• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Nobelpreisträger

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Politik & Geschichte
  • Persönlichkeiten
  • Nobelpreisträger

Nobelpreisträger

Mehr als 750 Forscher, Literaten und Politiker haben den Nobelpreis bisher verliehen bekommen. Vergleicht man die Lebensläufe, das Umfeld und die Herkunftsorte der Preisträger miteinander, werden Muster erkennbar. Leider auch das, dass Frauen beim bekanntesten Preis der Welt unterrepräsentiert sind.

Die Vorsitzende des Nobelpreis-Komitees, Aase Lionaes, überreicht dem deutschen Bundeskanzler Willy Brandt Urkunde und Medaille des Friedens-Nobelpreises. Aufgenommen am 10. Dezember 1971 in der Aula der Universität von Oslo (Rechte: dpa)

Kanzler Willy Brandt erhielt 1971 den Friedensnobelpreis

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Nobelpreisträger
Familie Curie
Dokument
Bertha Röntgens Hand
Deutsche Nobelpreisträger
Alternativer Nobelpreis
Geschichte des Nobelpreises in Deutschland
Literatur & Co
Link-Tipps

Ein Preis der Industrienationen

Die Statistik der Preisträger spiegelt den Ursprung des Preises aus der westlichen Kulturtradition. Die meisten Laureaten (Preisträger) kommen aus westlichen Ländern, vorwiegend aus den USA, England, Deutschland und Frankreich. In den Naturwissenschaften ist das auf die eingespielten Forschungsstrukturen und den dafür notwendigen finanziellen Aufwand zurückzuführen, aber auch auf das Gutachter-Prinzip bei der Wahl der Nobelkandidaten. Vermutlich begutachten sie sich im Laufe ihrer Forscherkarrieren auch untereinander, das System Nobelpreis verstärkt sich so selbst.

emälde eines älteren Mannes mit Brille, Vollbart und strengem Blick. (Rechte: AKG)

Preisträger 1905: Robert Koch

Vergrößern

Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts gab es aber auch etliche Verschiebungen. So waren die deutschen Hochschulen bis zum Zweiten Weltkrieg auf vielen Gebieten von der Medizin bis zur physikalischen Grundlagenforschung führend, wie schon eine kleine Auswahl zeigt: Max Planck wurde 1918 für seine Quantentheorie ausgezeichnet, Werner Heisenberg für die Entdeckung der Quantenmechanik; Adolf Windaus (1928) und Richard Kuhn (1938) bekamen die Chemiepreise für Forschungen zu Vitaminen. Der Bakteriologe Robert Koch (1843-1910) entdeckte 1882 das Tuberkulosebakterium und ein Jahr später den Erreger der Cholera. Mit seinen Forschungen zur Hygiene half er die Sterblichkeitsraten entscheidend zu senken und wurde 1905 für seine Arbeit zur Tuberkulose ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt. Seitdem kommt ein Großteil der Preisträger aus den USA. Preisträger, die nicht aus den USA oder Europa stammen, sind selten.

Die wichtigsten Fähigkeiten

Kaum jemand wird ein wissenschaftliches Studium mit dem Vorsatz beginnen, eines Tages den Nobelpreis zu erringen. Dazu müssen viele Faktoren zusammenkommen, die sich nicht alle beeinflussen lassen: Neben der Neugierde und Begabung das richtige familiäre und schulische Umfeld, später die Möglichkeit, mit Stipendien und Forschungsaufträgen an bestimmten Problemen zu arbeiten. Doch am wichtigsten ist die Fähigkeit, außerhalb vertrauter Bahnen zu denken.

Klaus von Klitzing, der 1985 für die Entdeckung des quantisierten Hall-Effektes mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sagte, dass alle experimentellen Daten dazu schon zwei Jahre vor seiner Entdeckung veröffentlicht waren: "Jeder, der die Literatur lesen kann, hat die Chance gehabt, den Nobelpreis dafür zu bekommen oder den Quanten-Hall-Effekt zu entdecken". Doch dass schließlich er die unerwarteten Messergebnisse richtig interpretierte, verdankte er auch längst zurückliegenden Ferienjobs als Werksstudent, die ihm einen anderen Blickwinkel als seinen Kollegen ermöglichten. Seine Entdeckung über das Verhalten von Widerständen in Magnetfeldern war nicht nur eine Sensation für die Physik, sondern auch für die Entwicklung hoch integrierter Schaltelemente und lieferte eine solide Grundlage für das Eichen elektronischer Messgeräte.

Der vierjährige Albert Einstein 1883 im Sonntagsanzug beim Fotografen. (Rechte: AKG)

Gestatten: Albert, vier Jahre alt, Genie in spe!

Vergrößern

Prägende Kindheitserlebnisse

Die meisten Nobelpreisträger haben sich schon in der frühesten Kindheit der Wissenschaft zugewandt. Albert Einstein, 1921 für die Relativitätstheorie mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet, hatte sein Schlüsselerlebnis, als er als kleiner Junge die rätselhaften Bewegungen eines Kompasses verfolgte. Auch die britische Chemikerin Dorothy Hodgkin-Crowfoot, deren Arbeiten zur Röntgenstrukturanalyse von Atomen entscheidende Fortschritte bei der Entwicklung von Medikamenten wie Insulin brachte, erinnert sich an ein solches Erlebnis. Bei einer Hauslehrerin lernte sie als Zehnjährige im Rahmen einer Einführung in die Chemie, aus gesättigten Lösungen Kristalle zu züchten. "Ich war von der Eleganz und Schönheit der Kristalle augenblicklich gefangen".

Schönheit und Eleganz wie der Gedanke des Spiels sind für die meisten Preisträger wichtig. Nicht wenige unter ihnen spielen ein Instrument wie der Geiger Albert Einstein oder neigen gar zu einer Musikerlaufbahn. Manfred Eigen, 1967 mit dem Nobelpreis geehrt, schwankte lange zwischen Chemie- und Musikstudium. Dem Chemiker Richard Ernst schwebte eine Komponistenlaufbahn vor. 1991 wurde ihm der Nobelpreis für seine Untersuchungen zur Kernresonanzspektroskopie zuerkannt: "Was ich damals tat, hatte eigentlich viel mit Musik zu tun. Ich machte Frequenzanalysen und habe sozusagen bestimmte Töne voneinander getrennt." - Interessante Parallelen zu Alfred Nobel und seinen schriftstellerischen Ambitionen.

Forschung gelingt selten im Alleingang

Zusammen spielen, voneinander lernen und aufeinander hören ist auch für die Naturwissenschaften unabdingbar. Kaum noch eine wichtige Entwicklung gelingt heute im Alleingang, Forschergruppen mit mehr als 80 Wissenschaftlern sind keine Seltenheit, so wenig wie wissenschaftliche Aufsätze mit 15 und mehr Autoren. Deshalb war Klaus von Klitzings erste Frage, als er den Anruf aus Stockholm entgegen nahm, mit wem er sich den Preis denn teile. Häufig wird kritisiert, dass der Nobelpreis, der an maximal drei Personen in einem Fach vergeben werden kann, der heutigen Realität nicht mehr gerecht werde und einem überholten Forschermodell vom einsamen Genie anhänge. Zahlreiche Geschichten wissen von Institutsleitern zu berichten, die die Lorbeeren für die Arbeit ihrer Assistenten einheimsten.

Schwarzweiß-Foto: Lise Meitner im Gespräch mit Otto Hahn. (Rechte: dpa)

Lise Meitner arbeitete 1908 bis 1938 an Otto Hahns Seite

Vergrößern

Viel zu selten: Nobelpreisträgerinnen

Auch Lise Meitner (1878-1968) ist so ein Fall, der zudem prototypisch die Situation der Frauen beleuchtet, was den Nobelpreis und den Wissenschaftsbetrieb betrifft. Die österreichisch-schwedische Physikerin forschte über 30 Jahre gemeinsam mit Otto Hahn an radioaktiven Elementen. Der Nobelpreis für die Entdeckung der Kernspaltung jedoch ging 1944 an Hahn alleine, wiewohl Lise Meitner maßgeblich daran beteiligt war und die physikalische Erklärung für die Entdeckung lieferte.

Betrachtet man alle Nobelpreisträger, so standen 2006 735 Männern gerade einmal 33 weibliche Preisträger gegenüber. Ein Bild, das sich auch bei der Präsenz von Frauen in Spitzenpositionen der Forschung wiederfindet. Das hat sicherlich mit Rollenklischees und -zuschreibungen genauso zu tun wie mit der unterschiedlichen Selbsteinschätzung von Jungen und Mädchen.

Leben mit dem Preis

Und wie sieht das Leben nach dem Preis aus? Der amerikanische Physiker Dao Lee, 1957 mit 31 Jahren ausgezeichnet, soll gesagt haben: "Mein Gott, was wird nun aus dem Rest meines Lebens?" Nobelpreisträger stehen in der Öffentlichkeit. Gewollt oder nicht, sie werden automatisch zu Repräsentanten ihrer Profession und ihres Landes. Sie erhalten Einladungen zu zahlreichen Kongressen und werden unabhängig von ihrer Kompetenz zu politischen Themen um ihre Meinung gefragt. In jungen Jahren kann das die weitere Forschungsarbeit behindern.

Welches positive Gewicht der Nobelpreis andererseits in der Öffentlichkeit haben kann, zeigt das Beispiel von Klaus von Klitzing. Um ihn an seinem Forschungsinstitut in Stuttgart zu halten, stockte das Land Baden-Württemberg die Mittel seines Institutes kräftig auf - das benachbarte Bayern hatte schon mit einem Blankoscheck geworben. In der Folge stiftete das Bundesforschungsministerium einen Forschungspreis, der jungen Wissenschaftler unbürokratisch für ihre selbstgewählten Projekte zur Verfügung steht.

Forscher wie Albert Einstein und Linus Pauling, Chemie-Nobelpreisträger von 1954, nutzten das weltweite Ansehen für politische Aktionen. Pauling wandte sich in den 1950er Jahren gegen die Atomrüstung und setzte mit Hilfe seines eigenen Ruhmes und dem weiterer 50 Nobelpreisträger das Verbot von oberirdischen Atomtests durch, wofür er 1962 den Friedensnobelpreis erhielt. Diese Ansammlung von Nobelpreisträgern fand Linus Pauling in Lindau im Bodensee. Dort treffen sich einmal im Jahr Nobelpreisträger der naturwissenschaftlichen Disziplinen mit Studierenden aus aller Welt. Die Mischung aus Fachtagung und Familientreffen bietet Kontaktmöglichkeiten, die in der formelleren Atmosphäre der Stockholmer Preisverleihung nicht gegeben sind.

Johannes Hirschler, Stand vom 08.12.2010
Sendung: Die Geschichte der Nobelpreise - Von Fortschritt, Geld und Ehre , 09.12.2010

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Persönlichkeiten (Rechte: frei)

Persönlichkeiten


  • James Cook
  • Konrad Adenauer
  • Otto von Bismarck
  • Die Krupps
  • Lud­wig XIV.

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/persoenlichkeiten/nobelpreistraeger/index.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.