Ulf Merbold
Erster Nichtamerikaner
Es sollte aber noch fünf Jahre dauern, bis Merbold in der Reagan-Ära am 28. November 1983 als zweiter Deutscher, als erster Westdeutscher und als erster Nichtamerikaner mit dem Space Shuttle ins All flog. Als "Payload-Spezialist" hatte er über 70 verschiedene Experimente in dem hauptsächlich von Deutschland gebauten "Spacelab" zu koordinieren. Damit half er auch, den speziell ausgebildeten Forschungsastronauten neben dem etablierten Piloten in der Raumfahrt durchzusetzen. Von 1985 bis 1988 arbeitete Merbold am Europäischen Weltraumforschungs- und -technologiezentrum der ESA (ESTEC) in Noordwijk/Niederlande an der Planung des Raumlabors "Columbus", dem europäischen Beitrag zur Internationalen Raumstation (ISS).
Ausbildung zum Kosmonauten
Nach einem zweiten Shuttleflug (STS-42) im Jahr 1992 setzte sich Merbold wiederholt dafür ein, das russische Raumfahrtpotential nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht verloren gehen zu lassen. In Russland absolvierte er 1993/94 die Ausbildung zum Kosmonauten. Zusammen mit Aleksandr Viktorenko und Elena Kondakova flog er mit der Sojuz TM-20 zur russischen Raumstation Mir. 31 Tage hielt er sich an Bord der Station auf. Die Mission litt unter technischen Pannen auf der alternden Mir-Station.
Nach dem Absturz des Space Shuttles "Columbia" im Februar 2003 sprach sich Merbold nachdrücklich für den Weiterbau der Internationalen Raumstation aus, um diese vollständig der Forschung zugänglich zu machen. Seit 2004 ist Merbold im Ruhestand.
Michael Hänel, Stand vom 10.02.2011






