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Riesenbärenklau

Die Popgruppe Genesis widmete den hochwüchsigen Schönheiten bereits 1971 einen eigenen Song, jedoch kein Liebeslied: "Nichts kann sie stoppen, ihre Macht wächst, sie sind unbesiegbar, immun gegen alle Herbizide". Die Rede ist von "giant hogweed", dem Riesenbärenklau. Das Lied bezieht sich auf ein leidvolles Ereignis in England, wo sich mehrere Kinder vergiftet hatten, als sie sich aus den hohlen Stängeln der Pflanze Blasrohre bastelten.

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Ansiedlung einer Augenweide

Der Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude genannt) gehört mit seinen großen Blütenständen, die von zahlreichen Insekten besucht werden, und einer Höhe von ein bis drei Metern zu den imposantesten pflanzlichen Neubürgern (Neophyten). Ursprünglich stammt er aus dem Kaukasus. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde er in Europa als Zierpflanze in Gärten und als Bienenweide ausgesät. Jäger pflanzten ihn lange Zeit als Deckungspflanze für Wild und als Böschungssicherung an. Heute besiedelt die anspruchslose Art massenhaft die unterschiedlichsten Standorte: Flussufer und Straßenränder, Waldlichtungen und Kahlschläge, Wiesen und Äcker.

Riesenbärenklau-Staude mit vielen weißen Blüten. (Rechte: dpa)

Die Stängel enthalten giftige Säfte

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Der Riesenbärenklau breitet sich mit großer Geschwindigkeit aus. Das liegt zum einen daran, dass er schon sehr früh im Jahr keimt. Zum anderen am enormen Ausbreitungspotenzial: Die Dolden eines einzigen Riesenbärenklaus können bis zu 80.000 Einzelblüten haben und bis zu 30.000 Samen produzieren. Die Samen werden durch Wind und Wasser, gelegentlich auch durch Tiere weit verbreitet. Durch den Schatten, den seine großen Blätter werfen, behindert der Riesenbärenklau das Wachstum anderer Pflanzen.

Ein Mann im Schutzanzug richtet einen Flammenwerfer auf große Pflanzen. (Rechte: dpa)

Die Pflanzen sind schwer zu bekämpfen

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Bekämpfung einer gefährlichen Plage

Am Anfang wegen seines Aussehens beliebt, zählt der Riesenbärenklau inzwischen zu den am meisten gehassten und am härtesten bekämpften Neophyten. Der Riesendoldenblütler kann nämlich für den Menschen äußerst gefährlich werden. Der Saft der Pflanze kann unangenehme Hautschädigungen hervorrufen. Diese Gefahr besteht beim Pflücken der Blüten, Stängel oder Blätter ebenso wie bei Bekämpfungsmaßnahmen. Die verbrennungsähnlichen Hautreaktionen werden durch Stoffe namens Furocumarine verursacht. Gelangt der Pflanzensaft auf die Haut geschieht zunächst nichts. Bei Sonneneinstrahlung aber bilden sich Entzündungen, Schwellungen und Brandblasen. Sie können so großflächig wie Verbrennungen ersten und zweiten Grades sein, heilen oft erst nach ein bis zwei Wochen ab und hinterlassen Narben.

Jedes Jahr rücken Naturschützer aus, um die ungehemmte Ausbreitung mit Spaten oder Sensen in den Griff zu bekommen. Die mühsame Arbeit ist jedoch selten von durchschlagendem Erfolg gekrönt, da sich die Pflanze mithilfe ihres ausdauernden Wurzelstocks und der vielen Samen beharrlich weigert zu verschwinden und sich weiter ausbreitet. Wer den Riesenbärenklau selbst bekämpft, sollte unbedingt mit Handschuhen und vollständig bekleidet arbeiten. Sollte Pflanzensaft auf die Haut gelangen, sofort mit Wasser abwaschen. Als effektivste mechanische Maßnahmen gilt zum einen das Abstechen der obersten Wurzelstockschicht im Herbst oder Frühjahr (mit einem Spaten; mindestens 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche). Zum anderen ein ein- oder mehrmaliger Schnitt zu Beginn oder während der Blüte. Die Beweidung durch Schafe reduziert das Wachstum und lässt die Entwicklung anderer Arten zu. Ständige Kontrollen der Maßnahmen und eventuelle Wiederholung nach drei bis vier Wochen sind angebracht.

Susanne Wagner, Stand vom 08.03.2012

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