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Queen Mary 2 - Aufbau eines Luxusliners

Ein Luxusliner erinnert oft an eine kleine Stadt. Wenn der Gast aus seiner Kabine tritt, hat er die Qual der Wahl: Ob Restaurants, Sportmöglichkeiten, Massage-Salons, Friseure oder Unterhaltung in Theatern, Discos oder Casinos - je größer das Schiff, desto größer ist die Auswahl. Auch auf der Queen Mary 2, einem der bekanntesten Passagierschiffe der Welt, ist das nicht anders.

Die Queen Mary2 in voller Fahrt. (Rechte: dpa)

Das Flaggschiff der Luxusklasse

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Geburt eines Luxusliners

Die Queen Mary 2 (QM2) ist das Vorzeigeschiff der englischen Cunard-Reederei. Ihr Vorgänger ist der Atlantikliner Queen Mary, der lange Zeit Auswanderer nach Amerika transportierte. Mit 800 Millionen Dollar war die QM2 bei ihrer Fertigstellung im Jahr 2004 das teuerste und mit 345 Metern Länge auch das längste Passagierschiff der Welt.

Die Aufgabe von Kreuzfahrtschiffen ist normalerweise nicht die Überquerung des Atlantiks, sondern die Beförderung von Passagieren entlang touristischer Ziele. Dementsprechend ist die QM2 als Schiff mit Transatlantik-Route kein Kreuzfahrt- sondern ein Passagierschiff in der Tradition der Ozeandampfer. Sie unterscheidet sich deshalb vor allem im äußeren Aufbau von anderen Schiffen ähnlicher Größenordnung. Dass sie trotzdem häufig als Kreuzfahrtschiff bezeichnet wird, liegt unter anderem daran, dass der Luxus der Innenausstattung sich mit jedem Kreuzfahrtschiff messen kann. Hinzu kommt, dass die QM2 neben ihren Atlantikrouten bisweilen wie ein reguläres Kreuzfahrtschiff in Inselgebieten oder vor Küsten kreuzt.

Ein Mann läuft durch einen der Gänge auf der Queen Mary 2. (Rechte: Picture alliance)

250.000 Quadratmeter Teppich

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15 Decks bis zum Schornstein

Als die Queen Mary 2 zum ersten Mal in den Hafen von New York einläuft, ist sie ein beeindruckender Anblick. Von der Wasserlinie bis zum Schornstein ist sie 74 Meter hoch und damit fast so groß wie die Freiheitsstatue. Es mag wie ein Wunder der Physik wirken, dass ein solcher Luxusliner unter Wasser nur ungefähr zehn Meter in die Tiefe reicht. Doch zehn Meter sind viel in der Seefahrt; vor allem aufgrund seiner Schrauben darf das Schiff viele Häfen der Welt nicht anlaufen - die Hafenanlagen sind einfach nicht tief genug und oft auch zu kurz: Würde man die QM2 senkrecht aufrichten, wäre sie so groß wie das Chrysler Building in New York. Im Schiff sind 250.000 Quadratmeter Teppich verlegt, was einer Fläche von fast 34 Fußballfeldern entspricht.

Für die Maximalbelegung von ungefähr 2600 Gästen braucht es noch einmal halb so viele Servicekräfte. Das Schiff beherbergt zu Spitzenzeiten fast 1300 Crewmitglieder, von Matrosen, Köchen, Kellnern, Technikern, Tanzlehrern und Kindergärtnern bis hin zu Fotografen und Ärzten.

Der Bug der Queen Mary 2. (Rechte: dpa)

Die Technik bleibt dem normalen Passagier verborgen

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Im Bauch der Queen: Technik

Als Atlantikliner hat die QM2 einen bei Kreuzfahrtschiffen unüblichen, spitz zulaufenden Rumpf. In ihm sind 300.000 Stahlplatten verbaut, um große Wellen wie ein Messer zu durchschneiden. Zudem braucht das Schiff, wie die meisten Kreuzfahrtschiffe, vier massive Stabilisatoren: stabile Metallkonstruktionen, die im Fall unruhiger See wie Flossen auf Meereshöhe rechts und links ins Wasser ausgefahren werden.

Ebenfalls noch unter der Wasseroberfläche befindet sich Deck B, der Maschinenraum, dessen Turbinen eine Stadt wie Erfurt (circa 200.000 Personen) mit Strom versorgen könnten. Aus dem Maschinenraum laufen 2500 Kilometer Kabel durch das gesamte Schiff - was etwa der Strecke von München nach Istanbul entspricht. Die Elektronik liefert unter anderem den Strom für 80.000 Glühbirnen, 5000 Feuermelder und 3000 Telefone. Über dem Maschinenraum liegt Deck A, wo sich Lagerräume und die Kabinen der Crew befinden. Noch ein Stockwerk höher, auf Deck Eins, wird getendert, also Sorge für alles getragen, was auf dem Schiff organisatorisch passiert - zum Beispiel die Einteilung der Crew.

Das größte Restaurant auf der Queen Mary 2, in der Mitte der Kapitänstisch. (Rechte: dpa)

Hier speist bisweilen auch der Kapitän

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Die Mitteldecks: Unterhaltung und Kulinarisches

Auf den zwölf Passagierdecks über Deck Eins befindet sich ein komplexes kulinarisches Versorgungsnetz mit zehn Restaurants, dazu Bars und Lounges. Um alle Gäste zu versorgen, verteilen sich auf insgesamt 3200 Quadratmetern zehn Küchen mit möglichst kurzen Wegen. Die Vorräte werden sorgsam überwacht, per Computer wird jedes Nahrungsmittel abgezählt und vom zuständigen "Food & Beverage Manager" nachbestellt. Der hat übrigens mit dreieinhalb Streifen auf der Uniform den Rang eines Offiziers. Dies ist eine Besonderheit solch schwimmender Hotels, wie es die Queen Mary 2 ist: Hier gibt es nicht nur nautische Offiziere, auch hochrangige Posten (wie der Leiter der zwölf Bars an Bord) werden mit einem Offiziersrang ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung hat mit vier Streifen der Hotelmanager.

Aufnahme der Vorderfront der Queen Mary 2, daneben der Hamburger Michel. (Rechte: ddp)

Von der Brücke wird die QM2 gesteuert

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Am Bug des Schiffes, relativ weit oben, befindet sich die Brücke, von der aus das Schiff navigiert wird. Meist wird die Queen Mary 2 als Flaggschiff ihrer Reederei vom obersten Kapitän der Flotte, dem Commodore, gesteuert. Es gibt aber auch noch zwei Ersatzkapitäne. Die Kapitäne wechseln sich untereinander ab, fahren jeweils vier Monate zur See und haben danach zwei Monate Urlaub.

Für alle an Bord gilt: Unterhaltung hat oberste Priorität. Mit 8000 Büchern beherbergte die QM2 zeitweise die größte schwimmende Bibliothek der Welt. Man begann außerdem bald Bilder zu kaufen, sodass das Schiff heute auch die erste schwimmende Kunstgalerie ist. In Erinnerung an die Zeit der klassischen Kreuzfahrten findet sich auf dem Schiff außerdem der weltweit größte schwimmende Ballsaal, zu dem unter anderem mehrere "Gentleman Dance Hosts" gehören. Das sind ältere Herren, deren einzige Aufgabe an Bord der Tanz mit alleinreisenden Damen ist. Der Theater- und Kinosaal hat eine eigene Theatertruppe und lässt sich bei Bedarf auch zum einzigen Planetarium auf See machen.

Zwei Passagiere stehen am Geländer und schauen auf den Pool auf einem der Sonnendecks. (Rechte: Mauritius)

Raum für Sonnenbad und Sport

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Auf den Sonnendecks: Sport und Freizeit

Die oberen Decks bieten den Urlaubern reichlich Raum für Sonnenbäder, Badevergnügen und Sport: So verfügt die QM2 wie viele Kreuzfahrtschiffe über einen Jogging-Pfad, der auf fast einem Kilometer um die Aufbauten des Schiffes führt. Auch Golf oder Tennis kann man auf heutigen Luxuslinern spielen. Eine Kletterwand ist fast schon obligatorischer Zusatz, Swimmingpools und Hallenbäder gehören ebenfalls zur Grundausstattung. So sind auf der QM2 fünf Pools über verschiedene Decks verteilt.

Höher hinauf als bis zum Schornstein kommt man nicht mehr. Von dort ertönt das Schiffshorn. Die QM2 kann damit im Umkreis von 18 Kilometern auf sich aufmerksam machen - wäre also beispielsweise bei einer Fahrt durch die Straße von Gibraltar problemlos sowohl an der spanischen als auch an der marokkanischen Küste zu hören.

Laura Niebling, Stand vom 12.12.2011

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