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Suchdienste nach 1945

"Kinder suchen ihre Eltern" - mit diesem Slogan startete die DDR-Kinowochenschau "Der Augenzeuge" ihren regelmäßigen Suchaufruf. Auf diese Weise versuchte man nach dem Zweiten Weltkrieg, die Angehörigen verloren gegangener Kinder ausfindig zu machen. Denn Flucht, Vertreibung und Bombenkrieg hatten besonders gegen Kriegsende für ein heilloses Chaos gesorgt.

Schwarzweiß-Bild: Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes zeigt einer Frau ein Buch mit Bildern von Soldaten. (Rechte: dpa/picture alliance)

Nach Kriegsende wurde systematisch nach Vermissten gesucht

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Millionen von Menschen waren während des Krieges voneinander getrennt worden. Jeder vierte Deutsche war auf der Suche nach Angehörigen oder wurde selbst gesucht. Hunderttausende davon waren Kinder, die ihre Eltern verloren hatten - vor allem auf den Flüchtlingstrecks aus dem Osten. Und allein zu sein in einer fremden Umgebung, das war für viele Kriegskinder ein besonders schlimmes Schicksal.

An Hauswänden, Litfasssäulen und Laternenmasten klebten damals tausendfach die Bilder und Namen von verzweifelt Gesuchten. Um den Betroffenen zu helfen, gründete das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Mai 1945 einen Suchdienst und baute mit dem Deutschen Caritas-Verband und dem Hilfswerk der evangelischen Kirche eine zentrale Suchkartei auf. So verwandelten sich Hunderttausende von Einzelschicksalen in Karteikarten.

Eine Mitarbeiterin des Suchdienstes vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in München blättert in einem Karteikasten (Rechte: dpa)

Das DRK baute eine zentrale Suchkartei auf

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Allein 500.000 Kinder wurden auf den Karteikarten erfasst, zusammen mit allen möglichen Details: Fundort, Kleidungsstücke, Muttermale, Narben oder Spielzeug, das die Kinder bei sich hatten. Denn vor allem die kleinen Kinder wussten oft nicht einmal ihren Namen. Und nur wenige von ihnen trugen eine Erkennungsmarke - ein Versäumnis des NS-Regimes. Damit diese Kinder dennoch eine Chance hatten ihre Eltern wiederzufinden, stellte man Bildkarteien und Suchplakate zusammen. Radio und Fernsehen übertrugen Suchmeldungen, Zeitungen druckten Plakate mit den Bildern der Kinder.

Der Suchdienst des DRK hatte Erfolg. Bis zum Mai 1950 wurden dort 16 Millionen Suchanträge gestellt. Fast neun Millionen Schicksale konnten laut Auskunft des Roten Kreuzes bis heute geklärt werden. Von den 500.000 registrierten Suchkindern sind noch rund 400 Fälle offen. Diese Menschen leben bis heute mit einer angenommenen Identität und wissen nichts über ihre leibliche Familie. Das letzte Suchplakat nach Vermissten aus dem Zweiten Weltkrieg wurde übrigens 1982 gedruckt. Doch im Internet kann man noch heute nach verloren gegangenen Angehörigen suchen. Immerhin sind über 60 Jahre nach Kriegsende noch 1,3 Millionen Schicksale des Zweiten Weltkriegs ungeklärt.

Claudia Heidenfelder, Stand vom 03.08.2011

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