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Der Uramazonas

Die "grüne Hölle" des Amazonas-Regenwaldes und die kargen Sand- und Steinwüsten der Sahara – zwei Landschaften, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und doch haben beide Regionen eine erstaunliche Verbindung: ein gigantischer Fluss durchfloss sie einst gemeinsam - der Uramazonas.

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Der Uramazonas (1'12'')
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Der Name "Amazonas"
Terra Preta
Humusreicher Boden
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Der Uramazonas

Der größte Fluss der Erde

Vor mehr als 150 Millionen bilden Südamerika, Afrika, Australien, die Antarktis und Indien eine große Landmasse: Gondwana. Dieser Urkontinent ist die Heimat des wohl gewaltigsten Flusses, den es jemals auf der Erde gegeben hat. Von seinen Quellen mitten in der heutigen Sahara fließt er über eine Strecke von rund 14.000 Kilometern gen Westen, zur Mündung in den Pazifik, die im heutigen Ecuador liegt. Die riesigen Wassermassen fließen dabei entlang eines alten Grabensystems und speisen Binnenseen, die zum Teil größer als das Kaspische Meer sind. Wir bezeichnen diesen Flussgiganten heute als Uramazonas, da wir heute nur noch seinen Nachfolger, den Amazonas kennen und bewundern können. Dabei fließt der Amazonas von West nach Ost – und damit in die entgegengesetzte Richtung seines Ahnen.

Vegetation am Ufer des Amazonas. (Rechte: Mauritius)

Eine üppige Vegetation

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Die Teilung des Uramazonas

Nach der Theorie der Plattentektonik führen gigantische Kräfte aus dem Erdinnern dazu, das Gondwana vor rund 145 Millionen Jahren beginnt auseinander zu brechen. Beweise dafür sind unter anderem identische Ablagerungsfolgen mit ihren Fossilien, die an den ehemaligen Nahtstellen vorliegen. Vor rund 130 Millionen Jahren werden Südamerika und Afrika dann endgültig getrennt und der Uramazonas dadurch halbiert. Der afrikanische Teil mündet nun in den neu entstehenden Atlantik. Der südamerikanische Teil verliert dabei einen großen Teil seiner Quellen, was dazu führt, das die östlichen Gebiete trocken fallen. Nach Westen in Richtung Pazifik wird der Fluss aber weiter aus den alten Zuflüssen gespeist.

Die Umkehr der Fließrichtung

Vor rund 25 Millionen Jahren stößt das nach Westen driftende Südamerika auf die Pazifische Platte. Die enormen Kräfte stauchen die Erdkruste und ein neues Gebirge erlebt seine Geburtsstunde: die Anden. Vor rund 10 Millionen Jahren ist dieses Gebirge soweit gewachsen, dass das uralte Mündungsgebiet zwischen Iquitos und Guayaquil blockiert wird – die Verbindung zum Pazifik ist damit durchtrennt. Das Wasser hat keinen Abfluss mehr und beginnt sich zu sammeln. Ein großes Binnengewässer entsteht am Rand der Anden. Gleichzeitig neigt sich der gesamte Kontinent gen Osten. Vor rund 5 Millionen Jahren kippt schließlich das gesamte Entwässerungssystem und die Wassermassen beginnen nach Osten zu fließen. Eine neue Mündung am Atlantik entsteht. Noch heute zeigt sich diese Anomalie des Amazonas deutlich: Sein Flussbett wird zur Mündung bei Belem schmaler, während sich im Westen, zur ehemaligen Mündung im Pazifik, das Becken ausweitet.

Gemälde: Alexander von Humboldt. (Rechte: dpa)

Alexander von Humboldt

Das pazifische Erbe

Schon Alexander von Humboldt wunderte sich bei seiner Suche nach der Amazonasquelle im Jahre 1800 über die seltsame Fischfauna des Amazonas. 4000 Kilometer von der Mündung entfernt leben hier typische Meeresfische, wie etwa Haie und Rochen. Genetische Untersuchungen zeigen, dass viele der Fischarten engste verwandtschaftliche Beziehungen zu typischen Pazifikarten aufweisen. Dies gilt etwa für die Süßwasserseezunge, die Süßwassersardine, den Hornhecht und für einige Garnelenarten. Das wohl bekannteste Beispiel sind die Süßwasserdelfine der Gattung Inia, deren Vorfahren aus dem Pazifik stammen. Diese spezielle Fischfauna, deren Artenzahl übrigens je weiter man sich zur heutigen Mündung begibt abnimmt, gilt als ein zoologischer Beweis für die ursprüngliche Fließrichtung des Amazonas. Man nimmt an, dass die Tiere, durch das wachsende Gebirge von ihrer ursprünglichen Heimat getrennt, sich an den neuen Lebensraum im Süßwasser angepasst haben.

Dieter Engelmann, Stand vom 08.06.2010
Sendung: Naturparadies Borneo, 08.06.2010

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