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Deutschland wird Diktatur

Nachdem Hitler 1933 von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, setzten die Nazis alle demokratischen Kräfte und pluralistischen Strukturen in Deutschland außer Kraft. Die Politik, die Wirtschaft und alle Lebensbereiche der Menschen sollten im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie funktionieren. Ende 1934 hatten die Nazis eine Diktatur in Deutschland errichtet. Alle politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen waren einem Ziel untergeordnet: dem Krieg.

Hindenburg, in Wehrmachts-Uniform und hoch dekoriert mit Orden, schüttelt Hitler die Hand, der sich vor ihm verneigt. (Rechte: AKG)

Hitlers Ernennung zum Reichskanzler besiegelte das Ende der Weimarer Republik

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Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Diktatur war im Februar 1933 die Reichstagsbrandverordnung. Für den Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 machte das NS-Regime die Kommunisten verantwortlich. Die Verordnung setzte alle bürgerlichen Grundrechte außer Kraft. Fortan konnten die Nazis ihre politischen Gegner ohne Anklage und Beweise in den neu errichteten Konzentrationslagern verschwinden lassen. Auch griff die Verordnung in die verfassungsmäßigen Rechte der Länder ein und schuf die Grundlage für die "Gleichschaltung der Länder“.

Potsdam, 21.03.1933: Die erste Sitzung des Reichstags in der Kroll-Oper (Rechte: AKG)

Die erste Sitzung des Reichstags

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Noch im Januar 1933 besaßen die Nazis keine eigene parlamentarische Mehrheit. Selbst die Märzwahlen von 1933 brachte der NSDAP nur einen Stimmenanteil von 43,9 Prozent. Um die eigene Macht endgültig zu sichern, bedienten sich die Nazis sogar des Parlaments. Hitler, der für diese Verfassungsänderung eine Zweidrittelmehrheit brauchte, nötigte die Abgeordneten dem "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" zu zustimmen. Vor dem Reichstag war die SA aufmarschiert, demonstrierte Stärke und übte erheblichen Druck auf die Abgeordneten aus, die sich an diesem Morgen zur Abstimmung versammelt hatten. Die Parlamentarier wurden gezwungen die Demokratie von Weimar selbst zu Grabe zu tragen. Das sogenannte Ermächtigungsgesetz gab Hitler die Befugnis ohne die Zustimmung des Parlamentes und des Reichspräsidenten, Gesetze zu verabschieden. Außer den Nationalsozialisten und den Deutschnationalen unterstützte das Zentrum und die bayrische Volkspartei das Vorhaben Hitlers. Allein die Abgeordneten der SPD widersetzten sich. Otto Wels Vorsitzender der SPD war wohl der letzte Politiker, der Hitler in einer denkwürdigen Rede in aller Öffentlichkeit widersprach.

Hitlers Wirtschaftspolitik bedeutete Krieg

So sehr Hitler die Macht im Inneren auf sich vereinigte, so sehr unterwarf er auch die Wirtschaft seinen Spielregeln. Von Anfang an wollte Hitler den Krieg. Der Haushalt wurde extrem belastet und Deutschland verschuldete sich. Mit der Einführung des Vier-Jahresplanes begann 1936 die wirtschaftliche Mobilmachung. Hitlers Ziel war es, die Armee binnen vier Jahren kampfbereit zu machen. Die Produktion von Waffen und Munition wurde enorm gesteigert. Allein der extremen Aufrüstung ist es zuzuschreiben, dass die Arbeitslosenzahlen in Deutschland spürbar zurückgingen.

Da der Krieg die konsequente Folge seiner Wirtschaftspolitik war, musste Hitler fürchten, dass die Westmächte seine Politik durchschauten. England war seit 1936 in Alarmstimmung. Doch Hitler versuchte die Westmächte zu besänftigen und schlug nach außen hin Friedenstöne an. Konkret kam es zum Flottenabkommen mit England, die deutsche Regierung erkannte den Umfang der englischen Flottenstärke an. Hitler stand unter Zeitdruck, da er auf jeden Fall einen vorzeitigen Einmarsch der Westmächte oder einen Mehrfrontenkrieg vermeiden wollte, bevor er selbst mobilmachen konnte.

Sabine Kaufmann, Stand vom 01.06.2009

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