie genutzt wird.
Die Daten von Corine Land Cover sind auch für die Planung wichtig, wenn es beispielsweise darum geht festzustellen, ob Wasserschutzgebiete durch Siedlungen oder die Landwirtschaft gefährdet werden. In Frankreich werden die Informationen für das Management des alpinen Raums verwendet; in südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien helfen die CLC-Daten in Kombination mit weiteren Informationen, Analysen zur Bodenerosion zu erstellen.

Martina Frietsch, Stand vom 18.06.2012
Sendung: Die faszinierendsten Bilder der Erde, 19.06.2012

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