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Tiere im Heim

Haustiere sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken - Tierliebe scheint uns Menschen in die Wiege gelegt zu sein. Für viele unter uns sind Hunde, Katze & Co eine Stütze im Alltag und für Kinder bedeuten sie oft die erste große Verantwortung. Man muss die vierbeinigen Freunde einfach ins Herz schließen. Dennoch gibt es auch andere Bilder: Gequält, vernachlässigt und vergessen - nicht selten ist das Tierheim die Endstation für die einst so geliebten Schmusetiere.

Hund in einem Tierheim (Rechte: Mauritius)

Endstation Tierheim

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Geschichte des Tierschutzes

Tiere begleiten den Menschen seit Jahrhunderten. Vor allem im Zuge der ersten industriellen Revolution gewannen sie als Last- und Zugtiere in der Landwirtschaft und zur Beförderung von Personen und Gütern an Bedeutung. Ab 1830 setzte man Pferde auch im Bergbau ein. Die Tiere zogen sich bei der Arbeit oft schwere Verletzungen zu und verbrachten Jahre unter Tage. Im Zuge der aufkommenden Tierschutzbewegung war es wichtig, sowohl das einzelne Tier vor Übergriffen zu schützen als auch die neue, systematische Ausnutzung von Tieren in moralisch verträgliche Bahnen zu lenken. In England wurde 1822 das erste Tierschutzgesetz vom Parlament verabschiedet - ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Pferd zieht einen Kohlewagen aus einer Mine (Rechte: Mauritius)

Pferde wurden früher im Bergbau eingesetzt

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In Deutschland war es der protestantische Stadtpfarrer Stuttgarts, Adam Dann, der 1819 den ersten Aufruf mit dem Titel "Bitte der armen Thiere" verfasst hatte. Sein Nachfolger Albert Knapp setzte die Arbeit seines Vorgängers fort und gründete 1837 den ersten deutschen Tierschutzverein in Stuttgart. Heute gibt es hunderte Tierheime sowie unzählige Tierschutz- und Tierrechtsvereine und mit dem "Deutschen Tierschutzbund" den größten und wichtigsten Dachverband Europas. Die Tierschutzbewegung hat viel erreicht. Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft erkennen Tiere heute als leidensfähige und schützenswerte Mitgeschöpfe an.

Tierheime in Deutschland

Deutschland gilt heute im Tierschutz als vorbildlich, ganz einfach weil es wohlorganisiert ist und weil es ein großes Netz mit Dachverbänden gibt. Die genaue Anzahl der Tierheime ist nicht erfasst, aber allein mehr als 519 Tierheime sind dem "Deutschen Tierschutzbund" angeschlossen. Dazu kommen noch weitere städtische oder private Einrichtungen. Oder Tierheime, die sich anderen Dachverbänden wie zum Beispiel dem "Bund gegen den Missbrauch der Tiere" angeschlossen haben. Grob kann man sagen, dass in Deutschland rund sechs Millionen Hunde in Tierheimen leben, jährlich sind es etwa 300.000, welche die Einrichtungen durchlaufen.

Strassenhunde in Bukarest (Rechte: Mauritius)

Keiner kümmert sich

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Tierschutz im Ausland

Auch wenn sie oft traurige Schicksale hinter sich haben - Findlingen in Deutschland geht es verhältnismäßig gut, denn es findet sich in der Regel ja jemand, der sich um sie kümmert. Ganz anders sieht das meist in südlichen oder osteuropäischen Ländern aus. Rumänien, Polen und Ungarn zum Beispiel: Unzureichende, baufällige Unterkünfte in den dortigen Tierheimen und nicht zuletzt auch die winterliche Kälte machen Tierheiminsassen dort das Leben schwer. Und ähnlich wie auch in vielen Mittelmeerländern gibt es dort natürlich auch Tötungsstationen.

Es ist kein Geheimnis, dass jedes Jahr in Touristenhochburgen sogenannte Säuberungsaktionen stattfinden - das heißt nichts anderes, als dass vor der Saison streunende Tiere wie zum Beispiel Hunde und Katzen eingesammelt und getötet werden. Doch mittlerweile gibt es Mittel und Wege, auch in solchen Ländern in Sachen Tierschutz unterstützend zu wirken und es finden sich immer mehr Tierfreunde, die auch über die Grenzen Deutschlands hinweg tätig werden.

Logo des Deutschen Tierschutzbundes (Rechte: dpa)

Eine hauptächlich ehrenamtliche Tätigkeit

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Engagement im Tierschutz heute

Auch wenn die Gründerväter des Tierschutzes in Deutschland in erster Linie Männer waren, sind es heute vorrangig Frauen, die sich im Tierschutz engagieren. Warum das so ist, darüber gibt es die wildesten Spekulationen. Es gibt Leute, die behaupten, das läge am höheren Östrogenspiegel, der einen Beschützerinstinkt auslöst - und/oder einem sogenannten "Helfer-Gen". Fakt ist und bleibt aber, dass sich im Tierschutz, der stark auf Gelder der öffentlichen Hand, aber auch auf Spender und ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen ist, nur wenig Geld verdienen lässt. Und das dürfte wohl das ausschlaggebende Argument sein, denn wie sollte zum Beispiel ein Tierpfleger mit seinem geringen Einkommen als Familienoberhaupt Frau und Kinder ernähren?

Das Tierheim Landau

Unsere Expertin im Studio ist die Tierärztin Judith Heckel, die gleichzeitig das Tierheim in Landau leitet. Das Heim ist ein verhältnismäßig kleines, eher ländliches Tierheim und hat sicherlich andere Probleme als zum Beispiel ein Großstadt-Tierheim. Man hat es dort mit einer recht bodenständigen Klientel zu tun. Ein großes Problem im ländlichen Bereich ist zum Beispiel die reine Hofhaltung von Hunden - also Hunde, die zwar nicht unbedingt angekettet sind, aber nie spazieren gehen dürfen. Im Schnitt sind im Tierheim Landau 30 Hunde, 25 Katzen und etwa 20 Kleintiere zu betreuen. Der Tag beginnt um 8 Uhr mit Füttern, Putzen, Ställe und Zwinger reinigen und dann - je nach Wochentag - Administratives, die Tierarztpraxis, Gassi gehen, Tierschutzunterricht und auch die Ausbildung der ehrenamtlichen Gassigeher.

Kerstin Zeter, Stand vom 24.06.2010
Sendung: Hilfe im Tierheim - Zuflucht für Hund, Katz' und Co, 24.06.2010

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Bildcollage zum Thema Tier und Mensch (Rechte: SWR)

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