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Vor 1,5 Milliarden Jahren erfindet die Natur den Sex. Mit welchen Folgen?

Um es kurz zu machen: Sex steigert die Überlebenschancen. Weil das genetische Erbgut, anders als bei der Zellteilung, von Generation zu Generation neu kombiniert wird, erhöht sich die genetische Vielfalt. Das ermöglicht den Lebewesen, sich besser an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Der nächste Schritt in der Evolution ist die Entwicklung von Fortpflanzungszellen, Keimzellen, die sich mit der Zeit in zwei Geschlechter aufspalten: die einen werden zu Eizellen die anderen zu Spermien.

Modell einer Eizelle, die von Spermien umgeben ist. (Rechte: Mauritius)

99,9 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vermehren sich sexuell

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Sex hat sich als Erfolgsmodell etabliert: immerhin pflanzen sich heute 99,9 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auf diese Weise fort. Vorläufer dieses Modells waren Bakterien, die ihr genetisches Material durch einen kleinen Fortsatz an andere Bakterien übertragen haben. Heutige Bakterien verbreiten so genetische Informationen, die beispielsweise zur Resistenz gegen Antibiotika führen können.

Fortpflanzung und Überleben sind aber auch ohne Sex möglich. Worin also liegt der entscheidende Vorteil? Die heute am häufigsten genannte Erklärung lautet: je besser ein Organismus im Abwehrkampf gegen Parasiten und Krankheitserregern bestehen kann, je schneller er sich von Generation zu Generation wandeln kann, je vielfältiger die Zellstruktur, umso schwerer macht er es Bakterien und Viren in seine Zellen einzudringen. Und mit der sexuellen Vermehrung wird eine größtmögliche Vielfalt am schnellsten erreicht. Meister dieser Anpassung sind Insekten. Insekten zählen zu den ersten Landtieren der Erde und sie werden wohl aufgrund ihrer enormen Anpassungsfähigkeit auch zu den letzten gehören.

Harald Brenner, Stand vom 01.06.2009

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Mond (Rechte: dpa)

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