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Dokumentationszentrum Obersalzberg

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Im Jahr 1999 wird auf dem Obersalzberg auf den Fundamenten des ehemaligen Partei-Gästehauses "Hoher Göll" die Dauerausstellung "Dokumentation Obersalzberg" eröffnet. Vom Freistaat Bayern in Auftrag gegeben, wurde die Ausstellung durch das Institut für Zeitgeschichte erarbeitet und umgesetzt, um der dringend gebotenen, seriösen Information der Besucher des Obersalzberges Rechnung zu tragen.

Das Ausstellungsgebäude des Dokumentationszentrums mit einer Front mit drei bogenförmigen Fenstern. Hinter dem Haus erheben sich die Berge. (Rechte: Dokumentation Obersalzberg)

Dokumentationszentrum Obersalzberg

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Durchdachtes Ausstellungskonzept

Die Ausstellungsmacher haben ein Ausstellungskonzept entworfen, das die historische Authentizität des "Täter-Ortes Obersalzberg" würdigt, die Geschichte des Obersalzbergs aber in eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Diktatur einbindet. Der Besucher wird in dem architektonisch sehr ansprechenden Bau allgemeinverständlich, aber konkret in die Geschichte der Verbrechen des Dritten Reiches eingewiesen. Der Transformationsprozess des Obersalzbergs in das Führersperrgebiet nimmt dabei eine zentrale Position ein. Über die thematische Ausstellung hinaus, die mit hervorragenden, vor Ort zu erwerbenden Publikationen begleitet wird, wurde auch ein Teil der Bunkeranlagen zugänglich gemacht, so dass sich der Besucher einen guten Eindruck über die befremdliche NS-Unterwelt am Obersalzberg verschaffen kann.

Vitrinen mit Exponaten der Dauerausstellung Obersalzberg. (Rechte: Dokumentation Obersalzberg)

Kritische Aufarbeitung der Obersalzberghistorie

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Information statt Desinformation

Seit dem Jahr 1999 besteht die Möglichkeit, sich am Ort des Geschehens seriös über die nationalsozialistische Vereinnahmung des Obersalzberggeländes zu informieren. Vorher war ein solches Informationsangebot nicht vorhanden. Bis zur Eröffnung des Dokumentationszentrums waren ortsunkundige Besucher des Obersalzbergs auf feilgebotene Broschüren angewiesen, die vor Ort verkauft wurden und teils verharmlosend, teils verbrämend, bestenfalls fragwürdig Betrachtungen über die Rolle des Obersalzbergs im Dritten Reich anstellten. Die historische Bedeutung wurde aber weder kritisch reflektiert noch in den Kontext der NS-Verbrechen eingeordnet.

Besucher in den Ausstellungsräumen des Dokumentationszentrums. (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Publikumsmagnet Obersalzberg

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Touristischer Anziehungspunkt

Längst hat sich die Dokumentation zu einem Besuchermagnet des Berchtesgadener Landes und damit zu einem entscheidenden touristischen Faktor für die Region entwickelt. Mit rund 170.000 Besuchern war das Dokumentationszentrum 2005 eines der meist besuchten Museen Bayerns. Viele Besucher kommen eigens auf den Obersalzberg, um das Dokumentationszentrum aufzusuchen. Jahrelang war im Vorfeld die Entscheidung für ein Museum der Geschichte des Obersalzbergs höchst kontrovers diskutiert worden. Damals hatte das Informationsprojekt viele Gegner, die die konkrete Aufarbeitung der NS-Geschichte vor Ort fürchteten und vehement dafür eintraten, die unheilvolle Vergangenheit des Ortes auf sich beruhen zu lassen.

Deutsche Verantwortung

Doch mit dem endgültigen Abzug der Amerikaner vom Obersalzberg Mitte der 90er Jahre kam Bewegung in die Sache. Die US-Streitkräfte betrieben damals auf dem Gelände des Platterhofes (auch "General Walker" genannt), ein Erholungs- und Ferienheim für ihre Soldaten. Mit dem endgültigen Abzug der Amerikaner ging die Nutzung der ehemaligen NS-Liegenschaften vollständig auf den Eigentümer, den Freistaat Bayern, über. Damit übernahm Bayern auch die kulturhistorische Verantwortung, der besonderen geschichtlichen Vergangenheit des Ortes Rechnung zu tragen. Das so genannte Zwei-Säulen-Prinzip wurde entwickelt: Bayern wollte auf der einen Seite den verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Geschichte fördern - andererseits die touristische Nutzung und Weiterentwicklung des landschaftlich einmaligen Ortes begünstigen.

Verschneite Zufahrtsstraße zum Obersalzberg. (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Der Obersalzberg - 'Zauberberg' in einzigartiger Landschaft

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Obersalzberg - ein "Zauberberg"

Die Rechnung scheint aufgegangen zu sein. Der Obersalzberg beginnt mit seiner Geschichte Frieden zu schließen. Vorbei die Zeiten, als die "historische Kontamination" des Obersalzbergs beinahe panisch verschwiegen wurde. Ebenfalls vorbei die Zeiten fragwürdiger Desinformation, die die Geschichte des Führersperrgebietes zu verharmlosen schien. Der Obersalzberg stellt sich öffentlich seiner Geschichte. Seine Besucher honorieren das und führen den Obersalzberg gleichzeitig wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zu, die bereits 50 Jahre vor den Nazis schon oberhalb von Berchtesgaden herrschte: der Bestimmung als "Zauberberg", der den Touristen Erholung in einer einzigartigen Landschaft verspricht.

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Obersalzberg - Hitlers Sperrgebiet, 12.01.2007

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