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Schwarz-Weiß-Aufnahme von Bonhoeffer auf dem Hof des Wehrmachtgefängnisses. In seiner rechten Hand hält er ein Buch. (Rechte: Gütersloher Verlagshaus)

Bonhoeffer auf dem Gefängnishof in Berlin-Tegel 1944

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"Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag." In welcher besonderen Situation ist dieses Gedicht Dietrich Bonhoeffers entstanden?

Bonhoeffer hat diese Zeilen am 19. Dezember 1944 in seiner Gefängniszelle im Gestapo-Hauptquartier in Berlin geschrieben. Kurz vor Weihnachten saß er damals schon seit fast zwei Jahren in Haft. Die Aussichten auf einen Prozess oder gar Freilassung waren schlecht. Bonhoeffer durfte seinen Angehörigen nur noch sehr selten schreiben. Das Gedicht verfasste er zum Geburtstag seiner Mutter am 30. Dezember und für seine Verlobte Maria von Wedemeyer, mit der er sich kurz vor seiner Festnahme heimlich verlobt hatte. Heimlich deshalb, weil Maria noch sehr jung war und ihre Familie eher skeptisch. Das Gedicht kam mit seinem letzten Brief. Weder Maria noch Bonhoeffers Familie haben danach jemals wieder etwas von ihm gehört. Zeugen, die Dietrich Bonhoeffer in der Gefängniszeit erlebt haben, erzählen stets von seinen hoffnungsvollen Gedanken. Er war bis zuletzt mutig und hat sich immer um seine Mitgefangenen gekümmert. Das spiegelt das Gedicht wider.

Claudia Kynast/Redaktion: Christoph Teves, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Zivilcourage - Im Geiste Dietrich Bonhoeffers, 07.04.2006

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