Literatur & Co.
Bücher
Ihr sollt die Wahrheit erben
Anita Lasker-Wallfisch zögerte lange, bevor sie über ihr Leben berichtete. 1996 erschienen in England, dort, wo sie heute lebt, ihre Erinnerungen unter dem Titel "Ihr sollt die Wahrheit erben". Zunächst hatte sie ihre Erfahrungen vor und während des Holocaust für ihre Kinder und Enkelkinder aufgeschrieben. Aus den privaten Aufzeichnungen wurde eine Serie für die BBC, aus den Radiosendungen das Buch.
Ist das ein Mensch?
Primo Levi, der ein Jahr in Auschwitz lebte, ist einer der Überlebenden, die über ihre Erfahrungen im Lager geschrieben haben. Er berichtet von einer Welt, in der alle moralischen Wertvorstellungen verloren gingen, in der die Gefangenen keine Menschen mehr sein durften. Sein Werk zählt noch heute zu den wichtigsten autobiographischen Berichten, die es über Auschwitz zu lesen gibt.
Auschwitz
Das kleine Buch vermittelt kurz und präzise die Geschichte des Konzentrationslagers Auschwitz. Von dem Ort Oswiecim, der einmal eine uralte jüdische Tradition hatte, bis zu den Auschwitz-Prozessen in Frankfurt am Main erzählt die Autorin sogar mehr als nur die Geschichte des Konzentrationslagers.
Auschwitz. Bericht über die Strafsache gegen Mulka u.a. vor dem Schwurgericht Frankfurt.
Bernd Naumann (1922–1971) gehörte zur Redaktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", in deren Auftrag er 20 Monate lang über den Auschwitz-Prozess berichtete. Anlässlich des 40. Jahrestags des Prozesses und einer Ausstellung des Fritz Bauer Instituts werden diese Berichte wieder vorgelegt. Mit einem Nachwort von Marcel Atze und einem Text von Hannah Arendt.
Klaras Nein
"Klaras Nein" ist ein fiktiver Roman. Er erzählt die Geschichte von Klaras Rückkehr aus Oswiecim. Klara sagt nicht "Auschwitz", sie spricht nicht mehr deutsch. Sie spricht überhaupt nicht mehr viel. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht ihrer Freundin. Die Autorin hat sich der schwierigen Aufgabe gestellt, einen Roman über das Unaussprechliche zu schreiben, über das Überleben einer Frau im Vernichtungslager Auschwitz und über ihr Überleben danach.
Entsorgung der NS-Herrschaft?
Der Jurist und Politologe Joachim Perels hinterfragt in seinem Buch die rechtsstaatliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland. Die Verdrängung der eigenen Geschichte brachte es mit sich, dass der Unrechtsstaat der Nationalsozialisten wie ein Rechtsstaat betrachtet wurde. Das hatte Folgen für die Urteilssprechung über die NS-Täter genau so wie für die Behandlung der Widerstandskämpfer, Deserteure und Opfer des NS-Staates. Und es führte zu einer Kontinuität der Beamtenschaft und der Justiz, die die weitere Entwicklung der jungen Republik mitgeprägt haben.
Eichmanns Memoiren
Adolf Eichmann war der Koordinator der Judendeportationen. Das Buch über die Memoiren Eichmanns ist ein weiterer Schritt zur historischen Erforschung der Täter. Die Autorin hat umfangreiches, auch neu zugängliches Material gesichtet und zeigt in ihrer Biographie, dass Eichmann mehr war als nur ein perfekter Bürokrat – er war auch ein überzeugter Nazi und Antisemit.
DVDs
Schindlers Liste
Es ist eine wahre Geschichte, und Regisseur Steven Spielberg ist es gelungen, sie eindrucksvoll für die Leinwand umzusetzen. Der Industrielle Oskar Schindler (Liam Neeson) beschäftigt in seiner Emaillefabrik in Krakau aus Kostengründen jüdische Zwangsarbeiter. Als diese nach Auschwitz deportiert werden sollen, setzt er alles aufs Spiel, um sie vor dem sicheren Tod zu retten. Mit sieben Oscars wurde der über dreistündige Schwarzweiß-Film ausgezeichnet, unter anderem für den besten Film.
Sine Maier-Bode, Stand vom 21.02.2008




