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Unsere heimischen Schlangen

In Deutschland gibt es noch sechs verschiedene Schlangenarten, die wir Ihnen im folgenden einmal genauer vorstellen wollen. Leider sind die meisten von ihnen in ihrem Bestand bedroht. Flurbereinigungen, aufgeforstete Wälder und verschmutzte Gewässer beschränken den Lebensraum der Schlangen auf wenige, hauptsächlich in Süddeutschland gelegene Gebiete.

Eingerollt liegt eine Kreuzotter auf dem Boden. (Rechte: picture-alliance/dpa)

Kreuzottern sind sehr scheue Tiere

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Die Kreuzotter (Vipera berus)

Kreuzottern sind giftig. Auch wenn ihr Biss für uns Menschen nur äußerst selten tödlich ist, sollte man es vermeiden, eine Kreuzotter anzufassen. Sie gehören zur Familie der Vipern und produzieren, wie alle Vipern, ein Gift, das Verdauungsenzymen ähnelt. Es schädigt Organe und Gewebe und bringt das Blut des Opfers zum gerinnen. Kreuzottern sind lebend gebärend, dass heißt ihre Jungen schlüpfen schon während dem Geburtsvorgang aus dem Ei und werden danach sich selbst überlassen. Sie werden 50 bis 80 Zentimeter lang. Die Giftschlangen sind in weiten Teilen Süddeutschlands verbreitet, kommen aber auch in Norddeutschland vor. Man erkennt sie leicht an der schwarzen oder braunen Zickzackmusterung auf dem Rücken, in feuchten Biotopen gibt es allerdings auch vollständig schwarze Exemplare.

Eine Aspisviper auf mossigem Walduntergrund. (Rechte: Mauritius)

Nur noch selten anzutreffen: die Aspisviper

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Die Aspisviper (Vipera aspis)

Das Gift der Aspisviper ist etwas stärker als das der Kreuzotter, aber auch ihr Biss ist für einen gesunden Menschen nicht tödlich. Die Aspisviper ist äußerst Wärme liebend und kommt in Deutschland nur noch vereinzelt im Südschwarzwald vor. Wie alle anderen Schlangen ist sie auf sonnige Lichtungen angewiesen, um ihren Körper aufzuwärmen. Einen geeigneten Lebensraum zu finden wird aber immer schwieriger, denn die ökologisch bewirtschafteten Wälder, aus denen nur vereinzelt Bäume entfernt werden, sind kein geeigneter Lebensraum für Schlangen. Die stark bedrohten Reptilien können weit über 20 Jahre alt werden und eine Körperlänge von mehr als 70 Zentimeter erreichen. Sie sind leicht an ihrem dreieckigen Kopf und der charakteristisch nach oben aufgeworfenen Schnauze zu erkennen. Auch die Aspisviper ist lebendgebärend. Jedes Jahr im Spätsommer bringt sie bis zu 18 Junge zur Welt.

Eine Äskulapnatter liegt auf einem Stein in einem Terrarium. (Rechte: Mauritius)

Das Wappentier der Heilkunst: die Äskulapnatter

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Die Äskulapnatter (Elaphe longissima)

Die ungiftige Äskulapnatter ist das Wappentier der Ärzte und Apotheker. Der altgriechische Gott der Heilkunst, Asklepios, hielt in seiner linken Hand einen Stab, um dessen Schaft sich eine Schlange wand. Der Äskulapstab galt als Symbol für Wohlstand, Wohlergehen und Fruchtbarkeit. Später wurden die griechischen Götter romanisiert, und im 3. Jahrhundert vor Christus wurde aus Asklepios der römische Gott Äskulap, der als gekrönte Schlange gekommen war, um den wütenden Pestepidemien in Rom ein Ende zu setzen.
Männliche Äskulapnattern werden bis zu 1,6 Meter lang, die Weibchen bleiben etwas kleiner. Auf der Jagd nach Beute erklimmt die grünlich, oder in anderen Farbschattierungen schillernde Würgeschlange sogar Bäume. Das Weibchen legt im Juni oder Juli fünf bis acht Eier, aus denen nach 60 Tagen die jungen Nattern schlüpfen. Äskulapnattern können an die 30 Jahre alt werden.

Eine Würfelnatter am Rande eines kleinen Teiches. (Rechte: Mauritius)

Würfelnattern lieben das nasse Element

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Die Würfelnatter (Natrix tessellata)

Würfelnattern sind Wasserschlangen. Durch die zunehmende Verschmutzung von Flüssen und Seen sind sie in Deutschland vom Aussterben bedroht. In Rheinlandpfalz gibt es nur noch drei Restpopulationen an der Mosel, der Nahe und der Lahn. Zur Eiablage sind die ungiftigen Nattern auf Schwemmgut und eine intakte Uferböschung angewiesen: Lebensräume, die an den begradigten Flüssen immer seltener werden. Würfelnattern sind flinke Schwimmer und gute Taucher. Ihre Beutetiere, Fische und Amphibien, erjagen sie meist unter Wasser. Aber auch an Land lassen sie sich einen Frosch, eine Kröte oder einen Salamander nicht entgehen.. Ihren Namen verdankt die gräulich, oder bräunlich-schwarze Schlange dem charakteristischen Würfelmuster auf ihrem Rücken.

Eine Ringelnatter liegt mit offenem Maul und verdrehtem Kopf auf scheinbar tot auf dem Boden. (Rechte: Mauritius)

Bei Bedrohung stellt sich die Ringelnatter tot

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Die Ringelnatter (Natrix natrix)

Ringelnattern sind semiaquatisch, dass heißt sie leben sowohl im Wasser als auch an Land. Bei Gefahr flüchten die scheuen Reptilien meist ins Wasser und tauchen ab. Gelingt es der ungiftigen Schlange nicht vor dem Feind zu fliehen, versprüht sie eine übel riechende Flüssigkeit oder stellt sich tot, indem sie sich auf den Rücken dreht und die Zunge aus dem Maul hängen lässt. Jagen tun die guten Schwimmer aber meistens an Land. Hat eine Ringelnatter eine Kröte, einen Salamander, einen Molch oder einen Fische erbeutet, frisst sie das wehrlose Tier bei lebendigem Leibe auf, ohne es vorher zu ersticken. Weibliche Ringelnattern sind größer als ihre männlichen Artgenossen, in seltenen Fällen werden sie bis zu 2 Meter lang. Obwohl die Ringelnatter noch immer eine der häufigsten heimischen Schlangenarten ist, hat sich auch ihr Bestand bedenklich verringert.

Eine Glatt- oder Schlingnatter. (Rechte: Mauritius)

Die kleinste heimische Schlange: die Schlingnatter

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Die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca)

Die Schlingnatter ist deutlich seltener und gefährdeter als die Ringelnatter. Sie wird selten über 70 Zentimeter lang und ist damit die kleinste heimische Schlangenart. Mit ihrem gefleckten grauen Rücken könnten besonders die Weibchen von Laien mit der Kreuzotter verwechselt werden. Die runden Pupillen sind jedoch ein eindeutiges Merkmal der ungiftigen Natter. Im Gegensatz zu den übrigen heimischen Natternarten ist die Schlingnatter lebendgebärend und bringt jedes Jahr bis zu 15 Junge zur Welt, die sich vom ersten Tag an selbst versorgen. Schlingnattern ernähren sich von Eidechsen und Blindschleichen, zuweilen fressen sie auch andere junge Schlangen. Ihre Beutetiere töten sie vor dem Verzehr durch Erdrosseln.

Pia Prasch, Stand vom 01.06.2009

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