Wissensfrage
Stimmt es, dass die Briten ausgerechnet von dem ehemaligen Sklavenumschlagplatz James Island in Gambia aus im 19. Jahrhundert gegen die Sklaverei kämpften?
James Island war zunächst im 17. und 18. Jahrhundert Stützpunkt für die Sklavenverkäufe in die "Neue Welt". Der Besitz der Insel wechselte zwischen Portugiesen, Franzosen, Briten, Holländern und dem Herzog von Kurland. 1665 errichteten die Engländer ein Fort auf der Insel. Dazu entstanden Baracken für 70 Soldaten, Lagerhallen und Verliese für Sklaven. Über 100 Jahre sicherte James Island den Briten den profitträchtigen Sklavenhandel an der Küste Gambias.
1772 verbot England auf seinem Staatsgebiet den Sklavenhandel, 1807 auch in den Kolonien. Damit erhielt die Insel nach 1807 eine ganz andere Funktion. Von James Island und von der 1816 gegründeten Stadt Bathurst (der heutigen Hauptstadt Banjul) sowie dem 1826 erbauten Fort Bullen aus fingen die Briten die Sklavenschiffe anderer Nationen ab. Über 100 Sklaventransporte französischer und portugiesischer Menschenhändler sollen so von James Island aus verhindert worden sein.
Kai Althoetmar, Stand vom 01.06.2009





