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Themenkreuzfahrten

Das Sprichwort "Gleich gesinnt macht gute Freunde" gilt wohl nirgendwo so sehr wie beim Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen. Nichts ist ärgerlicher, als auf einem begrenzten Raum mit Leuten eingesperrt zu sein, die vollkommen andere Lebensentwürfe haben als man selbst. Das erkannten auch die Reedereien und entwickelten eine neue Art der Schiffsreise: die Themenkreuzfahrt.

Viele Menschen liegen aufgereiht auf Sonnenliegen auf einem Kreuzfahrtschiff. (Rechte: WDR)

Gleiche Vorlieben sind wichtig

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Adam und Eva auf hoher See

Relativ simpel, aber ziemlich effektiv ist es, den Passagieren die Möglichkeit zu bieten, an Bord einen persönlichen Fetisch auszuleben. Dementsprechend richteten sich einige der ersten Themenkreuzfahrten an Nudisten. An Bord tragen alle nur so viel Kleidung, wie sie möchten. Ansonsten wird das normale Rahmenprogramm einer Kreuzfahrt angeboten. Als im Jahr 2004 ein großes Kreuzfahrtschiff ablegte, um die Naturismus-Anhänger zu den schönsten Orten im Mittelmeer zu bringen, war die Aufregung groß. Dabei war das Phänomen nicht neu. Bereits in den 60er Jahren waren Liebhaber der Freikörperkultur (FKK) dort zur See gefahren - diese Fahrten waren allerdings nicht von Reedereien, sondern von FKK-Verbänden organisiert.

Naturisten liegen an Deck eines Kreuzfahrtschiffes. Schwarz-Weiß Foto. (Rechte: dpa)

Naturisten auf hoher See

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Bei Nudistenkreuzfahrten geht es um Freikörperkultur, nicht um Sex. Für Kreuzfahrten mit einem Schwerpunkt auf Erotik oder Geschlechtsverkehr war lange Zeit ein finnischer Fährverband zuständig. Bis Herbst 2004 wurden auf der Fähre "Silja Opera" Single-Kreuzfahrten durchgeführt, bei denen es vor allem darum ging, finnische Singles möglichst schnell und unkompliziert zueinander zu bringen. Das Konzept Party-Fähre war 20 Jahre lang populär, dann allerdings dokumentierte das finnische Fernsehen die Zustände an Bord der "Silja Opera": von stark alkoholisierten Jugendlichen übers Nacktbaden bis hin zu Strip-Einlagen und Orgien in den Kabinen - die Finnen waren empört und die Fahrten wurden eingestellt.

Die "Disney Dream" auf einer Fahrt in der Nordsee. (Rechte: dpa)

Reisen mit Mickey Maus

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Zwischen Comics, Vampiren und Whiskey

Wer mit wem - auch ohne sexuellen Hintergedanken - ist eine wichtige Frage, wenn die Kreuzfahrt entspannend sein soll. So ziehen die Reisen auf den Schiffen des Unternehmens "Disney" vor allem Kinder und ihre Familien an. Hier gibt es ein speziell auf Kinder abgestimmtes Programm, begleitet wird die Fahrt von berühmten Disney-Figuren wie Mickey Mouse oder Goofy.

Ebenfalls beliebt in Amerika ist die Rückbesinnung auf die europäischen Wurzeln. So erfreuen sich beispielsweise "Irish-Themed Cruises" eines großen Zulaufs, also Kreuzfahrten, die sich mit dem Lebensstil der Iren beschäftigen. Dabei werden Familien wiedervereinigt, die sich zum Teil seit Jahrzehnten nicht gesehen haben, und irische Traditionen hochgehalten. Auf Fahrten entlang der amerikanischen Küste oder in der Karibik spielen irische Bands, es gibt Wettbewerbe in traditionellen Tänzen, man kann seine Gälisch-Kenntnisse erproben und natürlich Whiskey und Bier verkosten.

Gäste dinieren in Kostümen des Viktorianischen Zeitalters. (Rechte: Interfoto)

Auch ein beliebtes Thema: das Viktorianische Zeitalter

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Auch mithilfe von Hobbys oder Vorlieben lassen sich Reisende gut gruppieren. Ob es die Leidenschaft für Sport oder Schach oder die Begeisterung fürs Theater ist - fast alles lässt sich in Themenreisen verwirklichen. So kann man auf Schiffen lernen, wie Schokolade hergestellt wird oder mit Autoren über ihre Werke diskutieren.

Eine interessante Zielgruppe sind auch Kinofans. So bot im August 2010 eine niederländische Reederei eine Kreuzfahrt an, die die wichtigsten Schauplätze aus der populären "Twilight"-Trilogie der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer anfuhr. Mit an Bord waren auch einige der Schauspieler; zum bunten Rahmenprogramm gehörte natürlich auch ein Kostümball - stilechte Vampirkostüme inklusive.

Die Mitglieder von 'Manfred Mann' sitzen auf der Reling des Kreuzfahrtschiffs Chusan. (Rechte: dpa)

Die Gruppe "Manfred Mann" an Bord eines Kreuzfahrtschiffs

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Mit Musik kreuzt es sich besser

Die Tradition, Musikgruppen auf Schiffen auftreten zu lassen, ist fast so alt wie die Geschichte des komfortablen Reisens. Schon an Bord der Titanic sorgte eine Kapelle für die musikalische Abendunterhaltung. Je wichtiger das Geschäft mit den Schiffsreisenden wurde, desto mehr Geld investierten die Reedereien in die Musiker an Bord.

Während Musik zunächst beim Diner oder bei den exklusiven Bällen als intellektuelle und künstlerische Bereicherung diente, gewann sie in der neueren Kreuzfahrtgeschichte vor allem als Zerstreuung für allabendliche Tanzveranstaltungen an Bedeutung. Auch bekannte Gruppen wie "Manfred Mann" begleiteten Kreuzfahrten und wirkten als Werbeträger für das junge Publikum.

Diese Tradition und der moderne Trend zur Festivalkultur führten zu einem musikalischen Großprojekt auf hoher See. Im Januar 2011 kam auf dem Luxusliner "Majesty of the Seas" in der Karibik zusammen, was dem ersten Anschein nach nicht zusammenpasst. Die Musikrichtung Heavy Metal ist für den normalen Kreuzfahrt-Passagier vermutlich vor allem eine Lärmbelästigung, was wiederum den beinharten Metal-Fan eher von Kreuzfahrten abhält. Der "70.000 Tons of Metal-Cruise" war ein schwimmendes Festival mit 40 Bands, auf dem 2000 Metal-Fans zur Musik von Gruppen wie "Blind Guardian", "Fear Factory" oder "Rage" lärmend durch die Karibik kreuzten.

Laura Niebling, Stand vom 12.12.2011

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