Flugsaurier
Wendige Flieger
Aus dem schwäbischen Ölschiefer kennt man fünf Flugsaurier-Arten, deren Flügelspannweite ein bis zwei Meter erreichte, bei einem Exemplar wahrscheinlich sogar vier Meter. Zum Beispiel der Rhamporhynchus, dessen Spannweite zwei Meter groß war und der einen langen Schwanz mit einem Rudersegel zum Steuern besaß. Die größte Art, Quezalcoaltlus, die allerdings nur in Amerika gefunden wurde, erreichte zwölf Meter Spannweite. Früher nahm man an, dass sie eher schwerfällige Gleitflieger waren. Doch durch die Rekonstruktion ihrer Körperform konnten einige Wissenschaftler nachweisen, dass sie in Wirklichkeit sehr gute und wendige Flieger waren.
Die ersten flugfähigen Wirbeltiere
Flugsaurier (oder Pterosaurier) waren die ersten flugfähigen Wirbeltiere. Sie eroberten den Luftraum der Erde bereits vor 140 Millionen Jahren, lange bevor die ersten Vögel auf der Welt erschienen. Die Flugsaurier hatten keine Federn, aber ähnlich wie die Vögel entwickelten sich ihre Vorderbeine zu Flügeln. Allerdings haben sie dazu im Lauf der Evolution andere Finger als bei den Vögeln umgeformt: Der vierte Finger der Hand verlängerte sich extrem, an ihm wurde die Flughaut gespannt. Der fünfte Finger fehlte. Die ersten drei Finger waren kurz und trugen kräftige Krallen.
Warmblütler
Die meisten Flugsaurier waren Raubtiere, die sich hauptsächlich von Fischen ernährten. Darauf weisen die vielen, langen und spitzen Zähne hin. Da das Fliegen einen hohen Energieaufwand erforderte, waren die Flugsaurier möglicherweise warmblütig. Im Prinzip war nur so gewährleistet, dass die nötige Energie stets gleichmäßig zur Verfügung stand. Als am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausstarben, verschwanden auch die Flugsaurier von der Erde. Erst danach konnten die Vögel den nun freiwerdenden Himmel besiedeln.
Valentin Thurn, Stand vom 01.03.2011
Sendung: Giganten der Urzeit - Dinosaurier in Deutschland, 01.03.2011






