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Lebensraum Stadt

Füchse in Berlin, Wanderfalken in Köln und Biber hinter dem Deutschen Museum in München – Tiere suchen ihr Zuhause immer häufiger in der Stadt und am Stadtrand. Im Mauerwerk der Häuser, im Schrebergarten oder in der Nähe eines Parktümpels finden sie ihre Nischen, vom Mensch geschaffen. Ein Steifzug durch die Stadt.

Ein Fuchs und eine Elster im Park. (Rechte: Mauritius)

Fuchs und Elster sind Nachbarn in der Stadt

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Häuser

An der Wand eines Mehrfamilienhauses leben vor allem Insekten. Im Boden sind Ameisennester zu finden und Sandbienen haben Löcher gegraben, um hier ihre Eier abzulegen. Auch andere Insekten, Spinnen, Asseln und Tausendfüßler halten sich in der Nähe des Hauses auf. Ein Mauseloch deutet darauf hin, dass auch diese kleinen Säugetiere in der Stadt ihre Nische gefunden haben. Ein Hermelin hat schon die Fährte aufgenommen.

Auf dem Balkon des Hauses wachsen einige Topf- und Kübelpflanzen, um die zahlreiche Insekten schwirren. Schmetterlinge und Bienen saugen den Nektar aus den Blütenkelchen, Meisen picken Samen aus einer Sonnenblume. Wenn der Balkon meist ruhig und menschenleer ist, lassen sich Amseln im Nistkasten nieder.

Drei Tauben auf einem Dachfirst. (Rechte: Mauritius)

Hausdächer dienen als Aussichtspunkte

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Dächer

Am Dach haben es sich Mauersegler und Schwalben zum Wohnen und Nisten eingerichtet. Sie sind normalerweise typische Landbewohner. Auch Siebenschläfer nutzen gern den trockenen Wohnraum in luftiger Höhe als Behausung. Häuserdächer sind deshalb so attraktiv, weil sie einen guten Blick auf die Stadt bieten. Das ist für Ringeltauben, Falken, Krähen, Elstern und Stare wichtig zur Orientierung und zum Schutz vor Fressfeinden am Boden. Aber Vorsicht, Waschbären lieben Dächer und plündern gern Gelege von Vögeln. Vor der Industrialisierung waren viele dieser Tiere noch Landbewohner. Die seitdem entstandenen Stadt- und Industriebauten bieten ihnen nun einen attraktiven Lebensraum.

Drei junge Turmfalken in einem Kirchturmfenster. (Rechte: Mauritius)

Kirchen sind begehrte Nistplätze von Falken

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Kirchen

Kirchen gehören in den Städten zu den ältesten Gebäuden, die zwar immer wieder belebt, dann aber auch wieder menschenleer sind. Ein idealer Platz für scheue Tierarten. Fledermäuse finden in den Kirchgewölben Ruheräume. Käuze, Schleiereulen und andere Greifvögel sitzen in den Fenstern der Glockentürme auf der Lauer. Der Turmfalke wartet auf Mäuse, die ihre Nester verlassen und über den Kirchplatz oder den angrenzenden Friedhof auf Nahrungssuche gehen. Wie der Turmfalke warten auch die Felsbrüter Habicht und Mäusebussard auf dem Kirchendach auf Beute und greifen zu.

Ein Rotkehlchen auf einem Ast. (Rechte: Imago)

Rotkehlchen bevorzugen ruhige, menschenleere Plätze

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Parkanlagen

Alte Bäume bieten vielen Kleinlebewesen im Park ein Zuhause. Fressfeinde sind nicht weit. Hungrige Kleiber und Spechte machen sich auf die Suche nach Grasmücken. Parks sorgen für Ruhe und Entspannung und sind zeitweise menschenleer. Tümpel, kleine Flüsse und Pfützen laden dann Füchse, Dachse, Waschbären, Kaninchen und Marder zur Fellreinigung oder einem Schluck gegen den Durst ein. Auch Vögel betreiben an Wasserstellen Gefiederpflege, bevor sie sich auf einem Ast zum Balzen niederlassen. Aber Vorsicht, die Katze naht. Und wenn es dunkel wird, gehen die Wildschweine von Mülleimer zu Mülleimer auf Futtersuche.

Grüne Wiese vor Förderturm (Rechte: Imago)

Lebensraum für seltene Arten

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Industriebrachen

Brachlandschaften bieten Lebensräume für seltene Arten. Eidechsen nutzen zum Beispiel alte Gleise und Balken, um sich auf ihnen zu sonnen. Viele Insektenarten finden auf den Brachen Blütenpflanzen, von deren Nektar sie sich ernähren. Mit den Insekten haben sich seltene Vogelarten wie der Neuntöter angesiedelt. Vom Aussterben bedrohte Kreuzkröten finden auf den Brachen zurück ins Leben. Schrott aus dem einstigen Industriebetrieb bietet Kleinsäugetieren wie Mäusen und Ratten einen Unterschlupf. Und in mancher Pfütze legen im Frühjahr Amphibien wie Molche und Unken ihre Eier ab, die nächsten Bewohner der Industriebrache wachsen heran.

Axel Wagner/Claudia Kynast, Stand vom 25.01.2011

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