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Ichthyosaurier

Der Ichthyosaurier (zu deutsch: Fischechse) lebte im Wasser. Seine Vorfahren waren Landechsen. Ihre Arme und Beine passten sich an das Leben im Wasser an: Die einzelnen Knochen wurden immer kürzer, die Fingerknochen wurden flach und kreisrund, aus Armen und Beinen wurden Flossen.

Versteinerung eines Ichthyosauriers: zwischen den Rippen befinden sich die Wirbel-Knochen von drei weiteren Embryonen. (Rechte: SWR)

Fossil eines Ichthyosauriers

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Wassergeburten

In Anpassung an das Leben im Wasser musste sich aber auch die Art der Fortpflanzung ändern. Während die meisten anderen Reptilien ihre Eier im Boden ablegen und von der Sonne ausbrüten lassen, auch die meisten anderen Meeressaurier, brachten die Ichthyosaurier-Weibchen ihre Junge im Wasser zur Welt. Der Grund: Ihre Flossen waren so perfekt an das Wasserleben angepasst, dass sie nicht mehr an Land kriechen konnten. Die Jungtiere schlüpften bereits im Mutterleib aus den Eiern. 1749 fand man das erste Skelett eines Saurierweibchens mit einem Embryo im Leib. Die anderen Embryos wurden nach seinem Tod auf dem Meeresboden aus seinem Leib herausgepresst.

Animation eines Ichthysauriers unter einem Delphin im blauen Meer. (Rechte: SWR)

Ichthyosaurier (unten) und Delphin (oben)

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Ähnlich wie die Delfine

Ichthyosaurier sehen aus wie Fische, sind aber Reptilien. Ihre Stromlinienform finden wir aber auch bei Säugetieren wie den Delphinen. Es ist eine perfekte Anpassung an den Lebensraum, wenn Arten, die nicht miteinander verwandt sind, ähnlich aussehen; Biologen sprechen von Konvergenz. Dennoch hätte man Delphine mit ihrer waagrechten Schwanzflosse leicht von Ichthyosauriern unterscheiden können, deren Schwanzflosse senkrecht stand. Die beiden sind sich natürlich nie begegnet. Als die Delphine auftauchten, waren die Ichthyosaurier bereits steinhart.

Ein Leiter erklärt im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden (Kreis Goeppingen) einem Schüler das Skelett eines Ichthyosauriers. (Rechte: ddp)

Weichteile wurden nur selten gefunden

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Das Problem mit den Weichteilen

Anfangs wusste man nicht, dass die Ichthyosaurier eine Rückenflosse hatten. An den versteinerten Skeletten war dies nicht zu erkennen, da sie nur aus Weichteilen bestand. Erst der deutsche Saurier-Pionier Bernhard Hauff präparierte im 19. Jahrhundert eine Versteinerung, bei der die Umrisse des Körpers zu erkennen sind, so auch die Rückenflosse. Dabei wurde auch die Form der Schwanzflosse entdeckt, die bisher nur vermutet werden konnte, weil die Schwanzwirbelsäule nur in die untere Hälfte der Flosse abknickte.

Schnelle Schwimmer

Mit seinem stromlinienförmigen Körper war der Ichthyosaurier ein rasanter Schwimmer. Ein kräftiger Schlag mit der Schwanzflosse genügte, und er schnellte durch das Wasser. Die Vorderflossen brauchte er nur zum Steuern. Orientieren mussten sich die Tiere mit Hilfe der Augen. Die Augen waren allerdings kleiner, als man meinen könnte, wenn man die auffallend weiten Augenöffnungen betrachtet: Denn in ihnen befand sich noch ein Ring aus Knochenplatten.

Eine Ansammlung versteinerter Ammoniten, die noch zum Teil im umgebenden Gestein stecken. (Rechte: Mauritius)

Ammoniten gehörten zur Lieblingsspeise

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Doppelt so groß wie der Weiße Hai

Lieblingsspeise der Ichthyosaurier: Kleine Tintenfische, sogenannte Ammoniten und Belemniten. Letztere waren Vorläufer der Calamares, die man heute in jedem italienischen Restaurant bekommt. Im langen Maul der Ichthyosaurier waren bis zu 200 spitze Zähne aufgereiht. Die größten Ichthyosaurier waren 20 Meter lang - mehr als doppelt so lang wie der weiße Hai.

Valentin Thurn, Stand vom 26.05.2010
Sendung: Giganten der Urzeit - Dinosaurier in Deutschland, 28.05.2010

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Urzeit (Rechte: dpa)

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