Pilgern

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Mit dem Esel durch Frankreich

Borwin Bützow mit Esel kurz vor Start der Pilgerreise

Aufbruch ins Abenteuer. Borwin Bützow und sein Esel Quinto sind reisefertig. Das Gepäck ist anteilsmäßig auf beider Rücken verteilt. Es ist nur das Allernötigste für die 38 Tage, und doch erscheint alles immer noch viel zu schwer. Quinto trägt immerhin 26 Kilogramm in seinen Satteltaschen, Borwins Rucksack wiegt elf Kilos.

Aufbruch ins Abenteuer. Borwin Bützow und sein Esel Quinto sind reisefertig. Das Gepäck ist anteilsmäßig auf beider Rücken verteilt. Es ist nur das Allernötigste für die 38 Tage, und doch erscheint alles immer noch viel zu schwer. Quinto trägt immerhin 26 Kilogramm in seinen Satteltaschen, Borwins Rucksack wiegt elf Kilos.

Die Wanderroute führt quer durch Frankreich. Sie beginnt in Saint-Dizier, 100 Kilometer westlich von Nancy und endet im Centre Euronat in Grayan-et-l'Hôpital am Atlantik. Dazwischen liegt ein Teilabschnitt einer der vier klassischen Pilgerstrecken Frankreichs, der Via Lemovicensis.

Die erste Nacht auf der Wanderung durch Frankreich liegt hinter Quinto. Noch hängt der Tau in der Wiese. Aber in Kürze geht es weiter.

Und wohin jetzt? Wenn Esel lesen könnten! Auf jeden Fall geht die Reise weiter Richtung Süden.

Hier hilft auch kein Betteln und Flehen: Quinto hat Heimweh und streikt. Der schlaue Esel weiß genau, dass sein Zuhause nicht im Süden liegt. Sein innerer Kompass gibt die einzige Richtung vor, die für Quinto in Frage kommt: Norden.

Ein erstes wichtiges Etappenziel ist erreicht: Die Seine bei Clérey. Quinto hat mittlerweile sein Heimweh hinter sich gelassen und sich zu einem verlässlichen Pilgerfreund gemausert, der mit seinem Herrn durch dick und dünn geht.

Während "sein Mensch" in ein Bistro einkehrt, um sich einen Kaffee zu gönnen, wartet Quinto geduldig an der Seiteneingangstür. Von hier aus kann er das ganze Lokal überblicken.

Pilgern macht hungrig. Gut, dass im Sommer der Tisch reichlich gedeckt ist und Quinto es sich im Weizenfeld schmecken lassen kann.

Die Nächte verbringen Borwin und Quinto auf Campingplätzen. Quinto wird vor dem Zelt in Blickweite an einer langen Leine angebunden.

Für heute ist es geschafft. Auch wenn es heute nur 15 Kilometer waren, nach einer Tagesetappe darf man auch mal müde sein. Quinto hat ein schattiges Plätzchen gefunden und es sich im kühlen Gras gemütlich gemacht.

Egal, wo Quinto auftaucht, er ist die Attraktion. Vor allem Kinder zieht der treue Pilgeresel magisch an.

Bei der Frühstückspause unterwegs bietet sich Quintos Sattel als beweglicher Tisch an: Ablage für Allzweckmesser, Baguette, Käse und Butter. Natürlich darf auch die Wanderkarte nicht fehlen, die gut sichtbar angebracht ist.

Kein Schattendasein. Quinto und sein zweibeiniger Reisekumpel Borwin erobern sich ihren Pilgerweg durch Frankreich – und die Herzen der Menschen, denen sie unterwegs begegnen.

Die Pilger Borwin Bützow und sein Esel Quinto werden zur regionalen Berühmtheit. Im Journal de la Haute Marne erscheint ein Artikel über ihr Vorhaben – indem allerdings die Reiseroute sehr kreativ bis ins spanische Santiago de Compostella verlängert wird.

Vor der Chapelle Notre-Dame-du-Chêne posiert Quinto brav für einen Fototermin, bevor er sich dem zuwendet, was ihn an dem Pilgerort wirklich interessiert: das saftige Gras.

Auch das darf unterwegs nicht fehlen: Quintos Trainingseinheiten. Es ist schon eine reife Leistung und zeugt von großem Vertrauen zu seinem Mensch, dass Quinto überhaupt einen Huf ins kühle Nass setzt. Esel haben nämlich naturgemäß mächtig Angst vor Wasser.

Diese Begegnung ist ganz nach Quintos Geschmack: Am Wegesrand warten schon mal ganz besondere Verlockungen. Diese Eselsdame lässt Quintos Herz gleich höher schlagen.

Kurz vor dem Ende der Reise bezieht Quinto Quartier auf einem Eselhof in Saint-Sornin und schließt schnell neue Freundschaften.

Ziel einer ungewöhnlichen Frankreichtour mit Esel: ein breiter Sandstrand und im Hintergrund das Meer. Quinto ist von dem Gedanken sicher wenig begeistert, dass er darin baden soll.

Geschafft! Den beiden kann niemand das Wasser reichen. Quinto und sein Pilgerfreund Borwin baden im Atlantik.

Stand: 04.11.2015, 11:43 Uhr

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