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Adel heute

Das Jahr 1918 markiert für die Monarchie in Deutschland einen Wendepunkt. Der Kaiser dankte ab, und auch für den deutschen Adel brach eine neue Ära an. Die Macht im Staat musste der Adel abgeben, seinen Besitz konnte er zunächst jedoch weitgehend behalten. Mit dem Zweiten Weltkrieg verlor der Adel endgültig seinen politischen Einfluss und zum Teil auch den Besitz.

Prinz William in Uniform und mit Gewehr beim Exerzieren. (Rechte: dpa)

Der britische Prinz William

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Ostadel am stärksten betroffen

Besonders schwer traf es dabei den früher mächtigen Ostadel. Er wurde enteignet und von den Landgütern vertrieben. Nicht wenige Adelige verloren ihr Leben. Viele flohen zu Verwandten in den Westen. Heute gehen die meisten Ostadeligen bürgerlichen Berufen nach. Adelige im Süden und Westen dagegen, die ihren Grundbesitz behalten hatten, sichern ihren Lebensunterhalt durch Land- und Forstwirtschaft und Weinbau. Das gesellschaftliche Leben vieler Blaublüter findet nach wie vor in engen abgegrenzten Zirkeln, Adelsvereinigungen und Adelsorganisationen statt. Denn das Standesbewusstsein, das Wissen um Geschichte und Herkunft der Familie wird nach wie vor sorgfältig gepflegt.

Kronprinz Felipe von Spanien und seine frisch angetraute Frau Letizia, Prinzessin von Asturien, am 22.05.2004 auf dem Balkon des Königspalastes von Madrid. (Rechte: dpa)

Futter für den Boulevard: Felipe von Spanien und seine Letizia

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König & Co. in den Klatschspalten

Ist denn eine Hochzeit nicht immer ein Grund zur Freude? Wer ist nicht gerne dabei, wenn bei Königs mal wieder eine prächtige Hochzeit inszeniert wird? Und königliche Nachkommen im heiratsfähigen Alter gab und gibt es in den letzten Jahren in Hülle und Fülle. Besonders attraktiv für die Regenbogenpresse sind dabei die Hochzeiten, bei denen sich eben nicht gleich mit gleich vermählt. Wie fad wär's doch gewesen, wenn Kronprinz Haakon von Norwegen eine Dame aus dem europäischen Hochadel zur Frau genommen hätte. Stattdessen ehelichte er das Partygirl Mette-Marit, eine alleinerziehende Mutter mit zweifelhafter Vergangenheit. Seine Schwester Märtha Louise füllte schon vor ihrer Verlobung mit einem Autor von zweifelhaftem Ruf die Klatschspalten.

Máxima in Holland

In den Niederlanden sorgte die Trauung von Willem-Alexander und der Argentinierin Máxima für Schlagzeilen. Ihr Vater war während der Militärdiktatur Staatssekretär und Landwirtschaftsminister und in dieser Funktion mitverantwortlich für Menschenrechtsverletzungen und Morde. Ein starker Tobak für die liberalen Niederländer, der nur durch den entwaffnenden Charme der Braut wettgemacht werden konnte.

Der inzwischen verstorbene Fürst Rainier von Monaco, sein Sohn Albert, Prinzessin Caroline, Prinzessin Stephanie und Carolines Kinder Andrea, Charlotte und Pierre grüßen vom Balkon des Schlosses die Bürger von Monaco. (Rechte: dpa)

Die monegassische Fürstenfamilie

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Immer wieder Monaco

Immer wieder gern gelesen werden die Geschichten aus dem Steuerparadies Monaco. Die kapriziösen Geschwister sorgten jahrelang - zum Leidwesen des im April 2005 verstorbenen Fürsten Rainier - immer wieder für neue Schlagzeilen. Viele Reporter sahen schon Claudia Schiffer, das blonde Topmodel aus Deutschland, an der Seite von Thronfolger Albert als neue Fürstin auf dem Thron. Alberts Schwestern Caroline und Stephanie haben ihrem Vater durch unstandesgemäße Verbindungen, Scheidungen und andere Kapriolen Kummer gemacht. Die Liste der Adligen, die gut für Auflage und Einschaltquoten sind, lässt sich beliebig verlängern. Der Stoff geht niemals aus. Die Protagonisten der Klatschreporter scheinen ständig nachzuwachsen.

Unauffällig: der deutsche Adel

Der deutsche Adel tritt eher leise auf. Das liegt auch an der Staatsform der Bundesrepublik. Hier gibt es keine Thronreden, und die Gesetze werden in Deutschland vom Bundespräsidenten ausgefertigt. Der Adel ist damit frei von staatlichen Repräsentationsaufgaben. Die deutschen Häuser rücken meist dann in die Schlagzeilen, wenn sie im großen Stil Tafelsilber und Gemälde verscherbeln.

Maja von Hohenzollern posiert in einem hellen Abendkleid auf dem Roten Teppich zur Berlinale-Gala (Rechte: /)

Teil der Berliner Society: Maja von Hohenzollern

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Berliner Renaissance

Paparazzis auf Adeligenjagd haben nur in der Hauptstadt viel zu tun. In Berlin bildete sich nach der Wiedervereinigung ein adeliger Jet-Set aus. Die Zeiten, in denen Harald Juhnke und Günter Pfitzmann den Ton in der Berliner Gesellschaft angaben, sind vorbei. Maja Prinzessin von Hohenzollern, Alexander von Bismarck, Erbprinz Karl Friedrich von Hohenzollern sind Namen der neuen Berliner Society. Die feine Berliner Gesellschaft schmückt sich mit blaublütigen Freunden. Die feinsten Fäden der Berliner Gesellschaft spinnt eine Adelige: Isa Gräfin von Hardenberg. Seit Anfang der neunziger Jahre stellt die Eventmanagerin in ihrer Agentur "Hardenberg Concept" die erfolgreichsten Gästelisten zusammen. Noblesse oblige eben.

Christine Rolzhäuser, Stand vom 29.02.2012
Sendung: The­men­welt Adel - Seine Ge­schich­te, seine Tra­di­tio­nen, 29.02.2012

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