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Universum

Jahrtausende lang waren die Sterne für die Menschen unerreichbar. Sie befanden sich in einer fernen, unbekannten Sphäre. Menschen konnten sie nur beobachten und sich die Welt der Gestirne mit Phantasie ausmalen und so zu erklären versuchen. Heute erlaubt uns die moderne Technik Einblicke in ungeahnte Tiefen des Alls, und die Raumfahrt ermöglicht uns Reisen in unsere nähere kosmische Umgebung. Doch noch immer sind viele der faszinierenden Rätsel des Universums ungelöst.

Illustration des Sonnensystems (Rechte: dpa)

Einblicke in die Tiefen des Alls

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Anfänge

Wahrscheinlich haben schon unsere frühesten Vorfahren den Blick zum Himmel gerichtet und über Sonne, Mond und Gestirne gestaunt. Mit dem Sesshaftwerden der Menschen und dem Beginn der Ackerbaukulturen kam der Himmelskunde besondere Bedeutung zu. In den Hochkulturen der Sumerer, der Babylonier oder der Ägypter zeichneten Sternenkundige auf, wann die Sonne auf- und unterging, wie die Mondphasen einen Monat unterteilten, wie die Sonne von Tag zu Tag immer an einem anderen Punkt auf und unterging und dabei offenbar einen bestimmten Jahreszyklus durchlief. Auf der Basis solcher Beobachtungen schufen die alten Himmelskundigen den ersten Kalender – ein wichtiges Hilfsmittel, um in den Agrargesellschaften den günstigsten Zeitpunkt für Aussaat und Ernte festzulegen.

Rötlich schimmernder Mond. (Rechte: dpa)

Der Mond ist eine wichtige Größe für Kalender

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Zyklen

Frühe Beobachter stellten auch schon fest, dass es von Zeit zu Zeit besondere Himmelsereignisse wie Sonnen-oder Mondfinsternisse gibt und dass auch sie in festen Intervallen wiederkehrten. Sternkonstellationen am Nachthimmel malte man sich als Sternbilder aus und erfand Mythen und Geschichten, die sie erklären, ihre Herkunft oder ihre Bedeutung charakterisieren sollten. Chinesische Astronomen der Zhou-Zeit (11. Jahrhundert bis 221 vor unserer Zeit) entdeckten bereits, dass ein Jahr rund 365 Tage umfasst. Außerdem beobachteten sie Kometen, Supernovae (besonders helle, spektakuläre Sternexplosionen) und entdeckten, dass sich einzelne Sterne am Himmel bewegten. Sie stellten auch Überlegungen zur Natur dieser "Wandelsterne", die man später Planeten nannte, an. Die Mayas bauten Tempel und Pyramiden, die astronomischen Zwecken dienten, und sie schufen einen Kalender, der sich an den Bahnbewegungen der Venus orientierte.

Historischer Stich von C. Ptolemäus mit Linael in der rechten Hand und erhobener linken Hand. (Rechte: AKG)

C. Ptolemäus - Genie der Antike

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Geozentrisches Weltbild

Die meisten alten Weltmodelle gingen davon aus, dass sich Sonne, Mond und alle Sterne um den Mittelpunkt der Welt, die Erde, drehen. Der wichtigste Astronom, der ein solches Weltbild zeichnete, war Claudius Ptolemäus. Die frühen Astronomen machten aber auch Entdeckungen, die nicht in dieses Weltbild passten. Schon um 300 vor Christus wusste man in Griechenland, dass die Erde eine Kugel sein musste. Der Astronom Aristarch vermutete sogar schon, die Erde kreise um die Sonne, konnte es allerdings nicht beweisen. Hipparch stellte einen umfangreichen Sternenkatalog zusammen und berechnete die Entfernung des Mondes von der Erde.

Zeitgenössischer Kupferstich von Nikolaus Kopernikus. (Rechte: dpa)

Nikolaus Kopernikus

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Kopernikanische Wende

Eine wichtige Wende kam mit Nikolaus Kopernikus (1473 bis 1543). Er war der erste Sternbeobachter der neueren Geschichte, der erklärte, nicht die Erde, sondern die Sonne stehe im Mittelpunkt unserer kosmischen Umgebung. Johannes Kepler formulierte etwas später die Gesetze zur Bewegung der Planeten. Kurze Zeit später begann Galileo Galilei systematische Himmelsbeobachtungen mit Hilfe eines Fernrohrs und entdeckte dabei unter anderem die vier größten der Jupitermonde.
Mit den Forschungen Isaac Newtons wurden die Gesetze der Himmelsmechanik weiter geklärt. Auf der Basis von Keplers Gesetzen und Newtons Erkenntnissen wurde es möglich, die Größenverhältnisse im Sonnensystem exakt zu bestimmen und die Bewegungen von Planeten, Monden, Kometen und anderen Himmelskörpern exakt zu berechnen und vorherzusagen.
Im 18. und 19. Jahrhundert erlaubten immer größere und bessere Teleskope ständig tiefere Blicke ins Universum und brachten viele neue Erkenntnisse. Astronomen entdeckten die Planeten Uranus und Neptun. Man konnte jetzt auch Sternhaufen und Nebelflecke erkennen, von denen man aber noch nicht wusste, dass es sich bei ihnen um riesige Galaxien handelte. Die Sterne wurden zu jener Zeit aber schon in verschiedene Sterntypen eingeteilt.

Foto des Mars im Weltraum. (Rechte: ESA)

Er fasziniert uns nach wie vor: der Mars

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Die Moderne

Im 20. Jahrhundert brachte zunächst die theoretische Physik und Astrophysik die Forschung voran: Albert Einsteins allgemeine und spezielle Relativitätstheorie revolutionierte das Weltbild und war ein riesiger Schritt zum Verständnis des Kosmos.
Vom Beginn der Raumfahrt-Ära an bekam die Astronomie wiederum eine neue Qualität. Menschen bewegten sich erstmals durch das All, besuchten den Erdmond und nahmen Bodenproben. Unbemannte Sonden flogen zu den Planeten. Roboter untersuchten den Marsboden, andere analysierten die Atmosphäre der Venus, maßen den Sonnenwind, kartographierten Mondoberflächen oder erforschten die Magnetfelder. Beobachtungsposten außerhalb der Erdatmosphäre wie das Weltraumteleskop Hubble erlaubten Blicke in ungeahnte Tiefen des Universums.

Siegfried Klaschka, Stand vom 22.02.2011
Sendung: Blick ins All - Die Rätsel des Universums, 09.05.2011

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Mond (Rechte: dpa)

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