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Gift als Waffe

Zu den wirkungsvollsten Waffen der Tierwelt zählt Gift. Nicht immer muss der Einsatz von Toxinen tödlich enden. Schmerzen aber verursachen die meisten giftigen Substanzen. Häufig warnen Tiere vor ihrer Giftigkeit durch auffällige Färbung. Es gibt zwei Arten von Gifttieren: zum einen Tiere, die ihre Gifte zum Nahrungserwerb oder zur Verteidigung einsetzen; zum anderen Tiere, deren Körper giftige Stoffe enthalten und die Vergiftungen hervorrufen, wenn sie gefressen werden. Paradoxerweise entdecken Wissenschaftler immer häufiger, dass mit den tierischen Giften auch Krankheiten geheilt werden können.

Eine Kreuzotter mit weit aufgerissenem Maul entblößt ihre Giftzähne. (Rechte: Mauritius)

Wie eine Spritze

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Chemische Waffen

Die meisten Tiere produzieren die giftigen Substanzen in speziellen Drüsen und Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Blut. Mit Hilfe von Stacheln, Zähnen und Klauen oder ausgeklügelter Techniken - durch Spucken und Sprühen - werden die Gifte dann an den Feind oder an das Opfer gebracht.

Da Schlangen ihre Beute nicht zerkleinern können, müssen sie diese auf einmal, mit Haut und Haar verschlingen. Damit sie während des Schluckvorgangs vom Beutetier nicht selbst verletzt werden, lähmen es die Giftschlangen mit ihrem Gift. Die lebensgefährliche Substanz ist in Drüsen gespeichert und wird durch so genannte Fänge, nadelspitze Zähne, in den Körper des Opfers eingespritzt. Auch Spinnen produzieren Stoffe in Giftdrüsen. Ihr Gift tropft aus einer Öffnung am Ende der Klauen.

Indischer Ozean (Malediven) lauert ein Steinfisch regungslos zwischen Korallen. (Rechte: Mauritius)

Zählt zu den giftigsten Fischen: der Steinfisch

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Gift zur Selbstverteidigung

Mit spitzen Stacheln injizieren Steinfische ihr Gift. Sie zählen zu den giftigsten Fischen. Ihre Waffe dient allerdings mehr der Selbstverteidigung als dem Beutefang. In der Regel graben sie sich für lange Zeit im Meeresboden ein. Ihre braunfarbenen Stacheln sind hervorragend an den Untergrund angepasst. Erst wenn sie von ahnungslosen Badeurlaubern mit Füßen getreten werden, wird eine Giftpumpe in Gang gesetzt. Das Steinfischgift wirkt schnell und stark, Todesfälle kommen jedoch nur vereinzelt vor.

Ein aufgeblasener Kugelfisch im dunklen Wasser. (Rechte: Mauritius)

Kugelfische enthalten tödliches Gift

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Tödliche (Lecker)Bissen

Bei manchen Tieren sind Toxine nur in der Haut oder im Fleisch enthalten. Erst wenn sie gefressen werden, sind sie schädlich. So enthalten etwa viele Kugelfische tödliches Gift. In Japan gilt das rohe, in dünne Scheiben geschnittene Fleisch jedoch als Leckerbissen. Nur ein lizenzierter Koch darf die Delikatesse zubereiten, sorgfältig müssen Innereien und Haut entfernt werden. Auch einige Krabbenarten sollten besser nicht in den Kochtopf wandern. Vor allem im südostasiatischen Raum haben sich schon viele Menschen an Krabbensuppen den Magen verdorben. Schock und Atemlähmung sowie Todesfälle sind dabei nicht selten. Die Giftstoffe der Krabben werden beim Kochen extrahiert und schwimmen dann in der Suppe. Vermutlich nehmen die Krabben das Gift durch ihre Nahrung auf.

Das Bild zeigt einen gelben Phyllobates terribilis, den giftigsten Frosch der Welt, der in den Urwäldern Südamerikas lebt. (Rechte: dpa)

Mit ihrer bunten Farbe warnen Pfeilgiftfrösche ihre Fressfeinde

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Froschgift gegen Schmerzen

Das Gift von Schlangen und Spinnen, Fischen oder Fröschen soll töten oder abschrecken. Gleichzeitig erfüllt es eine äußerst wichtige Voraussetzung, die ein wirksames Arzneimittel ausmachen: Tierische Toxine wirken nämlich äußerst präzise und selektiv, andere Gewebe oder Organe bleiben verschont. Ein Beispiel für ein in der Medizin einsetzbares Tiergift ist das Gift der Pfeilgiftfrösche. Normalerweise führt ihr Hautsekret zu Krämpfen und Lähmungen. In Tierversuchen zeigte es aber auch eine schmerzlindernde Wirkung, um vielfaches wirksamer als Morphin. Positive Nebenwirkung: die Substanz scheint nicht - wie andere Opiate - abhängig zu machen

Susanne Wagner, Stand vom 01.03.2011
Sendung: Gift - Von tödlichen Waffen und heilenden Medikamenten, 03.03.2011

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Bildcollage zum Thema Tierisches (Rechte: dpa)

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