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Deutsche Nobelpreisträger

Das Nobelpreiskomitee ist nicht gerade für spontane und innovative Entscheidungen bekannt: Albert Einstein musste viele Jahre forschen und erst mit seiner Lehre vom Licht der Quantentheorie auf die Sprünge helfen, bevor er den Nobelpreis bekam. Die deutschen Wissenschaftlerinnen warteten noch länger: Erst 94 Jahre nach Verleihung des ersten Preise wurde eine deutsche Forscherin ausgezeichnet. Wir zeigen eine Auswahl der deutschen Preisträger.

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Wilhelm Conrad Röntgen (1845 - 1923) Nobelpreis für Physik 1901

Wilhelm Conrad Röntgen war der erste Wissenschaftler der Welt, der den Nobelpreis für Physik bekam. Ausgezeichnet wurde er 1901 für die Entdeckung jener Strahlen, die die Medizin revolutionierten und später nach ihm benannt wurden. Die Anerkennung dafür erhielt er erst sechs Jahre nachdem er die Röntgenstrahlen entdeckt hatte. Auch mit Nobelpreis gelang es Röntgen nicht, eine Doktorarbeit zu veröffentlichen, er bekam trotz zweier Hochschuldiplome nie die Zulassung dafür. Das bürokratische Hindernis: Röntgen hatte kein Abitur.

Robert Koch (1843 - 1910) Nobelpreis für Physiologie/Medizin 1905

Dem Mediziner Robert Koch wurde die Auszeichnung für Untersuchungen auf dem Gebiet der Tuberkulose verliehen. Die entscheidende Entdeckung lag ebenfalls ein paar Jahre zurück. Schon 1881 fand er das Tuberkulosebazillus, auf dessen Basis ihm dann die Entwicklung eines Heilmittels gelang. Ein Jahr später entdeckte Robert Koch auch den Erreger der Cholera. Mit seinen Forschungen über Bakterien als Erreger legte er die Grundlage für den Kampf gegen Infektionskrankheiten.

Schwarzweiß-Porträt von Max Planck mit Glatze, im Anzug mit Fliege. (Rechte: dpa)

Max Planck

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Max Karl Ernst Ludwig Planck (1858 - 1947) Nobelpreis für Physik 1918

Durch seine Entdeckung der Quantenenergie machte die Physik einen Sprung in die Zukunft: Max Planck erhielt 1918 den Nobelpreis in Physik, 1900 fasste er seine Theorie in einer schlichten Publikation von nur neun Seiten zusammen. Mit seinen Erkenntnissen zwang Planck die Physiker zum radikalen Umdenken: Einstein entwickelte dadurch seine neue Lehre vom Licht. Max Planck wurde 1930 Präsident der "Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften", ein Jahr nach seinem Tod wurde sie umbenannt zur "Max-Planck-Gesellschaft".

Albert Einstein im Pullover. Er blickt zur Seite und hat die Händen in den Hosentaschen. (Rechte: dpa)

Studien ohne praktischen Nutzen?

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Albert Einstein (1879 - 1955) Nobelpreis für Physik 1921

Diese Formel kennen auch Laien: e= mc². Den Nobelpreis bekam Albert Einstein allerdings nicht für seine Relativitätstheorie, sondern für die Entdeckung des photoelektrischen Effekts. Diese Theorie des Lichts gehört zum fundamentalsten Beitrag zur Quantentheorie überhaupt. Albert Einstein musste lange auf die Annerkennung seiner Arbeit durch das Nobelpreis-Komitee warten. Die Begründung: Bei den meisten seiner Studien sei der praktische Nutzen nicht absehbar. Als Einstein 1921 endlich den Preis erhielt, musste er auch noch auf sein Preisgeld verzichten. Das hatte er nämlich seiner Frau Mileva versprochen, damit sie in die Scheidung einwilligte.

Thomas Mann (1875 - 1955) Literaturnobelpreis 1929

Der Schriftsteller bekam den Literaturnobelpreis vor allem für seinen Erstlingsroman "Die Buddenbrooks". 1901 erschien diese Geschichte einer hanseatischen Kaufmannsfamilie, die Thomas Mann weltberühmt machte. Der Nobelpreis bezieht sich aber wohl auf das gesamte Lebenswerk Manns, mit Werken wie "Tod in Venedig" (1912) und "Der Zauberberg" (1924). Die politische Entwicklung in Deutschland beeinflusste Manns Leben und Werk: 1930 veröffentlicht Thomas Mann die Novelle "Mario und der Zauberer", die den Beginn des Faschismus in diesen Jahren gleichnishaft beschreibt. 1933 emigrierte Mann aus "tief notwendigem politischem Protest" in die Schweiz und später in die Vereinigten Staaten.

Porträt Willy Brandt. (Rechte: dpa)

Er sorgte für politische Entspannung

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Willy Brandt (1913 - 1992) Friedensnobelpreis 1971

Für seine Bemühungen um Entspannung im Ost-West Konflikt erhielt Willy Brandt den Friedensnobelpreis. Die so genannten Ostverträge mit der DDR, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei und insbesondere die Versöhnung mit Polen nach dem Zweiten Weltkrieg waren sein Verdienst. Mit seiner politischen Linie war er sozusagen ein Vorreiter des vereinten Europa. Willy Brandt war nach Gustav Stresemann, Ludwig Quidde und Carl von Ossietzky der vierte Deutsche, dem der Friedensnobelpreis verliehen wurde.

Porträt Christiane Nüsslein-Volhard (Rechte: dpa)

Nobelpreis dank Fruchtfliegen

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Christiane Nüsslein-Volhard (geb. 1942) Nobelpreis für Physiologie/Medizin 1995

Erst 94 Jahre nach Einführung der Nobelpreisverleihung wurde zum ersten Mal eine deutsche Wissenschaftlerin ausgezeichnet. Die Biologin und Biochemikerin aus Magdeburg erhielt den Preis für ihre Erforschung der grundlegenden genetischen Kontrolle der Embryonalentwicklung. Zusammen mit ihren amerikanischen Kollegen Eric F. Wieschaus und Edward B. Lewis erforschte sie an Fruchtfliegen die genetischen Steuermechanismen, nach denen sich Embryos entwickeln.

Silke Hempel, Stand vom 08.12.2010
Sendung: Die Geschichte der Nobelpreise - Von Fortschritt, Geld und Ehre , 09.12.2010

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