Bambus - stark und biegsam
Große Bedeutung in Kultur und Alltag
Bambus hat in allen asiatischen Ländern einen hohen Stellenwert - sowohl symbolisch in Kultur und Religion als auch praktisch im alltäglichen Leben, beispielsweise als Nutzpflanze. Bambus ist Baumaterial für Häuser und Möbel, Wasserrohre und Flöße, er ist Rohstoff für Haushalts- und Küchengeräte, für Papier, Musikinstrumente oder Waffen, er ist Nahrungsmittel (Bambussprossen), Viehfutter und sogar Medizin.
Zahlreiche Variationen
Der Bambus gehört zur Familie der Süßgräser. Wie ein Grashalm besitzt auch er flache Blattspreiten, einen hohlen Stängel mit Knoten, Ährchen und den gleichen Fruchtbau. Die Bambusgewächse bestehen aus 100 Gattungen mit rund 1300 Arten. Es gibt sie in allen Variationen: vom gigantischen Riesenbambus mit dicken, viele Meter hohen Stangen bis hin zum winzigen kriechenden Gras, das auch als Rasenersatz verwendet wird. Der Bambus bevorzugt es warm und sonnig, er verträgt keine Staunässe, kommt aber mit hoher Luftfeuchtigkeit gut zurecht. Heimisch sind die immergrünen Rohrgewächse vor allem in tropischen und regenreichen Gebieten: in Ostasien, aber auch in Südamerika und Afrika. Ihren Einzug als Zierpflanzen in europäische Gärten hielten sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts.
Stark wie ein Baum, biegsam wie eine Gerte
Seine Biegsamkeit verdankt der Bambus den langen, einzelnen Fasern, die lange Faserbündel bilden. Außerdem besitzt das exotische Gras einen hohen Gehalt an Kieselsäure. Beides zusammen machen die Biegsamkeit sowie eine enorme Festigkeit aus. Bambusgräser können bis zu 30 Meter hoch werden und einen Durchmesser von rund 30 Zentimeter erreichen. Man kann ihnen praktisch beim Wachsen zusehen: In nur 24 Stunden kann ein Halm gut einen Meter wachsen.
Die Wurzeln des Bambus wachsen wie ein unterirdischer Stamm. Im Frühling bringen die kräftig ausgebildeten Wurzelstöcke Sprossen hervor, aus welchen neue Bambusgewächse werden. Oft bilden sie dichte, waldartige Bestände. Viele Arten blühen nur alle zehn bis 120 Jahre, dann aber blüht der ganze Bambushain in der Regel zur gleichen Zeit. Die Blüte ist unscheinbar und bei einigen Gattungen sterben die Pflanzen nach der Fruchtreife aus Erschöpfung ab. Normalerweise pflanzt sich der Bambus nicht durch Samen fort, sondern verbreitet sich durch Sprösslinge.
Susanne Wagner, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Stoffe - Leinen, Tweed und Seide, 27.09.2007






