Literatur & Co.
Bücher
Architektur der Wunderkinder. Aufbruch und Verdrängung 1945 – 1960
Längst nicht alles, was nach 1945 gebaut wurde, sieht auch so aus. Das demonstriert der Ausstellungskatalog "Architektur der Wunderkinder" an zahlreichen Beispielen aus Bayern. Architekturfotos und Entwürfe zeigen, wie unterschiedlich Bauen in den 1950er Jahren aussehen konnte – ob luftige Neubauten oder aufwändige Rekonstruktionen. Alle Bauwerke und Planungen sind verständlich beschrieben – ein tolles Buch zum Thema Wiederaufbau deutscher Städte.
Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900 – 1970
Wer sich eingehend mit deutscher Architektur im 20. Jahrhundert beschäftigen möchte, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Spannend erzählt der Autor den Werdegang berühmter Architekten über sieben bewegte Jahrzehnte. Schwarzweiß-Fotos, Entwürfe und Modelle vermitteln einen guten Überblick über deutsche Architekturgeschichte - vom Aufbruch in die Moderne über die NS-Zeit bis zum "Ende" des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Hans Scharoun
Ein berühmter Architekt, der auch in der Nachkriegszeit viele Wohnsiedlungen und Hochhäuser geplant hat, war Hans Scharoun. Bis heute bekannt ist er vor allem durch den Bau der Berliner Philharmonie und durch seine schiffsähnlichen Bauten. Über ihn und sein Werk gibt es einen informativen kleinen Bildband aus dem Taschen Verlag mit vielen Fotos, Skizzen und Grundrissen. Abgebildet und beschrieben wird auch sein erstes Nachkriegsprojekt, die bekannte Wohnanlage "Romeo und Julia" in Stuttgart.
Das Stuttgarter Stadtzentrum im Aufbau. Architekturplanung 1945 – 1960
Das Stuttgarter Stadtzentrum lag am Ende des Zweiten Weltkrieges in Trümmern. Fünfzehn Jahre später war der Aufbau, der nur teilweise ein "Wiederaufbau" war, weitgehend abgeschlossen. Der Kunsthistoriker Dr. Bernhard Sterra beschreibt ausführlich die Planungs- und Baugeschichte dieser Jahre: Wie es in der Innenstadt zum Abriss historisch bedeutender Gebäude kommen konnte, wo moderne Bauten dominierten oder welche Ideen hinter der damaligen Verkehrsplanung steckten.
Leider ist dieses Buch momentan vergriffen. Sie können es antiquarisch nachfragen.
Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis.
Harald Welzer et al. befassen sich in ihren Studien mit der Tradierung von Erinnerung an den Nationalsozialismus innerhalb von Familien – und kommen dabei zu verblüffenden Erkenntnissen. So zum Beispiel zur Feststellung, dass die meisten der Nachgeborenen generell glauben, ihre eigenen Vorfahren hätten dem Nationalsozialismus kritisch gegenübergestanden.
Das kommunikative Gedächtnis
Harald Welzer, Leiter der Forschungsgruppe "Erinnerung und Gedächtnis" am Kulturwissenschaftlichen Institut (Essen) des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen, schildert die neuesten Ergebnisse der Neurowissenschaften und führt diese mit denen entsprechender Untersuchungen aus der Psychologie und den Kulturwissenschaften zusammen. Ein faszinierendes Netzwerk, das überraschende Einsichten in Form und Inhalte des Sich-Erinnerns bietet.
DVDs
Schindlers Liste
Mit "Schindlers Liste" überraschte der bis dahin auf Popcorn-Kino spezialisierte Regisseur Steven Spielberg Publikum und Kritiker: In eindrucksvollen Bildern erzählt er die Geschichte des Industriellen und Kriegsgewinnlers Oskar Schindler, der mehr als 1000 Juden vor dem Tod rettete. "Schindlers Liste" gewann sieben Oscars und gilt als einer der besten Filme, die über den Holocaust gedreht wurden.
Claudia Heidenfelder, Stand vom 16.05.2006





