Amnesty International
Der Gründer
"Freiheit" riefen die beiden portugiesischen Studenten, als sie in einem Restaurant in Lissabon mit ihren Gläsern anstießen. Ein kurzes Wort, ein einfaches Zuprosten mit bösen Folgen. Denn das Portugal des Jahres 1961 war das Portugal des Diktators Antonio de Oliveira Salazar. Die Erwähnung des Wortes "Freiheit" war verboten, die beiden Studenten wurden verhaftet und mussten für sieben Jahre ins Gefängnis. Der britische Anwalt Peter Benenson las von diesem Fall und veröffentlichte ihn am 28. Mai 1961 mit anderen Beispielen staatlicher Willkür gegen Einzelpersonen. Benenson rief seine Leser dazu auf, die jeweiligen Regierungen anzuschreiben und die Freilassung der Gefangenen zu fordern. Der Grundstein für Amnesty International war gelegt.
Der Erfolg von Amnesty International (2'24'')
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Die Organisation
"Wir haben 2,8 Millionen Mitglieder oder Unterstützer in mehr als 150 Ländern und Regionen," sagt Wolfgang Grenz, stellvertretender Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International. Allein in Deutschland gibt es circa 100.000 Unterstützer, die sich in 700 Gruppen engagieren. Getragen wird die Organisation von Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Regierungsgelder lehnt sie dagegen nach eigenen Angaben ab, um ihre politische Unabhängigkeit zu wahren.
Die Berichte
Fast 550 Seiten dick ist das schwarze Buch "zur weltweiten Lage der Menschenrechte", der Jahresbericht von Amnesty International 2010. Land für Land dokumentiert die Organisation jedes Jahr detailliert, wie es um die Menschenrechte bestellt ist. 2010 waren es laut Amnesty insgesamt 159 Länder, in denen die Menschenrechte verletzt wurden - mehr als drei Viertel aller Staaten. In 61 Ländern kamen Täter ohne Strafe davon, in 96 Ländern herrschte keine oder nur eingeschränkte Meinungsfreiheit. In 111 Ländern wurden Menschen gefoltert und misshandelt.
Die Aktionen
Außer der Recherche, Bestandsaufnahme und Veröffentlichung von Menschenrechtsverletzungen übt Amnesty International gezielt öffentlichen Druck aus, um etwa die Freilassung von Gefangenen zu fordern. Bei diesen "Urgent Actions" (Eilaktionen) ruft Amnesty weltweit Menschen auf, in Briefen, Faxen oder E-Mails an die zuständigen Regierungen und Behörden, gegen die jeweilige Menschenrechtsverletzung zu protestieren. "Im Jahr 2009 haben wir 338 Eilaktionen für gefährdete Personen gestartet," bilanziert Wolfgang Grenz. "Fast 40 Prozent davon waren erfolgreich."
Die Erfolge
Viele "Urgent Actions" sind also erfolgreich, die Berichte finden international große Beachtung. Längst ist Amnesty International eine bekannte und angesehene Nicht-Regierungs-Organisation, die bereits 1977 für ihre Arbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Euphorisch lässt das Wolfgang Grenz dennoch nicht werden: "Ich arbeite seit 32 Jahren für Amnesty und bin da von Anfang an realistisch rangegangen. Wir können nicht auf einen Schlag die Welt verändern. Aber wir verzeichnen immer wieder Etappensiege. Seit unserer Gründung wurden die Menschenrechte von Politikern und Staatsführern immer mehr akzeptiert. Unsere Erfolge sind vor allem die Einzelaktionen. Und wenn wir einzelne Menschenrechtler schützen oder befreien, dann hat das Symbolkraft und gibt anderen Menschenrechtlern Mut."
Christoph Teves, Stand vom 19.10.2011





