Literatur & Co.
Bücher
17. Juni 1953. Volksaufstand in der DDR. Ursachen - Abläufe - Folgen
Eine äußerst detaillierte Gesamtdarstellung der Ereignisse vom 17. Juni 1953. Neben der Vorgeschichte des Aufstandes werden die Geschehnisse zum Teil fast minutiös wiedergegeben. Beigelegt ist eine CD, die den Mitschnitt einer Belegschaftsversammlung vom 18. Juni enthält.
Radio-Reminiszensen. Erinnerungen an RIAS Berlin
Im Westen war der RIAS, der "Rundfunk im amerikanischen Sektor", die Stimme der Freiheit, bei DDR-Funktionären galt er als Inbegriff eines "Spionagesenders". Der RIAS war ein amerikanisches Produkt, hatte einen amerikanischen Programmdirektor und galt infolgedessen allgemein als US-Sender. 1946 wurde er gegründet, 1993 ist er dann im neuen Deutschland Radio aufgegangen. In diesem Sammelband erinnern sich ehemalige Mitarbeiter an die Geschichte des RIAS. Moderne Technik ermöglichte es, dass die Radiosendungen im gesamten Gebiet der DDR zu hören waren. Große Bedeutung hatte der Sender während des Volksaufstandes 1953. Radiojournalisten berichteten ausführlich von den Demonstrationen am 16. und 17. Juni in Ost-Berlin. Nicht zuletzt waren es RIAS-Sendungen, die den Funken des Volksaufstandes von der Hauptstadt in die übrigen Bezirke der DDR trugen.
Die SED. Geschichte ihrer Stalinisierung 1946-1953
Zu Recht bemerkt der Verfasser einleitend, dass "eine eigentliche Organisationsgeschichte" der Sozialistischen Deutschen Einheitspartei (SED) bislang fehle. Darunter möchte er einerseits die Veränderungen innerhalb der Partei, andererseits ihre "Gleichschaltung" verstanden wissen. Das Buch schildert eindringlich die Geschichte des organisatorischen Umbruchs der Partei von der erzwungenen Fusion im Jahr 1946 bis zu den Folgen der Krise im Jahr 1953. Dem Autor ist eine eindrückliche Studie über die innerparteilichen Veränderungen der SED gelungen, die Vergleichsmöglichkeiten mit der Struktur und Funktion stalinistischer Parteien in der Zeit nach Stalins Tod erlaubt.
Walter Ulbricht und die geheime Sicherheitspolitik der SED. Der Nationale Verteidigungsrat der DDR und seine Vorgeschichte (1953-1971)
Das Politbüro der DDR war wie in anderen kommunistischen Staaten das oberste Führungsorgan, das die Regierung und den Staatsapparat als ausführende Organe behandelte und ihnen Weisungen erteilte. Das bedeutete jedoch nicht, dass dort alle wichtigen Entscheidungen fielen. Walter Ulbricht folgte dem Beispiel Stalins und schuf sich mit der Sicherheitskommission, die er 1960 in den Nationalen Verteidigungsrat umwandelte, ein weiteres Führungszentrum, in das er die Behandlung wesentlicher Fragen einer im weitesten Sinne verstandenen "Sicherheitspolitik" auslagerte. Er umgab sich dort mit Funktionären aus dem Politbüro, denen er unbedingt vertrauen konnte. Der Nationale Verteidigungsrat war ein Instrument, das den Führungsanspruch Walter Ulbrichts weiter festigte und untermauerte.
Soziale Ungleichheit in der DDR. Zu einem tabuisierten Strukturmerkmal der SED-Diktatur
Die Beiträge des Sammelbandes unternehmen den Versuch, innerhalb verschiedener Gesellschaftsbereiche die soziale Ungleichheit in der DDR, welche in der kommunistischen Diktatur weitgehend tabuisiert wurde, darzustellen. Damit wird deutlich, was an strukturellen Brüchen und sozialen Differenzierungen innerhalb der DDR gewollt und beabsichtigt war. Thematisiert werden die Einkommensunterschiede, die Ungleichheit von Frauen und Männern in der beruflichen Position, darunter auch die Unterrepräsentanz von Frauen in Leitungsfunktionen sowie die sozialen Ungleichheiten in der Wohnsituation und bei der Versorgung mit Wohnraum.
Sabine Kaufmann, Stand vom 20.12.2007





