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Optische Wahrnehmung - das Auge und das Sehen

Für viele Menschen ist das Auge das wichtigste Sinnesorgan. Doch erst seit rund 380 Jahren haben die Menschen genauere Kenntnis darüber, wie das Auge arbeitet. Bis dahin hielt sich die auf die alten Griechen zurückgehende Theorie, dass die Augen Strahlen aussenden, die Gegenstände erfassen und sichtbar werden lassen. Anfang des 17. Jahrhunderts brachten die Untersuchungen des deutschen Mathematikers und Physikers Christoph Scheiner dann Licht in das Dunkel. Er konnte nachweisen, dass Licht in das Auge eindringt und ein umgekehrtes Bild auf die Netzhaut projiziert.

Das Auge einer Frau in Nahaufnahme. (Rechte: Mauritius)

Erst seit dem 17. Jahrhundert weiß die Wissenschaft mehr über das Auge

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Das Auge und die Wahrnehmung

Da die Augen sehr empfindlich sind, liegen sie gut geschützt in der Augenhöhle. Augenbrauen, Lider und Wimpern verhindern zusätzlich das Eindringen kleiner Fremdkörper. Der Augapfel ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlkörper, der ähnlich wie ein Fotoapparat einfallendes Licht bündelt und in Nervensignale umwandelt. Sie werden dann an das Gehirn zur Verarbeitung weitergeleitet.

Das menschliche Auge im Querschnitt. (Rechte: Mauritius)

Das menschliche Auge

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Zunächst jedoch wird Licht auf der konvexen Hornhaut (Cornea) aufgefangen, bevor es durch die Pupille in das Augeninnere fällt. Die Pupille ist eine kleine Öffnung, die sich durch einen ringförmigen Muskel, die Iris, in der Größe verändert. Dahinter liegt die Linse, die das Licht so bündelt, dass die Strahlen aus einer bestimmten Entfernung in genau einem Brennpunkt (Fovea) auf der Netzhaut zusammentreffen. Liegt der Brennpunkt davor oder dahinter, kann der Gegenstand nicht scharf wiedergegeben werden. Das Auge ist also entsprechend kurz- oder weitsichtig. Diese Form der Fehlsichtigkeit lässt sich mit einer Brille oder Kontaktlinsen leicht korrigieren.

Überlastung führt zu Sinnestäuschungen

In der Netzhaut (Retina) vorhandene Nervenzellen (rund 130 Millionen), so genannte Rezeptorzellen, wandeln in einem chemischen Prozess die Lichtstrahlen in Nervenimpulse um. Man unterscheidet dabei zwei verschiedene Rezeptoren: die Stäbchen und die Zapfen. Die extrem lichtempfindlichen Stäbchen sind besonders wichtig für das Sehen bei Dunkelheit. Ist ihre Funktion gestört, spricht man von Nachtblindheit. Die Zapfen reagieren erst auf stärkeren Lichteinfall und ermöglichen das Erkennen von Farben. Daher sieht man im Dunkeln alles in Grautönen.

Über die 800.000 Nervenzellen, die im Sehnerv gebündelt sind, werden die Impulse zur weiteren Verarbeitung an das Gehirn geleitet. Erst dort wird das bewusste Sehen ermöglicht. Wo der Sehnerv an der Netzhaut austritt, befinden sich keine Rezeptoren, dort wird also kein Bild wahrgenommen. Deshalb heißt diese Stelle auch der "Blinde Fleck".

Störungen und Überlastungen dieser Funktionen können eine ganze Reihe von Sinnestäuschungen verursachen. Kontraste werden nicht richtig wahrgenommen, wenn die Nervenzellen auf Grund zu starker Reize überreagieren. Sind die Sehzapfen überfordert, kann es zu Problemen bei der richtigen Farbwiedergabe kommen. Solche starken Reize werden allerdings meist durch künstlich hergestellte Übertreibungen hervorgerufen. Auf die normalen visuellen Reize unserer Umwelt sind das menschliche Auge und Gehirn eingestellt.

Günter Wagner, Stand vom 01.06.2009

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