Der Astrophysiker Harald Lesch
Einfaches Rezept
Sein Rezept ist einfach: In einem Studio mit Klassenzimmer-Ambiente erklärt Lesch das Universum. Ohne Schnörkel, ohne jedes Hilfsmittel - nur ein Professor und sein Mundwerk. In der Sendung beantwortet er Fragen wie: "Was ist eine Supernova?" oder "Gibt es Schnaps im Weltraum?" Mit trockenem Witz, gesten- und kenntnisreich spricht der Wissenschaftler über kosmologische Phänomene. Lesch beweist, dass das "Marsgesicht" ein Haufen Schutt ist. Er geht der Frage nach, ob es den Stern von Bethlehem gab, oder sagt uns, wo die Asteroiden herkommen und die Sonnenwinde. Mit seiner lockeren und lebendigen Art nimmt er den Zuschauern die Angst vor komplexen Zusammenhängen und entzaubert den Mythos vom allwissenden Professor auf sympathische Weise. Seine Erfahrungen bei dem Versuch Astronomie populär zu machen, beschreibt er so: "Bereitet man Themen wie 'Sind wir allein im Universum' nicht zu akademisch auf, interessieren sich so viele dafür, dass einem die Bude eingerannt wird."
Begeisterung für die Arbeit
Man merkt dem Mann die Begeisterung an, man spürt, dass ihm sein Job Spaß macht. "Die Astronomie ist wie keine andere Naturwissenschaft den Geisteswissenschaften sehr nahe", sagt Lesch, der auch philosophische Seminare hält. "Und zwar deswegen, weil sie im Gegensatz zu anderen naturwissenschaftlichen Fächern, genau wie die Philosophie, immer die Frage nach dem Ganzen stellt. Wie funktioniert die Welt als Ganzes?" Und irgendwie seien doch alle Naturwissenschaftler auf der Suche nach Gott, auch die Atheisten unter ihnen, sinniert der Forscher und zitiert Goethe: "Wir wollen doch alle wissen, 'was die Welt im Innersten zusammenhält'. Ich wäre vielleicht auch ein ganz ordentlicher Märchenerzähler auf dem Basar geworden."
Harald Brenner, Stand vom 01.06.2009






