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Mond

Der Mond gibt uns immer noch Rätsel auf. Manche glauben, es könnte Leben auf dem Erdtrabanten geben. Andere sind den Geheimnissen des Wassers auf der Spur. Der Mond ist der einzige natürliche Trabant der Erde und steht ihr hundert mal näher als der nächste Planet.

Das aus 400.000 Kilometern Entfernung aufgenommene Bild zeigt die Distanz von Mond und Erde zueinander. (Rechte: dpa)

Der Mond ist der Erde am nächsten

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Eigenschaften des Mondes

Der Mond ist der Himmelskörper, der der Erde am nächsten ist. Die mittlere Entfernung zwischen Mond und Erde beträgt rund 384.400 Kilometer. Im Vergleich zur Erde ist der Mond aber deutlich kleiner - sein Durchmesser misst nur knapp ein Viertel und er ist 81 mal leichter. Durch die geringere Masse ist auch die Schwerkraft deutlich schwächer. Daher wiegen Astronauten auf dem Mond nur ein Sechstel ihres Erdgewichts. Das wirkt sich insbesondere auf ihre Fortbewegung aus: Auf dem Mond können sie sechsmal höher springen, aber auch nur sechsmal langsamer laufen. Wer auf dem Mond landet, findet eine trostlose Wüstenlandschaft vor, die vorwiegend aus feinem grauen Staub besteht. Tagsüber ist es sehr heiß, die Steine können sich bis auf 110 Grad Celsius aufheizen. Nachts sinkt die Temperatur dagegen innerhalb von wenigen Sekunden auf bis zu minus 170 Grad Celsius ab.

Auch wenn es der Ausdruck "Mondschein" vermuten lässt: Der Mond verfügt über kein eigenes Licht. Sein Leuchten entsteht, indem er das Sonnenlicht reflektiert. Von der Erde aus sieht man immer nur den von der Sonne beleuchteten Teil. Die einzelnen Phasen der "Beleuchtung" unterscheidet man als Neumond, Vollmond, zunehmenden und abnehmenden Mond.

Aufnahme des Vollmondes, auf der die Unebenheiten der Oberfläche zu erkennen sind. (Rechte: dpa)

Die Unebenheiten sieht man auch von der Erde aus

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Berge und Täler

Die Mondoberfläche ist mit Kratern, Riffen, Bergen und Tälern übersät. Bis auf fünf Meter genau haben die Mondsonden der Amerikaner den Planeten bereits im Jahre 1966 kartographiert. Missionen in den Jahren 1994 und 1999 hatten die Aufgabe, noch genauere Karten der Oberfläche anzufertigen. In erster Linie finden sich zwei verschiedenen Landschaftstypen auf dem Mond: Die von Kratern zerfurchten Bergregionen und die relativ ebenen "Meere". Die meisten Krater auf der Mondoberfläche wurden von Gesteinsbrocken aus dem All verursacht, die vor drei bis vier Milliarden Jahren auf der Oberfläche eingeschlagen sind. Die dunkleren Gebiete des Mondes nannte der italienische Forscher Giovanni Battista Riccioli "Maria" (Meere). Diese sogenannten "Mondmeere" bestehen aus Lava, die vor etwa drei Milliarden Jahren aus dem Inneren des Mondes floss, und machen etwa 16 Prozent der Oberfläche aus. Auch die ersten Mondmissionen wussten die relativ ebenen Meere zu schätzen: Apollo 11 landete im "Meer der Ruhe".

Der Mond wendet der Erde stets die gleiche Seite zu. 1959 wurde die erdabgewandte Seite das erste Mal von der russischen Raumsonde Luna 3 fotografiert und es zeigte sich, dass die Rückseite deutlich mehr Krater aufweist.

Das Bild zeigt eine sehr nahe Aufnahme der Krater am Nordpol des Mondes. (Rechte: dpa)

Am Nordpol soll sich gefrorenes Wasser befinden

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Leben auf dem Mond?

Die Lebensbedingungen für den Menschen auf dem Mond sind extrem schlecht, auch wenn schon die ersten Grundstücke auf dem Mond verkauft worden sind. Es gibt keine Atmosphäre, denn die geringe Anziehungskraft des Mondes reicht nicht aus um eine Atmosphäre festzuhalten. Interessant ist auch die Frage nach der Existenz von Wasser auf dem Mond. Im Gegensatz zu Gesteinen der Erde finden sich im Mondgestein keine Spuren von Wasser. Es wurde lange Zeit darüber spekuliert, ob sich gefrorenes Wasser an den Polen des Mondes befindet. Hinweise darauf lieferten die Daten der Raumsonde "Lunar Prospector" Ende der 90er Jahre. Allerdings liegt das Eis dort wohl nicht frei, sondern kommt in einem Mondstaubgemisch vor.

Gemälde von Galileo Galilei. (Rechte: dpa)

Einer der ersten Mondforscher: Galileo Galilei

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Galileo Galilei

Galileo Galilei (1564-1642) war der erste Mensch, der ein Fernrohr auf den Mond richtete. Im Jahre 1609 sah er Krater, vor allem entlang der scharfen Tag- und Nachtgrenze der Mondsichel, Hochländer und Meere. Damit revolutionierte der Physiker, Mathematiker und Astronom die damals vorherrschende Ansicht, der Mond sei eine glatte, perfekte Fläche. Viele Menschen waren lange Zeit nicht bereit, diese erstaunliche Neuigkeit zu akzeptieren. Etwas später machte Galileo Galilei zudem eine weitere Entdeckung, die sein Verhängnis werden sollte: Er fand heraus, dass sich auch um den Planeten Jupiter drei kleine Monde drehen. Durch diese Entdeckungen mit dem Fernrohr ergriff er Partei für das Weltbild von Nikolaus Kopernikus. Jener hatte erkannt, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Planetensystems ist. Als Anhänger von Kopernikus geriet Galileo Galilei in die Fänge der Inquisition, die ihm den Prozess machte. Obwohl er gläubig war, wollte Galilei seine Erkenntnisse nicht zurücknehmen. 1633 musste er dennoch in einem spektakulären Prozess seiner Theorie abschwören, um dem Scheiterhaufen zu entgehen. Seine Hartnäckigkeit machte ihn zur Symbolfigur im Kampf um ein wissenschaftliches Weltbild.

Der Mond rückt weg

In jedem Jahr entfernt sich der Mond um etwa 3,8 Zentimeter von der Erde. Dieses Phänomen hat mit der stark anziehenden Wirkung zu tun, die der Mond auf die Erde ausübt. Durch diese Anziehung entstehen die Gezeiten (Ebbe und Flut). Der Mond bewegt nicht nur die Wassermassen, sondern auch die Landmassen. Durch die Verformung der Erde und entsprechende Variationen im Erdschwerefeld kommt es zum Austausch von Drehimpuls. Die Erde verliert laufend Drehimpuls und damit Rotationsenergie, während der Mond im selben Maße Drehimpuls und Rotationsenergie von der Erde dazu gewinnt und sich auf seiner Umlaufbahn weiter von ihr entfernt.

Ina Daniel, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Astronomie - Rätsel der Sterne, 14.10.2008

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