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In der deutschen Sprache wird oft der Begriff "Gretchenfrage" verwendet. Doch was ist eigentlich eine "Gretchenfrage"? Und wo hat dieses geflügelte Wort seinen Ursprung?

Eines der herausragendsten Werke aus dem großen Schaffenskatalog Goethes ist "Faust". Diese Tragödie beschäftigte den großen deutschen Dichter nicht weniger als 60 Jahre seines Lebens. Schon 1774 hatte er Fragmente dazu ausgearbeitet. Es kam aber immer wieder zu Einfügungen, Verbesserungen, dramaturgischen Veränderungen im Text des "Faust", der aus mehreren Teilen besteht und in verschiedenen Schaffensperioden erarbeitet wurde. Endgültig fertig gestellt hat Goethe sein Lebenswerk mit "Faust II", ein Jahr vor seinem Tod, 1831.

Ein Holzstich um 1880 bis 1890: Faust bietet Gretchen den Arm an. Beide sind gerade aus einem Haus ins Freie getreten. Im Hintergrund steht Mephistopheles. (Rechte: AKG)

Faust und das schöne Gretchen

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Der "Faust"-Stoff geht auf eine Sage aus dem Mittelalter zurück. Die Geschichte erzählt vom wissenshungrigen Gelehrten Doktor Faust, der ständig unzufrieden ist und mit seinem Schicksal hadert. Er befindet sich auf einer rastlosen Jagd nach immer noch mehr Weisheiten und Lebensgenüssen und kennt dabei keine Skrupel. Gott, der dennoch an das Gute in Faust glaubt, geht mit Mephisto(pheles), dem Teufel, eine Wette ein. Die beiden möchten herausfinden, welchen Weg Faust letztendlich einschlägt - den des Guten oder den des Bösen. Mephisto setzt all seine Verführungskünste ein, präsentiert Faust schließlich eine fleischliche Versuchung in Form des Gretchen. Faust verliebt sich in das schöne Mädchen, möchte sie unbedingt für sich gewinnen. Doch da ist noch eine wichtige Frage zu klären. Gretchen will von Faust wissen: "Nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?" Faust ist um eine klare Antwort verlegen, windet sich, sucht Ausflüchte, denn er weiß, dass Gretchen gläubig ist und dass von seiner Antwort sein Liebesglück abhängen könnte.

Aus dem Faust haben viele Sätze und Redewendungen Einzug in unseren Sprachgebrauch gehalten. Die berühmteste ist aber wohl die "Gretchenfrage". Mit diesem Begriff bezeichnet man eine Gewissensfrage, die den Befragten in schwere Konflikte bringt und auf die man eine eher ausweichende Antwort erwarten kann.

Alfried Schmitz, Stand vom 26.11.2009

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