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Zoos

Bereits im alten Ägypten wurden wilde Tiere in Gehegen gehalten, Tiergärten galten als Prestigeobjekt und symbolisieren Macht. Später galten exotische Tiere aus fremden Ländern als Kuriosum, der Zoobesuch war reine Volksbelustigung. Heute müssen Zoologische Gärten mehrere Aufgaben erfüllen: Sie gelten als Ort der Erholung und Bildung, als Forschungsstätte und als Reservat für bedrohte Tiere.

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Geburtenkontrolle bei Flusspferden (2'34'')
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Nachzucht statt Wildfang

Während es in früheren Zeiten recht einfach war, den Tierbestand eines Zoos immer wieder durch den Import von Wildfängen zu ergänzen, ist dies heute aus verschiedenen Gründen kaum noch möglich. Zum einen sind viele Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen sehr selten geworden und daher schwierig zu fangen. Zum anderen gibt es internationale Übereinkommen, die bedrohte Tierarten unter strengen Schutz stellen und den Handel mit Wildtieren kontrollieren. Nicht zuletzt fühlen sich viele Zoos verpflichtet, die Einfuhr von Wildfängen - ob die Arten bedroht sind oder nicht - auf das absolut notwendige Minimum zu begrenzen. Zoologische Gärten seien daher bemüht, so das Argument vieler Zoofreunde, sich selbst erhaltende Populationen aufzubauen und mittels einer kontrollierten Zucht einen Beitrag zur Erhaltung bedrohter Arten zu leisten.

Ein ausgewachsener Eisbär springt von einem Felsen ins Wasser. (Rechte: dpa)

Ein artgerechtes Gehege ist enorm wichtig

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Komfortwohnung für Zootiere

Zoobefürworter loben die artgerechte und naturnahe Haltung heutiger Zoos. Das moderne Zoomanagement kann dabei auf Kenntnisse und Erfahrungen zurückgreifen, die in mehr als 150 Jahren Zoogeschichte gesammelt wurden. Während früher vor allem die körperliche Gesundheit der Tiere im Vordergrund stand, so wird heute auch die Psyche der Tiere berücksichtigt. Statt winziger Käfige werden die natürlichen Lebensräume der Tiere nachgebildet. Eisbärengehege erinnern an polare Eislandschaften und Affenkäfige präsentieren sich als Dschungel. Während Tiere in freier Wildbahn viel Zeit mit der Suche nach Nahrung oder der Flucht vor Feinden verbringen, bleibt ihnen diese Mühe im Zoo erspart. Langeweile und Verhaltensstörungen können sich einstellen. Viele Zoos bemühen sich daher den Tieren abwechslungsreiche Lebensbedingungen, etwa durch Fütterung, Spielzeuge und andere spezielle Ausstattungen zu bieten. Diese Maßnahmen - das so genannte "Behavioural Enrichment" - sollen den Tieren ein Ausleben ihres arteigenen Verhaltens ermöglichen und freie Zeit füllen.

Zwei Rothunde in einem Gehege. (Rechte: dpa)

Rothunde haben nur in Zoos eine Überlebenschance

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Letzte Zuflucht Zoo

Zoologische Gärten sehen sich heute als letzte Zuflucht vieler bedrohter Arten. Die in den Zoos gezüchteten Individuen können in Schutzgebieten innerhalb ihres ehemaligen Verbreitungsgebietes wieder ausgebürgert werden und so zur Neubildung oder Verstärkung von Populationen in der Natur beitragen. Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass solche Projekte der Wiederansiedlung und Bestandsaufstockung zum Überleben vieler Tierarten beitragen können. Um die Vermehrung von Zoo-Tieren zu intensivieren haben Forscher im San-Diego-Zoo in Kalifornien den "Frozen Zoo" eingerichtet, die größte Tier-Gen-Bibliothek der Welt. Eingefroren bei minus 195 Grad Celsius sind hier Gewebeproben von 370 Tierarten konserviert, die vom Aussterben bedroht sind. Genanalysen klären den Verwandtschaftsgrad, vermeiden Inzucht und helfen bei der Erforschung von Krankheiten. Die gefrorenen Gewebeproben sollen helfen, die genetische Vielfalt zu bewahren.

Susanne Wagner, Stand vom 30.09.2010
Sendung: Grzimeks (Tier-)Leben – Von Safaris, Tierfilmen und Schicksalsschlägen, 01.10.2010

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Bildcollage zum Thema Tier und Mensch (Rechte: SWR)

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