Wissensfrage
Ein ständiger Sitz im Weltsicherheitsrat - das wär’s, denkt sich die Bundesregierung. Bisher wurde Deutschland mehrfach als nicht-ständiges Mitglied in den Sicherheitsrat gewählt. Das Ziel eines ständiges Sitzes hat Deutschland seit Jahren im Visier. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den deutschen Anspruch im Zusammenhang mit einer grundsätzlichen Reform der Vereinten Nationen so formuliert: "Es geht dabei auch um die Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Er wird seiner Rolle nur gerecht, wenn er repräsentativer zusammengesetzt ist als heute. Deshalb beteiligt sich Deutschland aktiv an dieser Diskussion und setzt sich für eine Reform und Erweiterung des Sicherheitsrates ein."
Im Januar 2003 zog Deutschland zum vierten Mal für zwei Jahre als eines der zehn nicht-ständigen Mitglieder in den Sicherheitsrat ein. Gunter Pleuger, bis Juli 2006 der deutsche UNO-Botschafter, hatte in dieser Zeit sogar zweimal den Vorsitz, der im Sicherheitsrat für gewöhnlich jeden Monat wechselt. Obwohl der Sicherheitsrat regelmäßig öffentlich tagt, werden die wichtigen Besprechungen und eigentlichen Entscheidungen nicht in dem großen bekannten Saal des Weltsicherheitsrates getroffen, sondern hinter verschlossenen Türen in einem kleinen Konsultationsraum. Hier, an einem Hufeisentisch, ist man sich näher als an dem im großen Saal. Die Stimmung ist arbeitsamer, viel intensiver, wie Insider berichten: "Es kommt nicht selten vor, dass man die Knie des Nachbarn oder des Gegenübers spürt." Außerdem seien dort die Stühle bequemer.
Diese bequemen Stühle sind den Deutschen zu verdanken: Für 35.000 Dollar finanzierten sie neue Stühle für den kleinen Nebensaal. Ob das etwa ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl war, oder wollten die deutschen Delegierten für die zwei Jahre im Sicherheitsrat einfach nur bequemer sitzen?
Im Oktober 2010 ist Deutschland erneut als nichtständiges Mitglied für den Zeitraum 2011/12 in den Sicherheitsrat gewählt worden..
Natalie Muntermann, Stand vom 13.12.2010





