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Gibt es eine religiöse Pflicht, sich hemmungslos zu betrinken?

Im Judentum schon! Während im Umfeld vieler jüdischer Feste das Fasten und damit auch der Verzicht auf Alkohol eine große Rolle spielen, ist es beim Purim-Fest anders. Dieses Fest hat von vornherein einen ausgelassenen Charakter, denn es ist die Feier eines Sieges, der sich im 5. Jahrhundert vor Christus ereignet haben soll:
Das in Persien von einem Pogrom bedrohte jüdische Volk kann durch seine Heldin Esther das Blatt wenden. Statt der Juden sterben die, die sie ermorden wollten. Diese biblische Erzählung wird jedes Jahr wild gefeiert, denn es kam in der Geschichte der Juden nicht oft vor, dass sie nicht zu Opfern wurden.
Zu den Festrufen gehören "Verflucht sei Haman" – Haman ist der böse Judenhasser der Geschichte – und "Gesegnet sei Mordechai" – Mordechai ist der weise Jude, der zusammen mit Esther das Pogrom verhindert. Im Talmud steht nun, man solle soviel trinken, bis man "Verflucht sei Haman" nicht mehr von "Gesegnet sei Mordechai" unterscheiden könne. Ein Fest bis zur Besinnungslosigkeit im Siegestaumel – religiös verordnet.

Knöpfe in einem Aufzug. (Rechte: WDR)

Sollen am Sabbat nicht berührt werden

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Was ist ein Sabbat-Fahrstuhl?

In Wohnungen, in denen viele orthodoxe Juden leben, also vor allem in Israel, sind am Sabbat die Fahrstühle so geschaltet, dass sie ständig jedes Stockwerk anfahren, anhalten, die Türen öffnen und weiterfahren. Juden können so ein- und aussteigen, ohne einen Knopf zu drücken.
Das ist wichtig, denn die wichtigste Regel des Sabbats ist es, keinen Einfluss auf die Umwelt zu nehmen, keine neuen Situationen zu schaffen. Wenn der Fahrstuhl aber sowieso fährt, setzt man selbst nichts ins Bewegung, wenn man ihn benutzt.
Genauso kann man die Benutzung eines Linienbusses am Sabbat begründen. Allerdings wird es schwierig, wenn man am Automaten noch eine Fahrkarte kaufen muss. Das ist nämlich eigentlich nicht erlaubt.

Jürgen Dreyer, Stand vom 26.02.2010
Sendung: Aufzüge - Eroberung der Vertikalen, 26.02.2010

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