Was tun bei Quallenverletzungen?
Quallenschutzcreme und Quallenjäger
Quallen leben in fast allen Weltmeeren. Die gefährlich Giftigen findet man aber nur in tropischen und subtropischen Zonen: die sogenannten Würfelquallen. In den nördlichen Regionen kommen nur recht harmlose Exemplare vor, wie die weniger giftigen Schirmquallen. Wer also im Mittelmeer, in Nord- oder Ostsee mit den Tentakeln der Quallen in Berührung kommt, verspürt meistens nur ein unangenehmes Brennen, das aber nach einigen Stunden nachlässt. Wer sich davor schützen will, sollte eine spezielle Sonnencreme benutzen. Israelische Forscher haben 2005 eine Kombination aus Sonnenmilch und Quallenschutz entwickelt, die es auch in Deutschland in Apotheken zu kaufen gibt. Einen hundertprozentigen Schutz gäbe es damit zwar nicht, besagt eine amerikanische Studie, doch die Wirkung des Giftes auf der Haut würde dadurch beträchtlich herabgesetzt.
Spanische Urlaubsorte versuchen ihre Badegäste vor einer immer wieder auftauchenden Quallenplage zu schützen, indem sie Quallenfischer einsetzen. 2007 wurden diese von der Regierung bezahlt, um die Küste quallenfrei zu halten. Das klappte, wie es in der Presse hieß, nur mäßig gut. Die erfolgreichsten Quallenjäger sind nach wie vor die Meeresschildkröten, aber auch Schwert- und Thunfische. Die Meeresschildkröte kann wöchentlich bis zu einer Tonne Glibbertiere verschlingen. Durch das Überfischen geraten diese natürlichen Feinde der Qualle aber allzu oft in die Netze der Fischer, werden verletzt und verenden. Der Schutz der Meeresschildkröten ist daher rund um das Mittelmeer oberstes Gebot. Auch werden sie vielerorts wieder gezüchtet und dann ausgesetzt.
Wenn Quallen lebensgefährlich verletzen
An der Nordküste Australiens lebt die gefährlichste aller Quallen: die Seewespe. Sie ist so groß wie eine Melone und besitzt insgesamt an ihren Tentakeln etwa 200 Millionen Nesselkapseln. Kommt man mit nur einem hundertstel davon in Berührung, reicht das aus, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Ein Gegengift gibt es zwar, dieses darf aber nur von einem Arzt verabreicht werden, da es zu Komplikationen kommen kann. Auch das Gift anderer Würfelquallen ist lebensbedrohlich, besonders wenn es zur Atemlähmung kommt. Daher sollte sofort eine Klinik aufgesucht werden. Ist das nicht möglich, dürfen die Verletzungen niemals mit Wasser abgespült werden. Das würde das Gift verstärkt aktivieren. Die Tentakelreste sollten mit einer Pinzette entfernt und die Wunde mit trockenem Sand betreut werden. An australischen Stränden hängen überall Flaschen mit Essig zur Wundbehandlung. Auch gibt es dort nesselsichere Badeanzüge, sogenannte "Stinger Suits". Lebensbedrohlich ist es vor allem, wenn die Quallenverletzung an Rumpf und Gesicht geschieht, an Armen und Beinen weniger. Selbst tot angeschwemmte Quallen sollte man nicht berühren. Die Giftharpunen reagieren sogar noch bei einer vertrockneten Qualle am Strand, nachdem sie wieder angefeuchtet wurde. Von Oktober bis Mai ist das Baden an Australiens Nordküste sogar verboten. Warnschilder weisen darauf hin. Aber auch in den übrigen Monaten sollte man vorsichtig sein.
Bärbel Heidenreich, Stand vom 01.06.2009








