Dunkle Materie
Eine dunkle Angelegenheit
Beobachtungen und Messungen haben aber ergeben, dass sich beispielsweise die äußeren Sterne unserer Milchstraße viel schneller bewegen als ursprünglich errechnet. Ein Erklärungsversuch der Astrophysiker lautet: Unsere Galaxie besteht aus viel mehr Materie als die der sichtbaren Himmelskörper. Diese Materie übt ebenfalls eine Anziehungskraft auf die Himmelskörper aus, so dass sie sich schneller bewegen können, ohne aus der Bahn zu geraten. Diese Materie ist nicht sichtbar und bislang auch nicht experimentell nachzuweisen. Es ist auch unklar, aus was sie besteht. Dennoch muss diese sogenannte "Dunkle Materie" – so die Annahme der meisten Wissenschaftler – vorhanden sein.
Zunächst bestand der Verdacht, dass die Dunkle Materie vielleicht von den Neutrinos gebildet wird. Das sind bereits nachgewiesene Elementarteilchen, von denen man vieles weiß, nur eines nicht: ob sie eine Masse besitzen. Doch selbst wenn sie eine Masse besitzen sollten, könnten alle Neutrinos der Welt zusammen nicht die gesuchte Menge an Dunkler Materie darstellen. Auch die Anzahl der sogenannten Braunen Zwerge (Sterne, die zu massearm sind, um eine Kernfusion wie in unserer Sonne in Gang zu setzen, und die daher nicht leuchten) reicht nicht aus, um die benötigte Menge an Dunkler Materie zu bilden. Versteckt sich die gesuchte Materie womöglich in Form kleiner Schwarzer Löcher, die bisher noch nicht identifiziert wurden? Oder im Gewand noch unbekannter Elementarteilchen? Diese Fragen sind noch offen.
Insgesamt ist die Dunkle Materie noch ein recht dunkles Kapitel der Kosmologie. Bislang steht der Begriff Dunkle Materie nur als Chiffre für etwas nicht Bekanntes und nicht Verstandenes im Kosmos, das aber notwendig ist, um Entstehung und Entwicklung des Universums nach bisher bekannten Modellen und Gesetzmäßigkeiten zu erklären.
Siegfried Klaschka, Stand vom 22.02.2011






