Die Seidenstraße
Aus diesen Militärposten entwickelten sich bedeutende Handelsstationen und lebhafte Städte. Schon zu Beginn unserer Zeitrechnung war modebewussten Römerinnen chinesische Seide ein Begriff und sie warteten sehnsüchtig auf die Händler aus dem Fernen Osten. Aber nicht nur Waren wie Seide, Porzellan und Gewürze wurden entlang dieser Straße gehandelt.
Es fand auch ein reger Austausch kultureller und geistiger Güter statt. Viele Reisende kehrten mit neuen Liedern, Geschichten und wissenschaftlichen Erkenntnissen in ihre Heimat zurück. Das Wissen zur Herstellung von Schwarzpulver und Papier gelangte auf diese Weise in den Westen. Den bedeutendsten Einfluss auf das chinesische Geistesleben hatte der Buddhismus. Die Religion, die ihre Wurzeln ursprünglich in Indien hat, trat von Nordpakistan aus ihren Siegeszug nach Osten an. Auch das Christentum und der Islam konnten sich über die Seidenstraße in Richtung China ausbreiten.
Den Verlauf der Straße hat man bereits erforscht. Ins Blickfeld der neuen archäologischen Untersuchungen rücken nun die Ruinen und Höhlen entlang des Handelsweges. Wertvolle Funde geben darüber Auskunft, wie die Menschen damals wohl ausgesehen haben und was sie auf ihren Reisen mit sich führten. Welche Kleidung trugen sie, welchen Schmuck? Die Archäologen müssen nur tief genug graben, um Hinweise auf diese Fragen zu finden. In dem trockenen Klima haben viele Fundstücke die Zeit fast unbeschadet überdauert. Es handelt sich hierbei um einfache Gebrauchsgegenstände oder auch um teure Kostbarkeiten, die manch einem Reisenden bei dem beschwerlichen Weg über die Seidenstraße aus der Tasche gefallen sind.
Marietta Arellano, Stand vom 27.05.2011





