Umschlagplätze des Sklavenhandels
1. Gorée Island
1444 nahmen portugiesische Seefahrer Gorée Island zum ersten Mal in Besitz. 1588 wurde die kleine Felseninsel am Kap Verde gegenüber Dakar, der Hauptstadt des heutigen Senegal, von Niederländern besetzt. Später herrschten auf Gorée Island die Briten, dann die Franzosen. Bis 1848 war die Insel der bedeutendste Sklavenumschlagsplatz in Westafrika. Heute ist der Ort von der UNESCO zum "Weltkulturerbe der Menschheit" erklärt.
2. James Island
Die Insel im Gambia-Strom diente vor allem Franzosen und Briten im 17. und 18. Jahrhundert als Sklavenumschlagplatz. Heute ist das Fort eine Ruine. Meist liefen die Sklavenschiffe von hier nach Gorée aus, dem zentralen Sammelpunkt für Sklaventransporte nach Amerika.
3. Groß-Friedrichsburg
An der Goldküste Afrikas, dem heutigen Ghana, liegt die ehemalige kurbrandenburgische Festung. 1683 wurde sie unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm als kolonialer Stützpunkt angelegt, 1718 an die Holländer verkauft.
4. Christiansborg
Auch die Dänen mischten zeitweilig im Sklavenhandel mit. Die Festung Christiansborg befand sich an der Goldküste, dem heutigen Ghana. Portugiesen hatten auch diesen Stützpunkt 1550 gegründet, bevor er 1652 an Schweden fiel. Bereits sechs Jahre später eroberten die Dänen die Festung. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte wurde Christiansborg dann 1850 an die Briten verkauft. Heute ist dort der Sitz der ghanaischen Regierung.
5. Cape Coast
Cape Coast wurde 1637 von Niederländern gegründet, ging aber bereits 1652 in schwedischen Besitz über. Doch die schwedische Regentschaft hielt nur 13 Jahre, bevor die Briten das Fort einnahmen. Neben Elmina, Anomabu und Komenad zählte Cape Coast zu den wichtigen britischen und niederländischen Handelsniederlassungen an der Goldküste. Durchschnittlich 12.000 Menschen wurden im 18. Jahrhundert jährlich von den Forts der Goldküste nach Übersee eingeschifft. Über die gesamten Häfen der Unteren Guinea-Küste wurden zwischen 1700 und 1800 insgesamt etwa drei Millionen Afrikaner verschleppt.
Kai Althoetmar, Stand vom 01.06.2009







