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Der Gotha - Das "Who is who" des Adels

Die kleinen roten Bücher des "Gotha" sprechen Bände. Sie geben Auskunft darüber, wer dazu gehört und wer nicht. Der "Gotha" ist das "who is who" des Adels. Ein genealogisches Handbuch, in dem alle Adelsfamilien aufgeführt sind. Der Übersichtlichkeit wegen - und vermutlich auch um dem Standesbewusstsein Rechnung zu tragen – ist es unterteilt nach fürstlichen, gräflichen, freiherrlichen und untitulierten Häusern.

Einer der zahlreichen Bände des Gotha. (Rechte: SWR)

Einer der zahlreichen Bände des "Gotha"

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Herkunft des Adels

Der "Gotha", das "Genealogische Handbuch des Adels", gibt Auskunft über die geschichtlichen Ursprünge und die Herkunft der adeligen Familien. Alle lebenden und die im Erwachsenenalter verstorbenen Mitglieder einer Adelsfamilie sind einzeln aufgeführt. Die Beschreibung des Familienwappens und verliehene Orden und Auszeichnungen sind ebenfalls im Handbuch festgehalten. Die Reihe erscheint im C. A. Starke Verlag. Der Firmengründer Christian August Starke gründete am 20. Oktober 1847 den Starke Verlag in Görlitz. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Hofkalender schon über 80 Jahre alt.

Bettlektüre der Adeligen

Bereits 1763 erschien im Verlag Johann Christian Dieterich der "Gothaische Kalender". Sein Vorläufer, der "Neuverbesserte Gothaische Genealogische Schreibkalender", war bereits 1740 auf dem Markt. Die Anfänge des Gotha lassen sich damit bis in die Zeit der Aufklärung zurückverfolgen. War doch das 18. Jahrhundert geprägt von Neugier und Forscherdrang: Immer mehr Menschen lernten Lesen und Schreiben. Das Interesse an Naturwissenschaft, Astronomie und Geschichte ließ die Kassen der Verlage klingeln. Es erscheint eine Vielzahl von Kalendern und Almanachen, die in adeligen und bürgerlichen Kreisen als Abend- oder Bettlektüre dienten.

"Who is Who"

Und noch heute ist der Gotha - zumindest für die Blaublütigen unter uns - von Bedeutung. In adelige Kreise wie beispielsweise die "Vereinigung des Adels in Berlin und Brandenburg" wird nur aufgenommen, wer historischen Adel nachweisen kann. Der jeweilige Vorsitzende der Vereinigung überprüft, so "Der Spiegel", die Herkunft der Antragssteller im "Gotha".

Christine Rolzhäuser, Stand vom 01.06.2009

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